Damals in Dachau mit dem Kirchturm im Rücken und der untergehenden Sonne. Wie man da unten stand und wie er da oben stand und beinahe umfiel und wie man dann die Augen schloss und dachte: “Er darf nicht aufhören zu singen, er darf nie aufhören.“
Bitte gehen Sie hierher, schauen Sie sich das Video im unteren Teil der Seite an und blenden Sie den Rest der Welt aus. Vielleicht lassen Sie noch ein bisschen Sturm neben sich sitzen aber sonst nichts, sonst nichts. Machen Sie dann Ihr Herz auf und warten Sie ab.
Eigentlich braucht jeder so einen Kaossilator, denn damit wird es ein bisschen so wie in “Absolute Giganten”, man hat seinen Soundtrack immer dabei, und mit ein bisschen Fingerspiel passt sich alles an und du bist dein ganz eigenes pling plong. Es springt dann auch, wann immer du willst.
Und im Sommer werde ich mit längeren Haaren und kürzeren Hosen irgendwo sitzen und es wird gut riechen und das wird alles so richtig sein, wie es richtiger nicht sein kann. Und vielleicht bist du dann immer noch da.
Die Sache mit dem starken Herzen ist eine, für die man Daumen drücken muss. Die Sache mit dem Großvater ist eine, für die man Daumen drücken muss. Please, do.
Weißt du noch, es war so leise, als ich kam. Ich habe mich selbst fast vergessen, so leise war es, nicht verloren. Alle Autos haben ihre äußeren Lichter ausgeschaltet, nur die Autoradios blieben an, knisternd ohne Ton. Aber so, dass sie die Karosserien von innen beleuchteten, sodass man nicht genau wusste, ist das ein Glühwurm oder die Reflektion des Mondes, des Weckers, man wusste es nicht. Weißt du noch, es war so kalt, als ich kam. Ich hab dich beinahe nicht gespürt, so wenig warm war, nicht weniger beachtet. Die Bäume hatten angefangen sich abzufinden, das Heben gegen die Gehwegplatten aufzugeben, die Rillen verschwanden ins Nimmerland und zurück blieb flaches Eis und Stein, fest genug die Spatzen und Möwen und Tauben zu tragen. Von weitem ein Eissee, etwas zerklüftet zwischen den Bordsteinkanten, fjordartig gespalten von Stadtreinigungseimern und Laternenpfählen, wie tief die noch reichten, man wusste es nicht.
Wie gut wir es nun haben hinter all dem Glas, wer hätte das gedacht. “You know I dreamed about you for 29 years before I saw you.”
Ich habe wenig neue und viel alte Musik gehört dieses Jahr. So wenig Neues wie selten, glaube ich. Last-FM hat gesagt, dass ich unten stehende Interpreten am meisten gehört habe in den letzten 12 Monaten. Am Rechner und bei der Arbeit wohlgemerkt. Das mobile Musikabspielgerät ist da nicht mit drin.
1. William Fitzsimmons
2. Anois
3. Lightning Love
4. The XX
5. Iron & Wine
6. Anathallo
7. Kings Of Convenience
8. múm
9. The Album Leaf
10. I might be wrong
11. This mess is mine
12. Bodi Bill
13. The Go Find
14. The National
15. Great Lake Swimmers
16. Camille
17. Lali Puna
18. Gregory and the Hawk
19. Electric President
20. Beirut
In Einzelstücken und ganz subjektiv aus der Erinnerung heraus sah mein Jahr so aus…
In future present - Bobby & Blumm
Use Somebody - Kings Of Leon
Where in the world are you now? – Great Lake Swimmers
Geraldine – Glasvegas
Be still my heart – The Postal Service
Keep breathing – Ingrid Michaelson
Into the wild - Ghost of Tom Joad
Unfinished Business – White Lies
Balloons - Foals
Arpeggio – Friska Viljor
When you were a postcard - Giardini di Mirò
I’m Yours (Cover) – Brad Doggett
Single Ladies - Beyoncé (aber nur mit Tanzbegleitung meiner Bürojungs)
Alles renkt sich wieder ein – Gustav
Fuck You – Lilly Allen
VCR – The XX
Wild Horses (Unplugged) – Alicia Keys
Manchmal gibt es so kleine sakrale Momente. Wenn es vor dir leuchtet und innen drin alles aufgeht. Wenn die Trommel dein Herz ist und dein Herz die Trommel. Mit jedem Beat rückt sich ein Stück Welt zurecht, mit jedem Ton eine Luftblase weniger in der Blutbahn, das Rauschen im Kopf als positives Gewitter und weniger als Sendestörung. Programmpause als Einatmen und nicht als nervöses Zittern.
Efterklang gestern im Hamburger Knust völlig anders als damals im Lido. Aber dennoch großartig. Die Berliner brachten sie damals zum Stampfen, die Hamburger wenigstens zum leichten Wippen. (Man kommt sich ja doch teilweise etwas komisch vor, wenn man bewegt wird von Musik, also auf physische Art und Weise, während der Rest da einfach nur so steht und guckt und horcht und steht halt, wie man eben so steht. Ganz still.) Und dazu noch das ungewohnt entspannte Gefühl nicht jedes Gesicht im Club schon tausendmal gesehen zu haben, dieses weiße Blatt Papier an Erfahrungsschatz mit dieser bestimmten Location. Wunderbar neu und völlig knitterfrei. (You don’t know me. I don’t know you. Nice. Let’s dance.)