Sachen gibt´s in München….

…die gibt´s nichma in Berlin.

Liz hat es verfasst, und zwar am 12. November 2008 um genau 16:59
Kategorie : Fundstücke, München | 4 Kommentare

 Stadion-Fashion-Trends 2008

(Schirm, Schal und Jeans.)

Liz hat es verfasst, und zwar am 5. Oktober 2008 um genau 23:59
Kategorie : Blicke, München | 0 Kommentare

 Today I fell in love with stripes

Liz hat es verfasst, und zwar am 3. Oktober 2008 um genau 19:47
Kategorie : Blicke, München | 0 Kommentare

 Das Stadion (an der Schleißheimer Straße)

Es gibt Orte, die muss man lieben, obwohl man nicht will. Aber die nehmen einen ohne zu fragen in Beschlag, man könnte weglaufen, aber dann stünde man draußen und da wäre es kalt und für weitere Experimente kannte ich in meinem Fall die Stadt noch nicht gut genug. Also am Ort geblieben und am Ende nicht bereut. Und wenn man so empfangen wird, kann man auch nicht einfach wieder zur Türe rausspazieren.

Und dann warten ein exklusiver Blick vom Dingsarenastuhlpodest, eine außerordentlich zuvorkommende Bedienung, die einem ständig Hinterbimmser vor die Nase stellt, sowie Gerichte wie “Fleischlappen” und “Schichtpimmel” auf einen. Kollektiv eingekuschelt kann man dann auch 2:5-Spiele angucken ohne umzufallen. Es sei denn, Mikey kommt rum, lehnt sich über deinen Stuhl und erzählt dir, dass Noel und Liam unterschrieben haben, er dürfe jeden Tag eine Flasche Rotwein trinken. Aber dann kann man immer noch auf´s mit rosa Plüsch ausgestattete Damenklo flüchten und diverse Fußballspieler ohne Bekleidung angucken, runterkommen und danach vielleicht noch einen Hinterbimmser trinken.

Liz hat es verfasst, und zwar am 23. September 2008 um genau 9:22
Kategorie : München | 2 Kommentare

 What you see is what you get

Gerade noch so in München am Samstag habe ich mir den Wiesn-Auftakt natürlich nicht nehmen lassen. Es soll zwar Fußballblogger geben, die sagen, auf so eine Deppenveranstaltung würden sie nie gehen - ich dennoch würde das. Man kann sich gegenseitig darin übertreffen, die maximale Laufweite der ersten Volltrunkenen um halb eins auf den Meter genau abzuschätzen sowie auch ihren Fall- und Kotzradius. Zudem riecht es so wunderbar nach Weihnachten und da das Wetter im Gegensatz zu vor zwei Jahren dieses Mal nun eher kühl daherkommt, kann man ebenfalls den Kindern dabei zuschauen, wie sie sich wahlweise Zuckerwatte oder kandiertes Irgendwas in die Schals und Mützen schmieren. Ebenso wunderbar sind die Mädchen anzuschauen, die sich in den kurzen Dirndln und ohne Strumpfhose, Jacke oder sonstiges wärmendes Anziehzeug in kürzester Zeit die Gänsehäute der Saison holen und um die Wette zittern, während ihren Begleitern im Humtatatakt die Hosenträger rutschen und sie sich auf dem Toboggan auf die Fresse legen. Ein Fest wie kein anderes…

…mit Touristen…

…tierischen Topfrisuren…

…traurigen Topmodellen…

…großen Fans…

…und neuesten Trends.

Und danach die Charlatans live. Eine Mischung allererster Kajüte.

Liz hat es verfasst, und zwar am 22. September 2008 um genau 8:57
Kategorie : München | 6 Kommentare

 Sensorische Deprivation

Es gibt hier kaum Bäume, also so nebenbei, es gibt sie am Fluss und in Haufen, an den Straßenecken und in eigens dafür abgezäunten Arealen, aber kaum zwischendurch. Ich habe mich eine Weile wundern müssen beim Anblick der Seitenstraßen, die so sauber und unangetastet da liegen, in denen nachmittags kaum jemand auf den Bürgersteigen ist und man sich temperaturunabhängig ein bisschen fühlt wie in Spanien mit dieser seltsamen Stille der Siesta, ich musste schon etwas überlegen, um zu wissen, was mir fehlte, bis mir aufging, dass es die Bäume sind. Es scheint, als habe hier alles seinen Platz, und dort, wo eben die Straße ist, die schmalekleinesaubere Straße mit den blanken Fassaden ohne Buntstift darauf, nicht einmal Blumenkästen oder soetwas, nur heller Stein, da sind die Bäume eben nicht, da würden sie vielleicht auch platztechnisch nicht hinpassen, dennoch muss man immer bis ganz nach hinten schauen, bis ans Ende gehen meistens.

Und die Stille der Nachmittage in den Seitenstraßen ist auch nur eine unmittelbare, die es nicht bis in die Ferne schafft, wo es noch rumpelt und rattert, auf den großen Wegen hört der Verkehr nicht auf. Als habe jemand Arme und Beine stillgelegt und überließe dem Bauch die ganze Arbeit. Als habe jemand die Schleusentore geschlossen, aber dahinter höre man, wie sich das Wasser staut und Wellen macht, um dann später umso heftiger zu fallen und zu fließen. Als spare irgendjemand Kraft. Und ihre Motorräder beschützen sie sorgsam mit Planen, überall stehen gewickelte Haufen aus Plastik herum, in dunkelrot und schwarz. Daneben sitzen sie dann beim Mittagessen und oft reden sie dabei nicht miteinander. Sie klimpern und stochern, kauen und spießen und schauen. Aneinander vorbei oder sich an, vielleicht den vorbei schlendernden Damen auf die Kniekehlen, aber selten verlieren sie dabei ein Wort.

Liz hat es verfasst, und zwar am 11. September 2008 um genau 8:54
Kategorie : München | 1 Kommentare

 Long-Distance-Rates

Nein, kein Club sei das, schrieb Björn Kleinhenz, als ich noch am Küchentisch vor dem Rechner saß. Und später lief ich S. und R. einfach hinterher, weil ich noch immer keine Orientierung habe und im Dunkeln den Blick nur auf den Lichtern, während sich das Kartengedächtnis in lautes Lachen auflöst. Glücklich sieht er aus, die Welt ist ein Dorf, denn der, in dessen Wohnung wir plötzlich stehen, kennt meinen neuen Büronachbarn wiederum, den ich nur flüchtig kannte, als ich damals zu Björn nach Göteborg fuhr. Er steht dort wie vor Jahren schon, die Fußspitzen nach außen gedreht wie beim Ballett und den Autoschlüssel an der Hose. “Leipzig Lover” spielt er nicht, aber “1,2,3″ und dann das Lied, das heißt wie die Straße, wo er seit Jahren wohnt. Wo ich auch war. Wo die Möwe jeden Morgen zum Frühstück kam durch das Loch im Dach der Terrasse. Und der, dem das Lied an diesem Abend gewidmet ist, starb vor zwei Wochen. Und ich brauche ein Weile, um mich an sein Gesicht zu erinnern und an den Sommer vor zwei Jahren. Eine unwirkliche Situation ist es da in dieser Wohnung direkt neben der Maximilianstraße, mit diesem großen Balkon, den Blumen an der Wand und einem unglaublich tollen Schrank. Sie fahren noch in die Schweiz und nach Österreich, Björn und seine Freundin, dann in einem Kreis wieder nach Schweden zurück. Und noch immer hat er diesen Ton an sich, wenn er Deutsch spricht, diese zurückhaltende Bemühung und die geschürzten Lippen dabei.

(S. und L. waren auch da.)

Liz hat es verfasst, und zwar am 9. September 2008 um genau 12:17
Kategorie : München, Ton | 1 Kommentare

 Durchsichtiges wirft keine Schatten

In Berlin säße ich nicht an so einem Ort, nicht an einem Montagmorgen um acht. Vielleicht hätte ich die Sonne aufgehen sehen, aber dann hätte ich wahrscheinlich noch nicht geschlafen, stünde auf einer Brücke, spürte den letzten Alkohol, vielleicht auch schon nicht mehr, vielleicht wartete ich auf die ersten frischen Brötchen, während sich irgendwo in der Ferne das orange-rote Licht erhebt, über die Kanten der Hochhäuser klettert und leise wieder das Grau sichtbar macht und die Farben darüber. Ich säße dort nicht in einem Schaufenster auf einer Holzbank, mehrere Stunden, während die anderen alle nur ein paar Minuten bleiben, manchmal eine Viertelstunde. In Berlin kämen sie auch, sie kämen schlangenweise, aber niemand würde warten, alle ließen sich ihr Getränk in einen Pappbecher füllen, pfropften einen Plastikdeckel drauf und würden losgehen bzw. weiter. Hier trinken alle ihren Kaffee aus einem Glas. Alle setzen sich kurz oder blättern am Stehtisch durch die Zeitung. Aber die Hast ist hier eine andere. In jeder Bewegung liegt die Möglichkeit eines Richtungswechsels, der Halt ist einkalkuliert, kein Versehen. Dafür läuft hier Abba, so leise jedoch, dass das Überhören nicht schwer fällt. Der Metzger vom Stand gegenüber holt sich seinen Kaffee, die blaue Tasse dafür bringt er mit und trinkt im Stehen und mit einer Zigarette vor dem Hintereingang.

Ich gehöre nicht dazu, niemand sieht mich. Ich unsichtbar kann in jedes Gesicht schauen, durch jede Tür gehen, jeden Raum betreten, während die Händler ihre Stände aufbauen. Und wenn es sie doch wundert, weil ich hier sitze mit einem Rechner auf dem Schoß und der Zeitung daneben sowie einem Buch, wenn sie mich nicht tippen hören, aber tippen sehen, dann schauen sie gleich wieder weg, denn eigentlich sehen sie mich nicht. Ich unsichtbar gehe durch jeden hindurch, von ihren Blicken spüre ich nichts, aber wenn ich jemanden anschaue mit der Scheibe als Schutzwall, dreht sich der eine oder andere verwundert um, lässt seinen Blick über die Bauchhöhen schweifen und findet mich nicht. Ich sehe sie alle.

Sie essen Mohnbrötchen mit Salat und Tostadas ohne. Sie lesen, wie Hamilton um den Sieg betrogen wurde, und alle titeln Beck. In ihnen rattert der Tag in seinen Terminen, vielleicht die letzte Nacht noch, vielleicht mit jedem Montag ein Lebenszweifel, einer mehr oder weniger, zwei Finger in der Hosentasche gekreuzt. Ich habe Zeit und niemand kennt mich hier. Vogelschwärme über dem gelben Kran, einer zählt sein Geld in der Hand mit derselben, an der anderen baumelt die rote Plastiktüte im Takt der Glocken gegen sein Knie. Die andere auf dem Fahrrad zieht die Stirn in tiefe Falten, ihr hellblauer Schal rutscht fast von der Schulter, keine Spatzen weichen ihr aus. Wo in Berlin so viele Vögel wären, frech und vor den Fußspitzen tanzend, ist hier nichts. Hier ist wach, wenn man in Berlin noch schläft. Immer kann ich die Glocken ahnen, vertippe mich ständig – ein „Glück“ statt „Glock“ – meine Armbanduhr geht eine Minute vor.

Und am Mittag kann man sich nicht entscheiden, ob man es gut findet, dass es so wimmelt von Menschen, dieses flanierende Hin-und-Her-Geschiebe, das Sich-1000mal-umdrehen und die immer wieder veränderte Schrittgeschwindigkeit der Massen auf dem Viktualienmarkt. Nur einer, der Mann mit der Weste und dem Hut, weiß es. Er sitzt auf seinem Stuhl vor dieser kleinen Botschaft am Max-Joseph-Platz, streckt sein Gesicht ab und an in die Sonne, die Zeitung auf den Knie und hörbar laut atmet er den Soßengeruch ein, der von dort kommt, wo es auch bedächtig mit Besteck klimpert, von den Schirmen, unter denen die touristische Erholsamkeit zu Mittag isst. Wo am Morgen noch bedächtiges Ankommen war, drängeln sich nun die Massen auf dem Viktualienmarkt Arsch an Arsch auf den Biergartenbänken, schmatzend mit fettigen Fingern Fisch und Fleisch in sich hinein schiebend, der Obstverkäufer beobachtet nur, kratzt sich am Kinn, die anderen haben zu tun. Vor der alten Post in der Maximilianstraße nennt mich einer Madame und ich lache, stolpere fast über das Schild, auf dem steht „Coffee to go“. Aber niemand kommt und hat einen Becher in der Hand, am Tisch rühren zwei ältere Damen in ihren Tassen, sodass es klirrt, und bestaunen das Nationaltheater. Und die Bilder in den Arkadengängen des Hofgartens muss man sich zur richtigen Tageszeit ansehen, sonst riskiert man einen Sonnenbrand im Nacken und das Verpassen des Geigers im Dianatempel. Und wenn man Glück hat, fällt einer in den Brunnen, als er sich nur mit der Hand erfrischen will. Ja, wenn man Glück hat, lacht er dabei.

Liz hat es verfasst, und zwar am 8. September 2008 um genau 16:17
Kategorie : München | 4 Kommentare


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