Flugmodus

Das war ganz seltsam, wir hatten am Fluss gesessen, wir hatten Kaffee getrunken zwischen Menschen mit melierten Haaren und kleinen, überdrehten Kindern, die in kurzen Hosen über die Liegestühle turnten, am Himmel irgendwo weiter hinten wurde das Weiß zu Grau und die Luft, die Luft war so feucht und irgendwie trotzdem schon August und wussten gar nicht, wohin mit all dem, was eigentlich diesen Sommer hätte geschehen sollen. Das war ganz seltsam, wir hatten auf die Boote geschaut und geredet, über das Erwachsenwerden und eine Entscheidung, die man trifft, wenn jemand kommt, den man behalten will, und dass wir sie noch nie getroffen haben, wir sprachen über den Verzicht und die Palette mit Dingen, was sich alles zusammen rühren und was man lieber außen vor lässt. Wie wir uns ständig zu einer Auswahl zwingen und dass wir damit aufhören sollten, immer einen Anfang und ein Ende zu erwarten, dass die ganze Klarheit, wenn man sie als solche begreift, nämlich viel einfacher ist, wenn man nicht alles durch und durch verstehen muss. Die Lücke anzunehmen, die Ungereimtheit und trotzdem nicht ins Stock zu geraten, so ist das jetzt. Und wir hatten früher, als wir uns vorstellten, wie das wohl wäre mit Mitte Ende zwanzig überhaupt keine Ahnung, nicht einmal auch nur eine Idee von dem, was letztendlich daraus geworden ist, aus uns.
Und dann ging ich auf das kleine Schiff und stand oben, ein Montag, deswegen nicht so viele Menschen, so viel Platz, dass man niemandem die Sicht versperrt, niemanden stört, dass man nicht einmal wirklich auffällt, wenn man nicht gerade steht, obwohl noch Plätze frei sind, und ich stand da und irgendwo zwischen hier und dort hatte ich einfach keine Angst mehr. Und es ist ein bisschen so, als könne ich von nun an immer dort hingehen, wenn es schwankt, als wäre das die Stelle, an der immer alles gut wird.











