Meine Damen und Herren. Es ist keine Hochzeit, kein Geburtstag, keine Taufe und kein Jubliäum. Vielleicht eine Art Treffen all jener, die sich über die Zeit verstreut haben und sich mal wieder sehen müssen. Dazu gibt es ein neues Baby, das gezeigt und rumgereicht wird. Es kann auch mit nach Hause getragen werden.

Gefeiert wird die neue Ausgabe der PNG zum Thema Familie. Getanzt wird dazu am Freitag im Lokal in Berlin Mitte, die berühmt berüchtigten PNG Autoren machen alle mit und werden dazu auch extra aus Hamburg und Leipzig eingeflogen. Es spielen dbZwoVier, 12Volt und The Plight, was nicht jedem gefallen muss, aber trotzdem passiert (dazu simma ja da) - und danach legen Reznik (Berlin) und das System Boogie DJ Set (Audiolith, Hamburg) auf (das wird super). Alle Autoren gibt´s zum Anfassen, aber nur mit vorher fragen. Und ab Montag gibt es die 76. Ausgabe der Persona Non Grata auch am Kiosk. Mit Texten drin von vielen guten Menschen, u.a. von Maike und mir. Großer Spaß für kleines Geld, ihr wisst doch, wie das geht.
(P.S.: Die ersten 50 zahlenden Gäste bekommen die neue Ausgabe zum halben Preis.)
Liz hat es verfasst, und zwar am 29. Juli 2008 um genau 11:11
Kategorie : Kultur, Lektüre, Ton | 5 Kommentare

“[…] This person suddenly feels the need to check her post office box. It is an old habit, and even if everything is going to be terrific from now on, this person still wants mail. This person says she´ll be right back and everyone this person has ever known says, Fine, take your time. This person gets in her car and drives to the post office and opens the box and there is nothing. Even though it is a Tuesday, which is famously a good day for mail. This person is so disappointed, this person gets back in the car and, having forgotten about the picnic, drives home and checks the voice mail and there are no messages, just the old one about “passing the test” and “life being better”. There are no e-mails, either, probably because everyone is at the picnic. This person realizes that staying home means blowing off everyone this person has ever known. But the desire to stay in is very strong. This person wants to run a bath and then read in bed. […]”
(Aus “No one belongs here more than you” von Miranda July, Scribener 2007)
Liz hat es verfasst, und zwar am 30. Juni 2008 um genau 22:53
Kategorie : Lektüre | 3 Kommentare
…wenn die Sonne rauskommt, sobald man am Meer steht. Und der Bachmannpreis an die Richtigen geht.
Liz hat es verfasst, und zwar am 29. Juni 2008 um genau 14:50
Kategorie : Lektüre | 1 Kommentare
Davon kann man sich am Dienstagabend im Festsaal Kreuzberg überzeugen. Sebastian hat ein Buch zusammengebaut und das wird nun gebührend gefeiert. Ab 20:30 Uhr lesen unter anderem Holm Friebe, Johnny Haeusler, Jochen Schmidt und Caroline Korneli. Ich lese auch einen Text vor, der ist schon alt und prinzipiell sollte man sowieso eher wegen des Gesamtenssembles kommen. Die Party wird bestimmt gut.
Liz hat es verfasst, und zwar am 11. April 2008 um genau 9:54
Kategorie : Lektüre | 0 Kommentare

Noch hat sie mich nicht erreicht, die Wintermüdigkeit, die allgemeine Depression, das Motzen und Meckern der Menschen mit den nassen Fußspitzen. Noch hege ich keine inneren Aggressionen beim morgendlichen Blick aus dem Fenster, noch kann ich meinen Wintermantel sehen ohne zu kotzen, noch kuschel ich mit meinem Schal. Zwar wird meine Stimme auch gleich eine Oktave höher, sobald sich die Sonne zeigt, und ich rupfe sofort ein bisschen Stoff aus dem Regal und renne nach draußen, aber noch kann ich meinen Kopf versonnen auf die Hand stützen, aus dem Fenster sehen und denken: Ach Winter. Ohne Boshaftigkeit. Vielleicht hat es mich dieses Jahr nicht so sehr erwischt, weil sich alles so hinzog, weil es so mild vor sich hin schluffte, weil es keine lang anhaltende Kältestarre gab, kein Einschneien, kein Statement. Es kleckerte so und klotzte nicht, der Zwischenzustand lag sogar im Wetter. Und deswegen bin ich ja eigentlich froh, wenn es sich mal ein bisschen aufbäumt und stürmt. Wenn uns der Wind beim Laufen am Fluss die Tränen in die Augen treibt und die Röte auf die Wangen, wenn der Regen sich nasskalt durch die Klamotten frisst und wir dann trotzdem oben auf der Brücke stehen und noch eine Runde machen und sich die Finger später unter der Dusche anfühlen wie gerade erst wieder mit dem Blutkreislauf verbunden. Das ist dann wenigstens mal eine Aussage, das merkt man.
Und wer zuhause bleibt, alle Bücher schon gelesen hat und was zum Lachen oder Aufregen braucht, kann hier mal schauen, was ich in meinem Nebenfach an der Uni so produziere.
Liz hat es verfasst, und zwar am 14. März 2008 um genau 10:57
Kategorie : Berlin, Lektüre | 0 Kommentare
Wem nächsten Dienstag langweilig ist, wer ein bisschen Gesellschaft und Anschluss sucht, wer gerade in der Nähe ist oder mal wieder jemandem absagen will, wer noch keine Location für das nächste Date hat und gerne mit Kultur punkten würde, wer mag und Lust hat, wer mal einen Drink mit mir drinken will und Armdrücken, der kann ja nächsten Dienstag um 21:00 Uhr ins NBI in der Schönhauser Allee 36 im Hof der Kulturbrauerei kommen und der Lesung zu “The Gold Collection“ beiwohnen. Es lesen Wolfgang Herrndorf, Jochen Schmidt, Julia Zange (äh und ich). Hinsetzen und lauschen und danach vergnügt zu DJ Mittanzzentrale tanzen. Klingt erstmal komisch, in echt aber ganz gut.
Liz hat es verfasst, und zwar am 12. Dezember 2007 um genau 20:48
Kategorie : Lektüre | 15 Kommentare
Nachdem seit Anfang dieser Woche der Supermarkt vor den Kassen wieder mit blauen Kartons zugestellt ist, auf denen Schneeflocken glitzern, und es überall nur so von Silberfolie glänzt, obwohl erst Oktober und mit Schnee wohl ernsthaft erst wieder im April zu rechnen wäre, rutschte der Sommer schon ein paar Schritte von mir. Seitdem heute morgen jedoch mehrere Exemplare der “Gold Collection” druckfrisch im Briefkasten lagen, ist er endgültig vorbei.
(Die Euphorie zeigt sich von schwindenden Sommergefühlen allerdings völlig unbeeindruckt und wackelt weiter lässig mit den Hüften.)
Liz hat es verfasst, und zwar am 10. Oktober 2007 um genau 14:48
Kategorie : Lektüre | 0 Kommentare
Ich habe in den Tag der deutschen Einheit geheult. Das war keine Absicht, das ist so passiert. Ich wusste es wieder, als wir heute einen Schreibtisch zusammenbauten und es dabei etwas lauter wurde. “Darf man das eigentlich, so rumrummsen, wenn Deutschland ein bisschen Geburtstag hat und Mittwoch wie Sonntag ist?“, fragt S. und schraubt weiter. “Is doch wurscht, sind eh alle draußen und sammeln Blätter vom Boden“, sage ich, reiße die Fenster auf und schraube mit. Der Grund für das klatschnasse Kopfkissen guckte uns dabei zu. Und als eine Schraube weiter kullerte als geplant, fiel es mir ein.
363 Seiten waren es, ich hatte vielleicht ein Viertel davon gestern gelesen. Müde vom Arbeiten schlief S. noch vor Mitternacht ein, ich nahm das Buch zur Hand und legte es bis halb vier nicht mehr weg. Rotz und Wasser. Ein Buch hat das bisher geschafft bei mir, nur eines. Und das auch nicht in diesem Maße und schon vor ein paar Jahren, nicht alle zehn Seiten erneut. “Nicht so laut hochziehen, leise umblättern, nicht bewegen, ruhig atmen.” Vorsätze, damit S. kein verrotztes, rotäugiges Mädchen neben sich entdeckt, wenn er aufwacht mitten in der Nacht. Aber er wachte nicht auf, ich ging ins Bad zum Naseputzen und beschloss, nie nie nie wieder solche Dampfhammerbücher vor dem Einschlafen zu lesen. Nichts von den erhofften Reaktionen traf ein: Ruhe, Müdigkeit, Augenzufallerei. Stattdessen: Rotznase, Aufgewühlung, “Was wäre, wenn”-Gedanken.
In der Nachtrealität denken, man habe damals keinen Abschied gehabt. Am Morgen froh sein, dass ihm all diese in der Geschichte beschriebenen Prozeduren und Qualen erspart blieben. Das war keine Absicht, das ist so passiert.
Liz hat es verfasst, und zwar am 3. Oktober 2007 um genau 17:32
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“[…] Und ist dieses Erfinden, Literarisieren, um es mal nett zu sagen, für Euch vertretbar? […]”
Die Geschichten so zu drehen, dass sie als Geschichten etwas hermachen, halte ich durchaus für vertretbar. Wer bist du, wenn du bloggst? Baust du dich so zurecht, wie du dich gerne sehen würdest? Inszenierst du dich zur Freude anderer oder baust du dir eine Penisverlängerung aus Text?
Ich muss manchmal breit grinsen, wenn ich Blogs von Menschen lese, die ich kenne und dann wieder doch nicht, weil sie sich so schreiben, wie sie manchmal gerne wären. Weil sie sich schreiben, wie sie nicht sind. Und weil sie dann eben doch so sind. Weil diese Erzählerei dazu gehört, ob jemand ein Blog schreibt oder Mails, ob jemand diese oder jene Klamotten kauft oder heimlich eine Sendung im Fernsehen schaut, von der er niemandem erzählt, so verhält es sich auch mit Blogs: Selektion als Kanalisierung der Facetten. Und wenn da jemand eine Kunstfigur baut, ist mir doch die Kunstfigur scheißegal. Viel mehr sagt es doch über den Menschen an sich. Welche Charakterzüge er rauslässt, welche er für erwähnenswert hält, welche nicht. Was darf man cool finden, was muss man scheiße finden, um gut anzukommen? Was erwähne ich und was lasse ich unter den Tisch fallen, um Kommentare zu kriegen? Das ist die eine Sorte. Die irgendwann nicht mehr weiß, was eigentlich erfunden und was echt war.
Die zweite Spezies schreibt gnadenlos auf, was passiert. Eins zwei drei und du weißt genau, ja richtig. Und erschrickst vor dem Mut, vor diesem offenen Buch und liest irgendwann nicht mehr weiter, weil du manche Dinge gar nicht wissen willst.
Ich halte Literarisierung für immanent in den meisten Blogs, ohne diese würden sie als Erzählblogs selten funktionieren. Nachrichten, Beobachtungen auf sachlicher Ebene als Informationsquelle gerne. Aber der Tick hinüber zum Schlüsselloch, zum Übungsplatz, zum Experiment - ich glaube, da geht es nicht ohne. Allein deine Perspektive, die persönliche Erzählweise literarisiert doch schon, du schmückst aus, versuchst genau zu erklären, lässt deiner Meinung nach unwichtiges weg, wählst aus und gehst nochmal drüber, verwischst die Spuren oder machst welche hinzu, drehst es so, dass du damit umgehen kannst. Und der Leser muss ja.
Über offensichtliche Lügen kann ich lachen, ich nehme all die Geschichten nicht ernst und ich freue mich über Sprache und Anekdoten, ich habe die Schreibe einiger sehr lieb gewonnen, baue mir Bilder im Kopf, mag den Blick von manchen und die Schwächen der anderen. Am liebsten aber sind mir die ungesagten Dinge, die Konnotationen, das Gefühl, das da mitschwingt und das man bei den Guten immer noch erkennt, auch nach dreimaliger Radierung. Dass du dir denken kannst, warum er das und nicht jenes schreibt und wohin es führt.
Niemand lebt genau so, wie er es gerne würde. Und hier kann man sich zurecht bügeln, hat man die Dinge halbwegs unter Kontrolle, was ja sonst doch eher selten ist oder zwanghaft. Sich eigentlich um nichts und niemanden zu scheren und dann doch wieder um alle (sonst würde man es nicht veröffentlichen), das ist die Gradwanderung und das Charmante. Gib mir ein bisschen von dir und ich bau mir was draus, erzähl mir eine Geschichte und ich sag dir anhand deiner Satzzeichen, wo du dein Gesicht in Falten legst und was du verheimlichen willst.
Liz hat es verfasst, und zwar am 12. September 2007 um genau 11:22
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Liz hat es verfasst, und zwar am 21. August 2007 um genau 13:48
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