Die Sache ist ja die, dass es so viele Sachen sind.

Thema: Moi

These times when you forget about time.

I don’t need a watch, I do have my pace. The only meeting I have to remember is the one with the waves. And I bet the seagulls remind me of someone but this is not the case. This is not the case in so many ways. I am here and I don’t need time. Because there’s water beside me and the sea is mine.

Raus.

Two in two.

Manchmal muss man kurz raus, atmen, laufen, gucken, schreiben, schlafen. Und dann weitermachen. Manchmal kann man in der Stadt den Hebel nicht umlegen, der dorthin führt, wo man hin will. Manchmal muss man Pausen einlegen und ans Meer fahren.

Mister Soprano

(Mit Dank an Kasa für das tolle Eulengeschenk, an Lisa für diese mich immer wieder berührende Postkarte und an Katinka für Mr. Tony Elephant Soprano.)

Retrospektive: Juli 2010

Drei

Gemacht
Am See und auf Stralau gelegen.
Einen Plan geschmiedet.
Vor der Arbeit auf dem Badeschiff gebadet.
Gegrillt.
Zum ersten Mal im Leben Schuhe mit Absatz bestellt, der höher ist als 3 Zentimeter.
Mein erstes Kunstwerk gekauft.
Haare schneiden lassen.
Seltsame Fragen beantwortet.

Gesehen
Gisbert zu Knyphausen zweimal live.
Obhut.

Gehört
Hundreds.
This Mess Is Mine.

Gewundert
Über pietätlose Menschen.
Und sexistische Blogs.
Sowie mehrere Briefträger.

Gelacht
Bei der ersten Staffel 30 Rock.
Und Toy Story 3.

Gelesen
Christiane Rösinger - Das schöne Leben.
Birgit Vanderbeke - Das Muschelessen.

Die wichtigen Dinge in einem Tresor.

Your secret from Jean-Sebastien Monzani on Vimeo.

Und obwohl dieser Film von Herrn Monzani natürlich auf die Post-It-Ästhetik geht und mir manchmal ein bisschen sehr nach den klassischen Hipster-Tumblrs aussieht, freue ich mich an der Grundaussage. Dinge leise geschehen zu lassen. Den Mund zu halten. Einen Schritt zurück zu gehen. Nicht sofort lauter zu drehen. Geheimnisse zu haben.

Immer und immer wieder fragen mich Menschen, ob es nicht seltsam wäre, so ein Blog zu schreiben, Dinge zu erzählen, Geschichten, Photos und all das. Und immer und immer wieder muss ich lachen, weil es so einfach wäre. Es wäre so einfach alles zu erzählen, so wie es passiert ist, wie die Situationen waren, jeden zu zitieren, den man getroffen hat. Ich könnte ein Photo meines Lebens machen und hochladen, ich könnte, wenn ich wollte, aber ich will nicht, weil es so einfach wäre, weil es so seltsam wäre, weil es so einfach und deswegen so schwierig wäre. Und weil damit jede Grenze ihren Job verlieren würde, jede persönliche Distanz. “Ich bin hier ein bisschen” antworte ich jedes Mal. Und ja, ich bin hier ein bisschen, manchmal mehr und manchmal weniger, die Dinge, die hier zu lesen sind, haben natürlich mit mir zu tun. So wie mein Buch mit mir zu tun hat, ganz allein, weil ich es gedacht und geschrieben habe. Ich denke die Dinge, aber deswegen bin ich sie nicht. Das ist alles eine Frage von 1:1 und Verhältnissen.

“Du bist ja gar nicht so traurig, wie ich dachte” fragt man mich ab und an. Und wieder muss ich lachen, weil da wieder jemand dachte, dass er mich kennt. Wie einfach das wäre. Wie nah. Wie unmöglich. Selbst, wenn ich wollte, mir würde doch eine Abbildung nie gelingen. Ich versuche es nicht einmal. Das, was hier passiert, sind kleine bunte Kugeln, die nach einer langen Prozessphase irgendwo herauskommen. Jeder Text ist das Ergebnis einer Durchwühlung, einer Kette von Geräuschen und Umwälzungen, all das ist ein paar Mal durchgewalkt und geknetet worden. Ich habe Sachen dazu gemischt, hineingeworfen, ich mache kenntlich, wenn ich glaube, sehr nah an der Realität und dem wirklich Vergangenen zu sein, denn für das Morgen bliebe mir wenig Talent. Das ist so ein Kuchen aus Liebe und Herzblut, aber auch aus Rezept und Dosierung - so erzählt man, dachte ich immer. So erzähle ich, weiß ich heute. Das ist alles kein Photo, oder nur vielleicht, eine Sekunde. Verrat mir, was du damit machen kannst.

This day next year.

Ein kleines Experiment. Weil man sich manchmal fragt, was heute in einem Jahr sein wird. Oder heute vor einem Jahr war. Bald werde ich es wissen.

Retrospektive Juni 2010.

Brausestäbchengeschmacksrichtung

Gemacht
Sehr oft und viel Eis gegessen.
Eine Wohnung in Rekordgeschwindigkeit eingerichtet und auf Kartons rumgehoppst.
Einen Schreibtischstuhl allein aufgebaut.
Nach einer halben Ewigkeit endlich mal wieder Fahrrad gefahren.
Ohne Waschmaschine und Kühlschrank gelebt.
Kirschen und Melonen gemampft.
Mir einen Rucksack gekauft. Einen roten.
Viel geniest.
Erneut ein Paar Kopfhörer geschrottet. (Geschenke dürfen ins Büro geliefert werden.)

Gehört
Clogs - Last Song.
Darwin Deez - Radar detector.
Kele.
AC/DC am Telefon.

Gesehen
Den Fernsehturm im Nebel.
Serj Tankian live. (Hui.)
Fußball. (Hach.)

Gelesen
Sara.
Jenny Erpenbeck - Heimsuchung.

Gedacht
Manchmal wäre ich ein guter Kai Pflaume.
Ein Grund sich einen Pool zu bauen, wären die kleinen Entchen, die man da reinsetzen könnte.
Ich möchte Rasenmäher fahren.

Gelacht
Über den pürierten Rock’n Roll der kleinen Hipster mit Lederjacke, strahlend weißen Tennissöckchen und gebügelter Turnhose. Über ihren Fake-Akzent.
Jims Pancakes.
Als ich Schuhe geschenkt bekam.

Gewundert
Warum es in Berlin so schwierig zu sein scheint, seinen Müll, den man in Parks beim Grillen fabriziert, einfach wieder mitzunehmen. Warum niemand das als eine Sache sieht, die man einfach macht, weil es sich so gehört.
Dass mein Buch in manchen Schulen im Unterricht gelesen wird.

Guck mir in den Kühlschrank, Baby.

Heimatheft

Es verfolgt mich. Das Zuhausethema sitzt mir in den letzten Wochen so sehr im Nacken wie kein anderes, man könnte meinen, es habe sich festgebissen, -gekettet und -geklebt. Doch ich tue alles andere als es abzuschütteln, sondern lasse mich niederwalzen, trage es mit mir herum und wickle noch einen Schal drum, weil es zwischendurch, wenn es nicht irgendetwas von mir möchte und mir am Ohrläppchen zieht, eigentlich ganz gut ist gegen Verkühlungen aller Art.

Kühlrank

Nun hat es wieder einen Auswuchs in Heftform. Das neue stijroyal Magazin ist erschienen. Dieses Mal hat es (wie soeben beschrieben) etwas mit Zuhause und Heimat und Puscheligkeit zu tun, deswegen haben ganz viele Menschen ihre Kühlschränke aufgemacht und hinein photographiert. So auch ich. Und manche haben noch eine Geschichte dazu geschrieben. So auch ich. Erwerben kann man das Heftchen, das schon fast ein Büchlein ist, im Netz. Die echte Party dazu folgt in Kürze.

Hingehören.

Espresso On Ice
Not
Herzblätter
Limo

Wieder das Schnurren des Rades. Der Fernsehturm im Nebel. Die Unmöglichkeit des Berliner Verkehrs zum Feierabend und dass alle fahren, als säßen sie zum ersten Mal in einem Autoscooter. Der Espresso on Ice um die Ecke. Vermissen. Neue Schuhe. Die Beats des Keyboards des Nachbarn wieder erkennen. Tun tun tun. Neue Weichen stellen. Langsam zurückfinden. Himbeeren und Kirschen. Die Stille im Hof. Wieder vor Ort sein. New York Cheesecake. Blumen gießen. Spreeglitzer. Kopfhörer schrotten. Die Erleichterung, wenn das Heuschnupfenmedikament zu wirken beginnt. Sich manchmal nur an zwei Fingern festhalten. Ausschau halten. Das Richtige getan haben.

Retrospektive: Mai 2010

Gemacht
Mutantengänseblümchen gekauft.
“How to look like your shirt print” und mich daraufhin mit BILD gestritten.
Boot gefahren.
Wieder einmal eine etwas größere Entscheidung getroffen. I get used to it.
Daraufhin zurück nach Berlin gezogen.
Gelesen und über Heimat gesprochen.
Zu wenig geschlafen.

Gehört
The National: High Violet
Gisbert zu Knyphausen: Hurra hurra! So nicht.
Foals: Total Life forever

Gesehen
The National live.
Einen der schönsten Halbmonde in meiner Zeitrechnung.

Gelesen
Thomas Pletzinger: Bestattung eines Hundes
Katrin Seddig: Runterkommen

Festgestellt
Dass Hartnäckigkeit eine Eigenschaft ist, die ich mir so schnell nicht abtrainieren sollte.
The glow won’t change. Just its position.

Hamburg, be good for those who stay.

Ja, es ist so. Ich werde zurück nach Berlin gehen und das schon sehr bald. Gute Dinge purzeln einem manchmal vor die Füße und setzen sich dort zurecht und gehen dann nicht mehr weg und dann kann man sich entscheiden, ob man sie dort sitzenlässt und weiterläuft, oder ob man sie mitnimmt. Ich habe mich dafür entschieden, mitzunehmen. Ein paar Hände hab ich noch frei. Und ich werde sie benutzen, um zu schauen, wie es sich anfühlt, was da quasi schon auf meinen Füßen sitzt und so unverschämt grinst.

(No regrets. Not a single one.)