Die Sache ist ja die, dass es so viele Sachen sind.

Thema: Ton

Mit Neonlichtaugen.

Gisbert zu Knyphausen

Als hätte er einen Knoten in den Faden zwischen Hamburg und mir und diesen Liedern gemacht und obwohl ich weiß, wie einfach diese Assoziation ist, denn natürlich ist Hamburg seine Stadt und sein Zuhause, knallt es mich jedes Mal, wenn ich das höre, in den letzten Winter zurück und an die silber funkelnden Kräne zu dem Klirren der Schollen. Ich vergesse nicht, wie das riecht und wie kalt mir war und wie man sich fühlt, wenn man den Atem über dem Fluss sieht und weiß, zuhause wartet niemand aber eine Aufgabe und der unbedingte Wille, das zu schaffen. Als hätte er einen Doppelknoten gemacht in die Schnur, den er heute gelöst hat und neu gebunden. Als er da stand mit schwitzenden Knien und wir alle ganz triefend und ich dazu glücklich, das ist immer dann, wenn der müde Punkt überschritten und der ganze Rest egal ist, woher und wo und wohin der Schweiß läuft und die tanzenden Füße und die Bilder an den Liderinnenwänden, weil man nicht die ganze Zeit in die Scheinwerfer starren kann. Ich mag ja den Gedanken, der Musiker da oben, derjenige, der sich den ganzen Abend die Seele aus dem Leib entertaint, genau der hätte mal kurz einen Moment Ruhe, wenn du die Augen schließt, was natürlich nie passiert, weil es das nicht gibt, dass alle auf einmal die Augen schließen für ein paar Sekunden, denn einer schummelt immer.

Heimathafen Neukölln

Jedenfalls hat er jetzt eine Schleife gebunden in das Band, ordentlich gezurrt hat er daran, der Herr Knyphausen, weil er phantastisch gebrüllt hat und die Band noch mit dazu, weil ich erst glaubte, sie sähen so aus, als wären sie nicht ganz warm miteinander, aber das waren sie, so sehr, dass es den Gänsehautmoment zweimal gab. Ich kann doch immer nicht anders, wenn auf der Bühne jemand ausrastet, obwohl das nicht geplant ist, wenn es sich ergibt, dass eine Improvisation ein Gefühl wird, mehr noch, ein Gespür. Für den richtigen Moment. Und dass man merkt, dass man nicht nur an- sondern zurückkommt, wenn da Gesichter sind, die schon seit Jahren da sind und lächeln jedes Mal.

Alles geschafft. Alles richtig.

Ich bin hier, weil du auch hier bist.

tape.tv rooftop

Die Schwalben flogen tief, kaum noch Blau vom Himmel zu sehen, wirre Grauschwaden und viel Weiß. Drei, vier Pools, größer und kleiner, ein Bett im Garten, der Blick auf nackte Beine und noch nacktere Fassaden. Ein Schornstein direkt neben uns. Manchmal wirkte er ein bisschen unsicher, das Publikum dieses Mal hinter und nicht vor sich, dann eine Kamera und ein Puschelmikrofon schräg oben drüber. Wir sitzen und lauschen und der Dachteer ist noch ganz warm von den letzten Tagen. Wir wissen alle, dass das Gewitter kommt. Und als wir unten stehen vor dem rosa Haus und unsere Räder abschließen, fallen die ersten Tropfen.

tape.tv rooftop

“Ich würd gern geben, was ich zu geben vermag, ich will lachen an den richtigen Stellen.”

tape.tv rooftop

“Ja, wir werden da sein, weil wir immer schon da waren.”

gisbert zu knyphausen bei tape.tv

Mit bestem Dank an tape.tv, wo es auch bald das gesamte kleine Dach-Konzert zu sehen gibt.

beach house

Dance dance dance - again.

Lykke Li & Bon Iver doing ‘Dance Dance Dance’ in L.A from Lykke Li on Vimeo.

Weil es das Lied meiner Sommer ist. Hier noch eine neue Version von der großartigen Lykke Li mit den ebenfalls sehr großartigen Bon Iver. Ich bin sehr verliebt in die alle.

We can share some safety. Some fear.

Purple skies above our heads. Illuminated aeroplanes. We run, they follow.” (Hundreds)

Made my day: Radar detector.

Finding home.

Eigentlich wollte ich schreiben, was ich vermissen werde, einige Photos hinzufügen, eine Art Roundup machen. Aber das geht nicht, das geht selten, vielleicht geht es in einiger Zeit, wenn man wieder angekommen ist. In so einem Zwischenraum flirrt es ja immer, als hätte man einen Ameisentermitenhummelkäfig im Kopf. Deswegen lasse ich William Fitzsimmons sagen, was ich nicht sagen kann. Weil ich ihn viel gehört habe, als ich das Buch schrieb, als ich umgezogen bin, auf dessen Konzert ich kurz vor meinem Umzug nach Hamburg war und dann in Hamburg gleich noch einmal. Ich lasse ihn erzählen, wie wichtig es ist, auf seinen Bauch zu hören und unterwegs zu sein, wiederzukommen, das Zuhause zu finden. This is it.

I need to find my breath.

I need to find my breath because she took it away and i don’t know where she took it but it’s gone. And when i find it, i might give it back to her cause she deserves every breath she can take, i think. Wow.

Little Faith. Big Love.

Aus Aktualitäts- und Aufregungsgründen muss ich hier noch einmal auf die wohl mit großartigste Band auf diesem Planeten hinweisen, die ich am kommenden Sonntag endlich einmal wieder live sehen werde. Bin sehr gespannt, ob das Berliner Astra mit dem Dachauer Abendhimmel wird mithalten können. Stellen Sie sich mich derweil und bis dahin als wandelnden, euphorisierten Countdown vor. Bedanken Sie sich also nun bei Pitchfork.tv für diese schönen Aufnahmen.

(Auf meiner Bucket List steht übrigens immer noch ein Duett mit Herrn Berninger. Und das geht da auch nicht weg.)

It’s terrible love.

Damals in Dachau mit dem Kirchturm im Rücken und der untergehenden Sonne. Wie man da unten stand und wie er da oben stand und beinahe umfiel und wie man dann die Augen schloss und dachte: “Er darf nicht aufhören zu singen, er darf nie aufhören.

Salomon

Eines der besten Lieder. Eine der besten Platten des letzten Jahres. Und gute Menschen drin. Mit Why? gehen sie jetzt auf Tour.