
Derzeit läuft ein Film im Kino, der mich nicht nur wegen des T-Shirts und des Haustieres des Protagonisten angezogen hat. Allein die Aussicht auf anderthalb Stunden, in denen Essen und Regenbogenfarben durch die Luft fliegen und sich Wolken einfach in Glitzerstaub auflösen, hat mich ganz kribbelig gemacht. An diesem Valentinstag bin ich nun inmitten von kleinen Menschen, die alle halb so groß waren wie ich, in den Genuss gekommen und als dann plötzlich dieser riesige Wackelpudding auf dem Feld stand und eine Arschbombe inmitten von gelbsüßem Glibberpamps endete, war’s vollends vorbei mit meiner Beherrschung. Ich präsentiere Ihnen den Inhalt meiner süßesten Träume, meine ganz persönliche Definition von Romantik:

Und baut euch mal selbst noch mehr Valentinstage in euer Restjahr ein. Lohnt sich.

Zur neuen Ausgabe von OPAK gibt es Veranstaltungen in Hamburg und Berlin. Wäre ich nicht in Wien, wäre ich dort.
Berlin 22.01. West Germany, Skalitzer Strasse 133
Hamburg 23.01. Karo Ecke /Marktstr. 92


“You know that place between sleep and awake? That place where you still remember dreaming? … That’s where I’ll always love you, Peter Pan. That’s where I’ll be waiting.”
(Tinkerbell, in “Hook”, 1991)
(Video (c) “You and Me and Everyone we know” by Miranda July)
Sich selbst ein Ort sein. Das lernt man nicht von gestern auf heute. Und auf morgen vielleicht auch noch nicht. Die Sache mit dem Aushalten und dem inneren Juchzen, das nicht gehört werden muss und dennoch genügt. Das große Fressen, das Menschen hin und wieder miteinander veranstalten, und hier und da einen Finger mitgehen lassen, eine Hand, einen Arm, und mit dem Arm vielleicht ein Stück Herz. Solche Geschichten enden immer mit Resten, es ist selten so, dass du dir den vollgefressenen Bauch streichelst, während du den Abwasch machst, und alles sofort in Ordnung bringst. Das Stehenlassen der Dinge über Nacht, das muss man lernen. Und dass man nachts aufwacht und jeder Zentimeter um einen herum kühler ist als man selbst. In mehreren Orten gleichzeitig zu sein, an einem gewissen Platz nicht mehr stattzufinden, dich manchmal unsichtbar zu machen, das begreifst du nicht am ersten Tag. Am zweiten auch nicht. Aber vielleicht am sechzehnten. Vielleicht hast du ein paar Jahre lang nicht richtig in den Spiegel geschaut und es fällt dir erst auf, wenn er einen Sprung hat genau dort, wo deine Narbe sonst ist.

Man kann nicht einfach umziehen. Man muss aussortieren, polieren, ummelden, Tschüß sagen, nochmal rumlaufen, verschenken, entwurzeln, erinnern, kündigen, winken, einatmen und nicht wieder aus, ignorieren, dalassen, den Countdown vergessen, sich freuen und traurig sein, man muss das Hallen im leeren Zimmer ignorieren, Adressen aufschreiben, Dinge in den Hof stellen, umarmen und auswählen, wen man noch sehen will in den letzten Sekunden und Stunden, bevor der Ausblick jeden Morgen ein anderer ist. Man muss die Stadt bedacht in fremde Hände geben.
“Aus dem Müll deiner Nachbarn, die so laut sind nebenan, strickst du dir eine Geschichte und erzählst sie irgendwann. Doch wer erzählt deine? Wer erzählt deine?” ()
Mein neues Faible: Filmchen mit Liebe am Arbeitsplatz drin. Vielleicht drehen wir im Büro ja auch bald einen. So mit “Liebe deinen Nächsten” und Sitznachbar und so. Ich bin ja eh für mehr Liebe für alle. Und wenn alle soviel arbeiten, dann eben dort. Aber: Sonne macht auch glücklich. Ein bisschen zumindest.
Mehr tolle Filmkleinode gibt’s bei Future Shorts.
Post-It Love
Music: Masaki Kurihara, Kuricorder Orchestra
Editing: Sam Rice Edwards
Cast: Charity Wakefield, Lee Ingleby
DoP: Carl Neilsson
Producers: Elizabeth Gower, Lucy Gossage

Herr Stylespion hat zur allgemeinen Empfehlung aufgerufen. Mach ich doch gern und deswegen hier zehn Highlights meiner Blog-Lektüre:
Montt Blog: Claudius Prösser ist vor einiger Zeit mit seiner Familie nach Chile gezogen und beschreibt seinen Alltag. Mit tollen Bildern und dem nötigen Ernst.
Frau Liebe: Jessica näht und arbeitet in einem Kindergarten und hat ein unglaubliches Talent, Details zu entdecken. Die, auf die es manchmal eben ankommt.
ruhepuls: Maike wirft Schnipsel in den Raum, die einem manchmal zum lauten Lachen, manchmal aber auch beinahe zum Weinen bringen.
Six Percent Recall: Lars und Nadja und ihre Anekdoten. Köstlich.
Gut wie Gold: Leipziger Musikgeschwader. Gerade sind zwei davon in Amerika unterwegs und berichten von ihrer Tour durch die Musikszene der Staaten.
Happy Schnitzel: Sue hat mein Münchenbild drastisch verändert. Und Sneakergirls halten zusammen.
Flannel Apparel: Schöne Schläue. Oder einfach auch nur: Yes, Lady.
Ich seh das so: Caro und ihre Kamera betrachten die Welt. Ganz unaufgeregt und momentan noch aus New York.
ktinka: Mein Lieblingsschwedenaddcitedgirl. Mit gutem Gespür für Bild und Musik.
Stephane Leonard erzählt momentan von seiner Reise durch Osteuropa. Und immer von Kunst.



Das Ortsschild passieren, etwas wiedererkennen, den Müll im Fußraum schon einmal zusammenschieben, sich im Rückspiegel kurz anschauen und nicht mehr an der Tanke halten. Die Fortschritte der Baustelle erkennen, manchmal einen Nachbar auf der Straße, der gerade vom Einkaufen kommt. Und dann dreht man den Schlüssel im Schloss um und es riecht seltsam und noch fremd, erst ins Bad, dann durch die Zimmer mit dem Blick in den Hof und einmal kurz lüften und auf den Balkon treten und dann schnell wieder reingehen und noch keine Musik anmachen sondern sich einfach kurz auf’s Bett legen und die Decke anschauen, um sich dann aufzusetzen und die Taschen noch nicht auszuräumen, um dann einen Kaffee zu machen und die kalten Füße zu bemerken und den Wäschehaufen und das Rattern der Listenpunkte und was man davon zuerst und was erst später machen sollte und könnte und müsste - und denken, dass eigentlich immer eine Stunde Pause sein sollte zwischen dem Moment, in dem man die Tür aufschließt und dem Moment, wo man wieder zuhause ist, eine Stunde Beatmungszeit, in der man sich wieder aklimatisieren, einspielen und langsam in den gewohnten Modus fahren kann, eine Stunde Stillstand, in dem die Wolken anhalten und man den Kopf auf die Tischplatte legt, um zu horchen, ob alles ist wie vorher. Um Veränderungen bemerken zu dürfen und sich an den veränderten Takt zu gewöhnen, die Füße flach auf den Boden zu stellen und wieder hier zu sein, weiterzumachen. Und sich nicht darüber zu ärgern, dass man das Tempo so schnell verlernt, denn das ist ja der Sinn des Meerblicks, das muss ja so sein. Das ist ja der Grund.
Martina hat nicht nur einen Kalender gemacht, sondern ihren schon etwas älteren Animationsfilm “Lotta und der Zauber in der Nacht” noch einmal überarbeitet. Dieser liegt als DVD auch dem gleichnamigen Buch bei, das im November bei luxbooks erschienen ist. Die Musik zum Film kommt von Nils Frahm.