Die Sache ist ja die, dass es so viele Sachen sind.

Thema: Filme

Die wichtigen Dinge in einem Tresor.

Your secret from Jean-Sebastien Monzani on Vimeo.

Und obwohl dieser Film von Herrn Monzani natürlich auf die Post-It-Ästhetik geht und mir manchmal ein bisschen sehr nach den klassischen Hipster-Tumblrs aussieht, freue ich mich an der Grundaussage. Dinge leise geschehen zu lassen. Den Mund zu halten. Einen Schritt zurück zu gehen. Nicht sofort lauter zu drehen. Geheimnisse zu haben.

Immer und immer wieder fragen mich Menschen, ob es nicht seltsam wäre, so ein Blog zu schreiben, Dinge zu erzählen, Geschichten, Photos und all das. Und immer und immer wieder muss ich lachen, weil es so einfach wäre. Es wäre so einfach alles zu erzählen, so wie es passiert ist, wie die Situationen waren, jeden zu zitieren, den man getroffen hat. Ich könnte ein Photo meines Lebens machen und hochladen, ich könnte, wenn ich wollte, aber ich will nicht, weil es so einfach wäre, weil es so seltsam wäre, weil es so einfach und deswegen so schwierig wäre. Und weil damit jede Grenze ihren Job verlieren würde, jede persönliche Distanz. “Ich bin hier ein bisschen” antworte ich jedes Mal. Und ja, ich bin hier ein bisschen, manchmal mehr und manchmal weniger, die Dinge, die hier zu lesen sind, haben natürlich mit mir zu tun. So wie mein Buch mit mir zu tun hat, ganz allein, weil ich es gedacht und geschrieben habe. Ich denke die Dinge, aber deswegen bin ich sie nicht. Das ist alles eine Frage von 1:1 und Verhältnissen.

“Du bist ja gar nicht so traurig, wie ich dachte” fragt man mich ab und an. Und wieder muss ich lachen, weil da wieder jemand dachte, dass er mich kennt. Wie einfach das wäre. Wie nah. Wie unmöglich. Selbst, wenn ich wollte, mir würde doch eine Abbildung nie gelingen. Ich versuche es nicht einmal. Das, was hier passiert, sind kleine bunte Kugeln, die nach einer langen Prozessphase irgendwo herauskommen. Jeder Text ist das Ergebnis einer Durchwühlung, einer Kette von Geräuschen und Umwälzungen, all das ist ein paar Mal durchgewalkt und geknetet worden. Ich habe Sachen dazu gemischt, hineingeworfen, ich mache kenntlich, wenn ich glaube, sehr nah an der Realität und dem wirklich Vergangenen zu sein, denn für das Morgen bliebe mir wenig Talent. Das ist so ein Kuchen aus Liebe und Herzblut, aber auch aus Rezept und Dosierung - so erzählt man, dachte ich immer. So erzähle ich, weiß ich heute. Das ist alles kein Photo, oder nur vielleicht, eine Sekunde. Verrat mir, was du damit machen kannst.

Danke, Frank Giering.

I like those nerds.

Es ist der wärmste Tag der Woche.

Ich fahre morgen abend nach Bielefeld. Deswegen. Ich war noch nie in Bielefeld. Mir wurde gesagt, es gäbe dort einen Riesenpudding. Und einen Springbrunnen. Für weitere Sehenswürdigsüßigkeiten und Geheimtipps bin ich wieder einmal sehr dankbar.

Und LovelyBooks veranstaltet eine Testleserunde zum Buch. Anmelden bzw. bewerben könnt ihr euch noch bis Sonntag dort.

(Und die Postkarte hab ich mir von Herm ausgeliehen. Und und und ja, es ist komisch und ungewohnt, dass sich hier grad soviel ums Buch dreht, aber abends nach der Arbeit fall ich immer müde um und schaffe es immer gerade noch so einen Blick auf den Sonnenuntergang zu werfen und dann hat sich schon eine dicke Bettdecke über mich rübergelegt und gegen Bettdecken kann ich in den seltensten Fällen etwas tun. Gut, wenn es dann die Möglichkeit gibt, schon in der Mittagspause anzugrillen.)

Are you the favorite person of anybody?

Everything’s made of jello!

Derzeit läuft ein Film im Kino, der mich nicht nur wegen des T-Shirts und des Haustieres des Protagonisten angezogen hat. Allein die Aussicht auf anderthalb Stunden, in denen Essen und Regenbogenfarben durch die Luft fliegen und sich Wolken einfach in Glitzerstaub auflösen, hat mich ganz kribbelig gemacht. An diesem Valentinstag bin ich nun inmitten von kleinen Menschen, die alle halb so groß waren wie ich, in den Genuss gekommen und als dann plötzlich dieser riesige Wackelpudding auf dem Feld stand und eine Arschbombe inmitten von gelbsüßem Glibberpamps endete, war’s vollends vorbei mit meiner Beherrschung. Ich präsentiere Ihnen den Inhalt meiner süßesten Träume, meine ganz persönliche Definition von Romantik:

Und baut euch mal selbst noch mehr Valentinstage in euer Restjahr ein. Lohnt sich.

(Bilder via 3dguy und joblo)

Du und deine vielen Fenster.

Zur neuen Ausgabe von OPAK gibt es Veranstaltungen in Hamburg und Berlin. Wäre ich nicht in Wien, wäre ich dort.

Berlin 22.01. West Germany, Skalitzer Strasse 133
Hamburg 23.01. Karo Ecke /Marktstr. 92

Say it and mean it.

“You know that place between sleep and awake? That place where you still remember dreaming? … That’s where I’ll always love you, Peter Pan. That’s where I’ll be waiting.”

(Tinkerbell, in “Hook”, 1991)

Geodäsie am lebenden Objekt.

(Video (c) “You and Me and Everyone we know” by Miranda July)

Sich selbst ein Ort sein. Das lernt man nicht von gestern auf heute. Und auf morgen vielleicht auch noch nicht. Die Sache mit dem Aushalten und dem inneren Juchzen, das nicht gehört werden muss und dennoch genügt. Das große Fressen, das Menschen hin und wieder miteinander veranstalten, und hier und da einen Finger mitgehen lassen, eine Hand, einen Arm, und mit dem Arm vielleicht ein Stück Herz. Solche Geschichten enden immer mit Resten, es ist selten so, dass du dir den vollgefressenen Bauch streichelst, während du den Abwasch machst, und alles sofort in Ordnung bringst. Das Stehenlassen der Dinge über Nacht, das muss man lernen. Und dass man nachts aufwacht und jeder Zentimeter um einen herum kühler ist als man selbst. In mehreren Orten gleichzeitig zu sein, an einem gewissen Platz nicht mehr stattzufinden, dich manchmal unsichtbar zu machen, das begreifst du nicht am ersten Tag. Am zweiten auch nicht. Aber vielleicht am sechzehnten. Vielleicht hast du ein paar Jahre lang nicht richtig in den Spiegel geschaut und es fällt dir erst auf, wenn er einen Sprung hat genau dort, wo deine Narbe sonst ist.

“Du fühlst dich an wie Abschied.”

Man kann nicht einfach umziehen. Man muss aussortieren, polieren, ummelden, Tschüß sagen, nochmal rumlaufen, verschenken, entwurzeln, erinnern, kündigen, winken, einatmen und nicht wieder aus, ignorieren, dalassen, den Countdown vergessen, sich freuen und traurig sein, man muss das Hallen im leeren Zimmer ignorieren, Adressen aufschreiben, Dinge in den Hof stellen, umarmen und auswählen, wen man noch sehen will in den letzten Sekunden und Stunden, bevor der Ausblick jeden Morgen ein anderer ist. Man muss die Stadt bedacht in fremde Hände geben.

Aus dem Müll deiner Nachbarn, die so laut sind nebenan, strickst du dir eine Geschichte und erzählst sie irgendwann. Doch wer erzählt deine? Wer erzählt deine?” (ClickClickDecker)