C.

Zu sehen, was von dir in mir ist und was nach diesen über zwanzig Jahren, beinahe dreißig, von mir nun auch in dir steckt, hineingeflochten, antrainiert. Wir wissen, wie wir miteinander zu reden haben und wo unsere Augenhöhe ist, nicht wahr? Zu sehen und nicht zu wissen, was von deinem Gesicht in zwanzig Jahren auch in meinem Gesicht sein wird, zu ahnen, was bleibt und manchmal lachen müssen, wenn wir beide dasselbe denken, sagen, die Hand an dieselbe Stelle legen. Wie man Blumen abschneidet, wie man Menschen gehen lässt, wie man nicht aufhört zu schwimmen, wie man backt und wie man nur mit sich ist, ohne allein zu sein, wann man Fenster schließen sollte, dass Reden hilft, geduldiges Reden, und sowieso all meine Worte hab ich von dir, und den Umgang mit Büchern, dass man Sachen nicht immer nur für sich tun sollte, aber oft, das richtige Bauchgefühl, Intuition, Experimentieren, immer weitermachen, das hab ich von dir gelernt, das ist deins. Auch wie man es sich auf einem Quadratmeter gemütlich macht, im richtigen Moment die angelegten Wege zu verlassen, Karten weniger, dafür die Augen mehr zu benutzen, sowieso das Achten auf Kleinigkeiten, weil die großen Sachen einfach manchmal doch zu groß sind, das Lieben von Sekunden, runterkommen, das hast du mir beigebracht. Dass lachen wichtig ist und weinen auch, dass man sein Herz festhalten muss, also selbst, und das nicht von anderen erwarten kann, durchhalten, Ästhetisierung, besser essen, Körpergefühl, auch den Umgang mit sich, und dass man nicht immer muss, aber vieles darf, Vertrauen in mich selbst hab ich nur durch dich, das kam alles von dir, du hast das niemals in Frage gestellt, mich niemals in Frage gestellt, du bist der einzige Mensch auf der Welt, der so war zu mir, der immer bedingungslos mit mir war und ist, kein Zweifel. Das als Familie begreifen, mich und dich und dass das auch genug ist, es war immer genug, und es wird keinen Tag geben, an dem das aufhört, keinen einzigen. Kein Zweifel.








