Die Sache ist ja die, dass es so viele Sachen sind.

Thema: Blicke

These times when you forget about time.

I don’t need a watch, I do have my pace. The only meeting I have to remember is the one with the waves. And I bet the seagulls remind me of someone but this is not the case. This is not the case in so many ways. I am here and I don’t need time. Because there’s water beside me and the sea is mine.

Wondering what’s buried underneath.









Nanomodus.

Gleise

Manchmal ist das seltsam, wie Dinge sich verflüssigen, wenn man sie halten will. Wie es Irrungen nieselt. Wie das Wort früher, das ich in meinen Händen gefangen hielt, ich hab es nicht her gegeben, lieber habe ich tagelang geschwiegen, als es aus Versehen heraus zu lassen, manchmal habe ich mir in den Finger gebissen vor Beherrschung, aber ich habe es nicht verloren. Ich habe es aufgegessen, eingeatmet, verrammelt und verriegelt, beobachtet und nicht aus den Augen gelassen. Ja, ich habe es genommen und mich drauf gesetzt, das war meine Taktik, das war der Plan. Es ist einfach verschwunden, ich bin aufgestanden, ganz vorsichtig, weil man manchmal ganz vorsichtig aufstehen kann und niemanden weckt, wenn man dabei behutsam ist, ich bin also aufgestanden und habe sofort nachgefasst, doch da war es schon fort. Manchmal ist es seltsam, wie wenig noch da ist, wenn man nur einmal blinzelt, die Hand wegnimmt, das Ohr, das Gespür oder den Kopf. Wie schnell das gehen kann, wie sehr das sein kann, dass man sich verliert dann.

Hidden Track.

You'll never find us here.

Manchmal braucht es nicht viel. Es hört nicht auf. Das kann eine Nackenfalte sein oder wie ein T-Shirt liegt, wie jemand geht, wie jemand lacht, wie jemand riecht. Wie jemand. Du bist nicht mehr, aber manchmal wie jemand. Jemand wie du. Du hast keinen Schatten und stehst auch nicht hinter der Ecke, ich weiß das, ich habe es so oft aufgesagt, ich könnte es dir im Schlaf rückwärts buchstabieren, jede einzelne Faser meines Wäschekorbs ist vollgestopft mit echter, realer Rationalität und die da sitzt und mir zuschaut, wenn ich schlafen gehe, die nicht Gute Nacht sagt sondern: Es ist, wie es ist.

Ich weiß, wie es ist und niemand kann dich je wieder anrufen und das da vorne ist nicht dein Schatten. Und wir beide sind mittlerweile an dem Punkt, also ich und die Erinnerung an dich, wo es mich nicht mehr verrückt macht, wenn jemand aus Versehen seinen Löffel hält wie du, die gleichen Schuhe hat oder ein ähnliches Wort. Ich verschlucke mich nicht mehr, aber es kann passieren, dass ich stehen bleibe und schauen muss, auch wenn es nicht viel braucht, ich muss stehen bleiben mittlerweile, früher habe ich hingesehen und dann wieder weggesehen und hingesehen und dann nie wieder hin, jetzt bleibe ich stehen und schaue und warte, weil jetzt angekommen ist, dass das alles ist. Alles, was übrig ist neben mir und der Erinnerung an dich. Mehr gibt es nicht. Dass jemand ist wie du, das ist der letzte Moment, das ist nichts Schlimmes. Aber ich muss stehen bleiben und gucken und manchmal muss ich lächeln. Wie das alles war, das geht nicht weg.

Es ist keine Farbe, es ist ein Geräusch.

Two Cups of Tea. One for you. One for me.

Mückenstiche soll man kurz erhitzen, hat er erzählt, als wir auf der Bank in der Küche saßen. Dieses Zeug, was die Tiere hinein spritzen, bestünde aus einer Eiweißstruktur. Man müsse sich das dann vorstellen wie ein Spiegelei, das härter wird in der Pfanne. Es würde dann nicht mehr jucken. Und in Gedanken suchte ich schon die Wärmflasche, als er meinte, das würde nicht genügen, man müsse schon kurz mit einem Feuerzeug oder einem heißen Löffel an die Stelle, und dann fragt man sich, ob man sich das traut. Man müsse das üben, sagte er - dieses Üben an sich selbst, dachte ich, wie scheußlich, und konnte mir nicht vorstellen, den richtigen Moment abzupassen, die richtige Länge der Berührung von Löffel und Haut, ich bin jemand, der kratzt.

Lieblingsalles.

Wenn ich mich mal an den ganzen Schwitzekram gewöhnt habe, kann mir gar nichts Schöneres mehr passieren als so ein Sommer mit all seinem Drum und Dran. Die Sache mit dem Fahrtwind auf dem Fahrrad, mit den kurzen Röcken, mit dem nachts aufwachen und nicht schlafen können und deswegen am Fenster sitzen und lesen, die Sache mit den Seen und den Kaltgetränken, dem Eis und wenn man sich nach vielen Sonnentagen entschließt, trotz guten Wetters einfach drinnen zu bleiben und kein schlechtes Gewissen hat, weil man weiß, morgen wird die Sonne trotzdem wieder scheinen. Die Sache mit den Melonen und Kirschen und Erdbeeren und Schlagsahne und den Küssen und staubigen Schienbeinen. Wenn Sommer gut riecht und nicht wie stinkiger Stadtsommer und dass man es noch bemerkt, wenn es so ist. Wie man den Sonnenaufgang mitbekommt und das Licht so flutet, dass es einem hin und wieder zu den Ohren rauskommt als Glück in Schmetterlingsform. Wie sich die Klischees erfüllen und damit noch schöner und breiter werden und man einen Bauchklatscher direkt hinein macht, weil es egal ist, weil einen sowieso jeder einmal kann, der in diesen Zeiten nur die Stirn runzelt und sich beschwert, weil man das eben immer macht. Das Beschweren aufgeben. Die Sache mit den kalten Waschlappen und der Erlösung. Wie sowieso alles weicher wird und geschmeidiger, wenn auch manchmal zu geschmeidig, einem kann doch eigentlich nichts besseres passieren, wenn man sich erst einmal dran gewöhnt hat.

Es ist jetzt soweit. Ich habe mich gewöhnt. Ich möchte, dass es nicht mehr aufhört. Dance dance dance.

On cloud nine.

Mit dem Fahrrad durch den Morgen, der auch einer im Winter sein könnte, wären die Bäume nicht so grün und die Hosen nicht so kurz, weil es einem in die Augen fliegt wie Schnee, nur dass man von Schnee nicht soviel niesen muss. Und dass Schnee bei Anpustung oft nicht wieder hochfliegt und sich in den Haaren des Gegenübers festsetzt.

Diese kleinen weißen Puschelchen überall, das könnten auch Wolkenreste sein.

Die Sache mit dem Zufall.

Im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein klingt immer so nach Vorhersehung, als hätte dann doch jemand so ein Spielbrettchen und einen Schluckauf und stieße mit den Knien immer wieder an den Tisch. Und Glück ist dann, wenn man stehenbleibt. Ich glaube nicht daran, weißt du? Ich glaube nicht, dass man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und einen Einfluss darauf haben kann, ich glaube, es stimmt nicht, dass da jemand sitzt und Schluckauf hat, denn wenn dieser jemand Schluckauf hat, dann muss er auch Husten haben und er wird niesen irgendwann und irgendwann, wenn er genug gehickst und geniest und gespielt hat, wird er weggehen und du wirst da immer noch stehen als Spielfigürchen und auf deine Vorhersehung warten und er wird vielleicht gar keine Lust mehr haben zu spielen und längst unter der Dusche stehen oder ausgezogen sein. Und dann stehst du da mit deinem Glauben an ein Schicksal und dein Schicksal hat sich längst aus dem Staub gemacht, sag mir, was du dann machst und wohin du gehst und ob du es schaffst, die Tischkante ohne schlimmere Blessuren zu überwinden.

Sag mir Bescheid und ich nehme alles zurück, jedes einzelne kleine Wort, und ich werde sogar eigenbeinig und -händig auf den Tisch klettern und nachschauen, ob dieser Jemand nicht doch etwas vergessen hat, das ihm noch einfallen könnte, ihn zurücklocken, noch einmal gegen den Tisch stoßen und sich erinnern lassen, sich erinnern an seine Verantwortung und all das, er müsse doch das Spiel zu Ende bringen, noch einmal einen Punkt machen mit uns. Bis dahin glaube ich an den Zufall in meiner Hosentasche, den kleinen, den ich immer dabei habe, den ich mit der Faust umklammert halte die ganze Zeit, mit meiner dritten Faust, denn wenn man lange drückt, dann wird er warm und wenn er eine Weile warm war, wird er weich und man kann ihn ein bisschen formen in der Hand, so wie man es gern hätte. Dazu braucht es eine Zeit, eine Geduld und ein bisschen länger, aber dann wird er. Glaub mir das. Nur solange, bis dein Schicksal zurückkommt, nur bis dahin.

Whaw, it’s a wowow!

Es gibt sehr viele Springbrunnen in Bielefeld. Und die Menschen schauen oft sehr grimmig, was am Regen liegen kann. Dazwischen findet man aber immer wieder lächelnde Parkuhren. Man spielt Ligretto in Bielefeld. Und geht man aus, dann ist das so unglaublich sympathisch unaufgeregt, aus Berlin kennt man das ja kaum noch, also wie entspannt das sein kann, wenn sich nicht jeder die ganze Zeit am Gesicht und der Frisur zuppelt. Ich möchte gerne wiederkommen, wenn es ein bisschen wärmer ist. Und die Springbrunnen testen. Und auf die Burg. Und und und.

Das Herz nicht auf der Zunge, aber die Sonne im Nacken.