Die Sache ist ja die, dass es so viele Sachen sind.

Thema: Fundstücke

Tonus.

Peter Praschl

Ständig wird man mit todsicheren Sicherheiten konfrontiert, alle sind sich ihrer Sache so sehr gewiss, dass man sich fragt, ob man sich selbst möglicherweise irgendeinen frühkindlichen Urvertrauensdefekt eingefangen hat.” (Peter Praschl im SZ Magazin 30/2011)

Re: Die Schmerzensmänner

“Ist es nicht viel schöner, wenn ein Mensch so sein darf, wie er ist? Wenn Männer die gleiche Musik hören dürfen wie Frauen, Frauen aber auch Fußball spielen und wenn es ihnen beliebt Männer am laufenden Band aufreißen dürfen. Wenn vielleicht ein Typ morgens länger im Bad braucht als seine Freundin und das okay ist? Wenn es die Bezeichnung Mädchenmusik irgendwann einfach nicht mehr gibt, weil wir endlich gemerkt haben, dass sie Schwachsinn ist. Wenn “Du Mädchen” nicht mehr als Schimpfwort benutzt wird und wir alle einfach mal zugeben dürfen, dass wir WarmduscherInnen sind.”

Katinka sagt in ihrem Text alles, was man dazu eigentlich sagen kann. Und sollte. Laut. Ganz laut.

γεωμετρία

Ghostly

Eigentlich kann ich mit geometrischen Anordnungen als Kunstform nicht viel anfangen, aber das, was Andy Gilmore da tut, berührt mich zutiefst. Ich könnte sitzen und gucken und die Luft anhalten. Die ganze Zeit.

Blackwhite

Tage und Wochen.

Mädchenkalender

Das letzte Jahr hat sich überschlagen, ich erinnere mich, wie ich am Ende von 2010 ganz außer Puste war und völlig geplättet von all den guten Dingen, die in einer Geschwindigkeit passiert sind, in der sonst nur Teilchen irgendwelche irren Sachen machen, herumfliegen, Licht sind und all das. Am Ende ist mein Leben ziemlich gerast, und meist ist es so, dass man sich nach Anstrengungen des Tachos etwas ausruhen muss, vor allem, wenn dann noch Dinge passieren, also während man eigentlich schon auf die Bremse tritt, die versuchen, einen aus der Bahn zu werfen wie ein Reh auf der Straße. Und jetzt ist 2011 beinahe vorbei und ich habe überall Dreck und Staub und Schmiere und Schweiß vom Herumbasteln, von all der Fitzelei, der Justierung und den Kraftakten, die es benötigt, um lockere Schrauben festzudrehen, Teile auszutauschen und die wichtigen Achsen einer Inventur zu unterziehen. Aber das ist wie beim Joggen, erst denkt man “Larifari”, dann wird’s anstrengend und die ersten Tropfen tauchen auf der Stirn auf, dann hat man keine Lust, dann ziept und brennt es fies und wenn man den Punkt überschritten hat, wird es ziemlich gut und geht wie von allein. Gleich ist es geschafft, ich kann’s schon sehen.

Und wer für manche Dinge auch eine Tabelle zum Loslegen braucht, ein Papier für Kreuze und Kringel, irgendeinen Grund anzuhalten oder loszugehen, dem sei der Mädchenkalender von Martina ganz nah ans Herz gelegt. Hier drüben verlosen wir bis Mittwoch ein Exemplar. Die Jungs folgen dann am Anfang Dezember, habe ich gehört.

Made my day: Marcel, the shell #2

And this is #1.

Fireflies

Crewdson Cover

Am Samstag hatte ich in Hamburg ein Buch in der Hand, ich war schon Zug gefahren, ich hatte mich einmal kurz durchpusten lassen und ich machte eine kleine Pause, als mir das Buch auffiel im Regal direkt neben mir und ich wusste, dass ich diese Bilder schon auf Plakaten in Berlin gesehen hatte. Ich setzte mich kurz, ich legte es vor mir auf den großen Tisch und betrachtete die Bilder, von denen ein paar wie gesagt schon plakatiert wurden, die mit der Einsamkeit, die bei denen man im ersten Moment nicht zwischen Fotografie und Malerei zu unterscheiden vermag. Und ich blätterte an der Serie vorbei zu den schwarzweißen Stadtszenerien, vorbei an Bildern eines Abschieds, verlassener Orte und Geschichten, als ich dann wirklich hängen blieb.

Fireflies

Im Fotoband “In a Lonely Place” von Gregory Crewdson gibt es eine Serie, die mich wirklich rührte, die alles in mir bewegte aus unerfindlichen Gründen, vor der ich hätte Stunden sitzen können, für die ich ein Haus kaufen möchte mit riesigen, weißen Wänden, um dort diese Bilder betrachten zu können und dann rauszugehen und selbst zu schauen, ob sie wahrhaftig werden können auch in meinem Leben: “Fireflies“. Ich habe lange nicht so etwas Schönes gesehen.

Kaufen Sie dieses Buch, kaufen Sie besser noch die echten Bilder und schließen Sie sich weg damit. Damit und dem Lied von Woodkid. Es könnte Sie sehr glücklich machen.

Zweimal.

Wenn es jemanden gibt, in dessen Schuhen du den Tag über rumlaufen würdest, weil das das Richtige wäre, obwohl sie vielleicht einen Tick zu breit sein könnten. Wenn es jemanden gibt, dessen Passform deiner ähnelt, nicht gleicht, mitunter in manchen Bereichen völlig konträr steht, aber dennoch im Grundschritt mithalten kann. Wenn es jemanden gibt, dessen Hemd du dir überwirfst wie eine Kapuze, weil der Stoff sich gut mit deiner Haut versteht. Wenn es jemanden gibt, dessen Stimme an Ecken und Straßen dieser Stadt wartet und jedes Wort, das damit gesagt wurde, noch immer dort herumliegt, wenn du daran vorbei läufst, bereit dazu eingesammelt zu werden. Wenn da wirklich jemand ist, dessen Hand du auf der anderen Seite des Busfensters siehst, das Glas nicht berührend, aber so nah, dass du dir jede kleine Linie einprägen kannst. Wenn das so ist, nimm den Bleistift und mal die Linien ab, mache eine Karte davon, drücke den Stoff des Hemdes in Sand, heb die Worte an, behutsam und leg sie auf den Boden deiner Tasche, achte darauf, dass kein Staub sich dort gesammelt hat, der sie zerkratzen könnte, und roll dich in seinem Fußabdruck zusammen. Gib Acht, gib doppelt Acht.

Notizen: Eine Sammlung.

Notiz1

Manchmal findet man alte Notizbücher und in diesen Notizbüchern Seiten, von denen man nicht mehr weiß, wie sie entstanden sind, aber man weiß sehr wohl, dass man sie aufheben muss. Notizen: Eine Sammlung.

Eine Hand auf dein Herz.

Ren

Dieses Wetter räumt mich auf. Auch wenn es nicht so scheint.

Rainy Day from PictureReport on Vimeo.