Die Sache ist ja die, dass es so viele Sachen sind.

Raus.

Two in two.

Manchmal muss man kurz raus, atmen, laufen, gucken, schreiben, schlafen. Und dann weitermachen. Manchmal kann man in der Stadt den Hebel nicht umlegen, der dorthin führt, wo man hin will. Manchmal muss man Pausen einlegen und ans Meer fahren.

Mister Soprano

(Mit Dank an Kasa für das tolle Eulengeschenk, an Lisa für diese mich immer wieder berührende Postkarte und an Katinka für Mr. Tony Elephant Soprano.)

The perks of being a wallflower.

wallflower

Manchmal kauft man sich Bücher, die jemand anders schon mal für jemanden gekauft hat. Und es bricht einem fast das Herz, weil man sich fragt, was passiert sein muss, dass derdiedas Beschenkte dieses Buch zum Verkauf stellt.

Über Berlin.

Die Läden verkaufen Babyklamotten und schwedisches Designzeugs und T. sagt, da sind sicher viele dabei, wo der Ehemann das Geld bringt und die Kinder schon größer sind und sie sich jetzt endlich den Traum vom eigenen Laden erfüllen kann. Mit schwedischen Babyklamotten.

Von St. Burnster.

You are not W.H. Auden.

These memories are nothing but polaroids. First a click, then you wait for appearance & at the end there’s nothing but some vintage trash. Shaking won’t help at all.

Wondering what’s buried underneath.









Retrospektive: Juli 2010

Drei

Gemacht
Am See und auf Stralau gelegen.
Einen Plan geschmiedet.
Vor der Arbeit auf dem Badeschiff gebadet.
Gegrillt.
Zum ersten Mal im Leben Schuhe mit Absatz bestellt, der höher ist als 3 Zentimeter.
Mein erstes Kunstwerk gekauft.
Haare schneiden lassen.
Seltsame Fragen beantwortet.

Gesehen
Gisbert zu Knyphausen zweimal live.
Obhut.

Gehört
Hundreds.
This Mess Is Mine.

Gewundert
Über pietätlose Menschen.
Und sexistische Blogs.
Sowie mehrere Briefträger.

Gelacht
Bei der ersten Staffel 30 Rock.
Und Toy Story 3.

Gelesen
Christiane Rösinger - Das schöne Leben.
Birgit Vanderbeke - Das Muschelessen.

Nanomodus.

Gleise

Manchmal ist das seltsam, wie Dinge sich verflüssigen, wenn man sie halten will. Wie es Irrungen nieselt. Wie das Wort früher, das ich in meinen Händen gefangen hielt, ich hab es nicht her gegeben, lieber habe ich tagelang geschwiegen, als es aus Versehen heraus zu lassen, manchmal habe ich mir in den Finger gebissen vor Beherrschung, aber ich habe es nicht verloren. Ich habe es aufgegessen, eingeatmet, verrammelt und verriegelt, beobachtet und nicht aus den Augen gelassen. Ja, ich habe es genommen und mich drauf gesetzt, das war meine Taktik, das war der Plan. Es ist einfach verschwunden, ich bin aufgestanden, ganz vorsichtig, weil man manchmal ganz vorsichtig aufstehen kann und niemanden weckt, wenn man dabei behutsam ist, ich bin also aufgestanden und habe sofort nachgefasst, doch da war es schon fort. Manchmal ist es seltsam, wie wenig noch da ist, wenn man nur einmal blinzelt, die Hand wegnimmt, das Ohr, das Gespür oder den Kopf. Wie schnell das gehen kann, wie sehr das sein kann, dass man sich verliert dann.

Hidden Track.

You'll never find us here.

Manchmal braucht es nicht viel. Es hört nicht auf. Das kann eine Nackenfalte sein oder wie ein T-Shirt liegt, wie jemand geht, wie jemand lacht, wie jemand riecht. Wie jemand. Du bist nicht mehr, aber manchmal wie jemand. Jemand wie du. Du hast keinen Schatten und stehst auch nicht hinter der Ecke, ich weiß das, ich habe es so oft aufgesagt, ich könnte es dir im Schlaf rückwärts buchstabieren, jede einzelne Faser meines Wäschekorbs ist vollgestopft mit echter, realer Rationalität und die da sitzt und mir zuschaut, wenn ich schlafen gehe, die nicht Gute Nacht sagt sondern: Es ist, wie es ist.

Ich weiß, wie es ist und niemand kann dich je wieder anrufen und das da vorne ist nicht dein Schatten. Und wir beide sind mittlerweile an dem Punkt, also ich und die Erinnerung an dich, wo es mich nicht mehr verrückt macht, wenn jemand aus Versehen seinen Löffel hält wie du, die gleichen Schuhe hat oder ein ähnliches Wort. Ich verschlucke mich nicht mehr, aber es kann passieren, dass ich stehen bleibe und schauen muss, auch wenn es nicht viel braucht, ich muss stehen bleiben mittlerweile, früher habe ich hingesehen und dann wieder weggesehen und hingesehen und dann nie wieder hin, jetzt bleibe ich stehen und schaue und warte, weil jetzt angekommen ist, dass das alles ist. Alles, was übrig ist neben mir und der Erinnerung an dich. Mehr gibt es nicht. Dass jemand ist wie du, das ist der letzte Moment, das ist nichts Schlimmes. Aber ich muss stehen bleiben und gucken und manchmal muss ich lächeln. Wie das alles war, das geht nicht weg.

Es ist keine Farbe, es ist ein Geräusch.

Two Cups of Tea. One for you. One for me.

Mückenstiche soll man kurz erhitzen, hat er erzählt, als wir auf der Bank in der Küche saßen. Dieses Zeug, was die Tiere hinein spritzen, bestünde aus einer Eiweißstruktur. Man müsse sich das dann vorstellen wie ein Spiegelei, das härter wird in der Pfanne. Es würde dann nicht mehr jucken. Und in Gedanken suchte ich schon die Wärmflasche, als er meinte, das würde nicht genügen, man müsse schon kurz mit einem Feuerzeug oder einem heißen Löffel an die Stelle, und dann fragt man sich, ob man sich das traut. Man müsse das üben, sagte er - dieses Üben an sich selbst, dachte ich, wie scheußlich, und konnte mir nicht vorstellen, den richtigen Moment abzupassen, die richtige Länge der Berührung von Löffel und Haut, ich bin jemand, der kratzt.

Au Revoir Tristesse.

Sich ein Bild kaufen. Keinen Druck sondern ein Original. Und dabei einen Weißwein in der Hand halten. Und danach zu Radar Detector im Schaufenster tanzen. Es gab einen Tag, da dachte man, sowas passiert nur in Filmen und plötzlich ist man das selbst auf der Leinwand und alles 3D. Großartig fühlt es sich an, viel besser als Klamotten kaufen oder sowas, ich hatte dieses breite Grinsen auf meinem Gesicht nach dem Kaufentschluss gar nicht erwartet, aber jetzt klebt da dieser kleine Zettel neben dem Bild, der sagt, das ist jetzt meins. Schluss, aus, verkauft.

Carmina stellt derzeit aus. Dieses Mal unter dem Deckmantel Obhut, einem Künstlerkollektiv, das derzeit aus ihr, Herrn Specht, Nikoki und druckbewegung besteht. Bis 31. Juli kann man die Werke noch anschauen. In der Lychener Straße 23 im neonchocholate im Berliner Prenzlauer Berg. Es macht sehr glücklich dort zu sein, übrigens.