Die Sache ist ja die, dass es so viele Sachen sind.

Thema: Fundstücke

Go - have a look.

Es gibt Phasen, da fällt man abends ins Bett, macht das Licht aus, schaut noch einmal kurz an den Gardinen vorbei und sieht die freie Zeit in kleinen hellen Punkten auf einen herab gucken und am nächsten Morgen ist sie wieder verschwunden und nach dem Piep läuft man los, zieht sich an, redet und schreibt und schiebt lustige Formen auf Bildschirmen herum und telefoniert und trinkt viel zu viel Kaffee und dann ist das Wochenende da und auch gleich wieder vorbei und der Hamster im Laufrad hat schon Krämpfe. Diese Phasen verändern viel, loten die eigenen Grenzen aus, machen Dinge fassbar und poltern mit Ideen, glucksen vor Adrenalin. Auch wenn man am Ende manchmal nur wie ein kleiner müder Klecks irgendwo im Zimmer herumliegt, am Ende ist wichtig, was dabei herauskommt und dass man sich selbst auf dem Weg nicht vergisst, dass man grinst dabei. Ich grinse, aber ich habe kaum Zeit.

Deswegen lege ich euch die Blicke von Caro ans Herz, ich habe sie damals während des Studiums kennengelernt und nun reist sie herum und knipst und sieht dabei sehr glücklich aus. Ihre Bilder aus Mazedonien und New York haben kleine Blitze auf meiner Netzhaut hinterlassen - und weil hier gerade so wenig passiert, schaut euch dort um und kauft euch Reiseführer oder Photoapparate. Ich bedanke mich recht herzlich.

Photo (c) Carolin Weinkopf

Sich warm tanzen.

Es ist Ende August und im Büro fühlt es sich an wie November. Die Heizung funktioniert noch nicht, deswegen hier ein neuer Vorschlag aus der Rubrik “Man braucht es nicht, aber man will es”, die heute zu “Man braucht es wirklich und man will es” wird: Der Musuc Bag. Zumal er sich hervorragend machen würde, wenn ich meine Expedition zu den Nordlichtern antrete, deren Besichtigung noch auf meiner Bucket List steht.

Schlürfen mit Schnurri.

Achtung, eine Durchsage. Ich mag Bärte. Und Schnurrbärte mag ich vor allem als Trend, den man sich nicht ins Gesicht hängt sondern auf T-Shirts oder Wände malt, Schnurrbärte eignen sich vorzüglich als Dekoration von Dingen, die keine Menschen sind, solange man es nicht übertreibt, ich finde Schnurrbärte wirklich hervorragend, solange darunter kein echter Mund plappert. Und ich habe mich unsterblich in diese Tassen von Peter iBruegger verliebt. Wenn ich könnte, würde ich sie auf die Liste setzen. Deswegen ordnen sie diese Trinkgefäße bitte im Kopf in die Schublade unserer neuen Kategorie “Man braucht es nicht, aber man will es” ein. Und wer Geschenke verschicken möchte, findet meine Büroadresse natürlich hier. Und nun weiter im Text, ich muss nun Kaffee trinken. Aus Gläsern. Alles andere bricht mir das Herz. Ende der Durchsage.

Raus.

Two in two.

Manchmal muss man kurz raus, atmen, laufen, gucken, schreiben, schlafen. Und dann weitermachen. Manchmal kann man in der Stadt den Hebel nicht umlegen, der dorthin führt, wo man hin will. Manchmal muss man Pausen einlegen und ans Meer fahren.

Mister Soprano

(Mit Dank an Kasa für das tolle Eulengeschenk, an Lisa für diese mich immer wieder berührende Postkarte und an Katinka für Mr. Tony Elephant Soprano.)

The perks of being a wallflower.

wallflower

Manchmal kauft man sich Bücher, die jemand anders schon mal für jemanden gekauft hat. Und es bricht einem fast das Herz, weil man sich fragt, was passiert sein muss, dass derdiedas Beschenkte dieses Buch zum Verkauf stellt.

Über Berlin.

Die Läden verkaufen Babyklamotten und schwedisches Designzeugs und T. sagt, da sind sicher viele dabei, wo der Ehemann das Geld bringt und die Kinder schon größer sind und sie sich jetzt endlich den Traum vom eigenen Laden erfüllen kann. Mit schwedischen Babyklamotten.

Von St. Burnster.

Man braucht es nicht, aber man will es.

Friederike Porscha

Ich weiß nicht genau, ob dies der Beginn ist, eine Reihe von Menschen vorzustellen, von denen ich denke, dass sie tolle Dinge machen. Vor einer Weile habe ich das schon einmal in einer kleinen Interviewreihe versucht, manchmal fehlt einem für so etwas die Zeit. Aber gerade, weil diese Diskussion schon wieder einmal geführt wird, ob man Dinge empfehlen darf in Blogs - und wann und wie viel das etwas mit Glaubwürdigkeit zu tun hat. Hier an Ort und Stelle empfehle ich nur Dinge, weil ich sie empfehlen möchte, ich empfehle Menschen, weil ich glaube, dass sie wunderbare Dinge tun, ich nenne ihren Namen, weil ich denke, dass sie euch etwas Schönes, Gutes, Tolles geben können. Und nicht, weil mir jemand etwas dafür gibt. (Nur um das einmal gesagt zu haben. Weil es ja so viele gibt, die nicht mehr daran glauben, dass Menschen das einfach nur so tun können, Dinge gut finden und weitersagen, ohne selbst einen Nutzen daraus zu ziehen. Außer vielleicht, dass Menschen, die man mag, etwas mehr Aufmerksamkeit bekommen.)

Friederike Porscha macht Schals (und noch viel mehr). Tolle Schals. Schals, die man vielleicht in so einem Sommer nicht braucht, aber will. Sehr will. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Ihr Atelier ist in Neukölln. Ihr Herz ist am richtigen Fleck und ihr Auge bei den schönen Dingen. Angucken, bitte.

Weil ich davon erfahre.

Ich liebe das Internet, weil ich sagen kann, was ich toll finde - und Menschen das manchmal zu noch schöneren Dingen inspiriert. Aber ich liebe das Internet auch, weil ich sagen kann, was ich scheiße finde - und mir Menschen zuhören. Weil ich keinen Chefredakteur fragen muss, ob wir mal was drüber machen. Ich muss keine Versammlung einberufen oder meine Liste abtelefonieren. Ich muss es nur publizieren. Und ich bekomme publiziert.

So wie…
Anke zum sexistischen Autospot.
Die Mädchenmannschaft zu der “One step too far”-Kampagne.
Nadine zu Sarrazin.
Und Denise zu der Sache mit dem Prater-Türsteher.

Dafür liebe ich das Internet. Weil es einfacher geworden ist, aufmerksam zu machen. Natürlich macht es Arbeit aufmerksam zu sein, zu filtern, die Augen aufzusperren, um die wichtigen Dinge zwischen dem ganzen (oft auch für die Stimmung sehr wichtigen) Quatsch zu finden, aber ich mach das so gern, wenn der Preis ist, dass solche Dinge wie da oben öffentlicher und besprochen werden. Das Rauschen zulassen, den Kieselsteinstrand für den Bernstein, so ist das, die ständige Auseinandersetzung, der Abgleich, das Vor und Zurück und immer wieder Überprüfen des eigenen Anstands, der Toleranzgrenzen, ein Abwägen, weil der Rest ja auch nicht einfach stehenbleibt, deswegen muss das so sein.

Weil ich froh bin, dass Menschen aufpassen und aufschreiben und rausrotzen und nicht denken, es interessiert eh niemanden.

Ich möchte diese Kampagne in Deutschland.

(Danke an die Caro und Nadine für’s Draufaufmerksammachen. Einen Post dazu gibt’s bei der Mädchenmannschaft.)

Mein Herz für Blogs #3

Ein paar Dinge und Zeilen, die ich euch ans Herz legen möchte, ganz nah dran.

Claude Draude.
Ich kann immer nicht anders als zu lächeln, wenn ich ihr begegne. Einige Zeit habe ich neben ihr sitzend verbracht, eine Hochzeit des Amusements. Diese Frau kann durch Wände sehen, durch ganz dicke.

Elias Honert.
Er arbeitet in einem der schönsten Buchläden Hamburgs, vielleicht im wohl schönsten. Und manchmal glaubt man, dass er sich gleich verschluckt, wenn er redet, aber er verschluckt sich nie. An seinen Wimpern erkennt man die innere Rotation.

Lisa van Houtem.
So ein Magazin würde ich kaufen. Mit ein bisschen von allem, aber nie nur ein bisschen sondern einer guten Portion Humor in dem ganzen Plingpling aus Mode und Musik und Großstadt und Jetset. Ein Modeblog ohne dieses ganze Autsch.

Mia Bühler.
Und noch ein Modeblog, das man lesen kann ohne sich seltsam zu fühlen dabei. Dass man lesen sollte, weil ein sehr guter Geschmack und noch viel bessere Gratwanderungen darin vorkommen. Und ein Grinsen, das einem fast ins Gesicht hoppst.

Craig Thompson.
He’s the owner of my lonely comic book heart.

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Diese Aktion ist eine Idee von Kai Müller. Und wurde nun von Marcel Wichmann wiederbelebt.