Die Sache ist ja die, dass es so viele Sachen sind.

Thema: Kultur

This is what my dad told me once.

(Mary Elizabeth Fry)

I dedicated my book to him. For a reason.

Bird boxes everywhere.

Immer mehr darauf konzentriert, nichts Falsches zu sagen, bleibt kein Platz im Kopf für Richtiges.

Die Taschen voll Wasser

“Er könnte etwas sagen, das sich nicht anhört wie ein Lieblingslied, das nicht klingt wie Frühlingsvogelzwitschern. Er könnte sagen, dass man es verstehen kann. Dass nicht alles hin sein muss. Dass es vielleicht weitergehen kann. Er könnte sagen: Simon, das war dumm. Das war nichts. Weißt du: es ist passiert. Jetzt ist es vorbei. Manchmal ist es besser, etwas geschehen zu lassen und zu merken: nein. Als es nicht zu tun und ewig nachzuhängen und zu träumen, wie es wohl gewesen wäre. Das ließe sich anhören. Vielleicht könnte man reden. Wirklich reden.” (S.33)

“Das war eine Zeit, wir waren alle Minuten einer Stunde zusammen, hatten alles zu tun und immer gemeinsam. Das Lächeln, das Nicken, die Hand.” (S.33)

“Immer mehr darauf konzentriert, nichts Falsches zu sagen, bleibt kein Platz im Kopf für Richtiges.” (S.33)

“Die Leute hier weinen nicht. Sie wissen: Auf Regen folgt Sonne, nach dem Winter kommt der Frühling und auf Tod folgt Leben. Und weinen nicht. Ich weine nicht. Das weiß ich. Sonst weiß ich nichts.” (S.44)

“An manchen Tagen sagten wir nicht mehr als Hallo und Bis-morgen-dann, obwohl wir den ganzen Tag zusammen waren. Das waren die schönsten Stunden. Nicht allein zu sein, aber ohne Publikum. Das ist es, was ich mit Freundschaft meine.” (S.47)

“Es gibt kein richtig und kein falsch in einer solchen Situation. Es gelten nicht die bekannten Regeln. Denn alles, was geschieht, bezieht sich nicht auf das Leben, sondern auf den Teil, der gerade daraus verschwunden ist. Alles, was im Gedanken daran geschieht, kann doch keine Bedeutung für die Welt, das weitere Leben haben.” (S.66)

“Ich mache das Licht nicht aus, ich stell das Käsebrot nicht weg, ich mache die Anlage nicht aus, ich blättere nicht im Notizbuch, ich schüttele keine seiner kleinen Welten. Ich traue mich nicht.” (S.68)

“Gestern hatte ich Hoffnung. Heute ist sie überforen. Irgendwie ist fremde Luft aus einem anderen Land über unsere Stadt gezogen und es begann zu tauen. Heute sitzen an dem kleinen See der Raciborska. Wir reden nicht, sonst wäre dieser Ort nichts wert. Das Wasser ist nicht zu gebrauchen, es gibt keine Tiere hier, selbst die Industrie kann das Wasser nicht mehr verwenden. Aber wenn eine angetaute Eisdecke wieder zufriert, dann beginnt sie zu singen. So sitzen wir in der Böschung und hören den Eisgesang. Dabei halten wir unsere Hände. Ganz fest.” (S.102)

“‘Wie kannst du mich lieben, wir sehen uns zum ersten Mal’ sagte sie. Ich sagte ‘nein, ich sehe dich schon seit Wochen, außerdem passt deine Hand sehr gut in meine’.” (S.108)

Die Taschen voll Wasser wurde geschrieben von Finn-Ole Heinrich.

Vom Meer dann.

So ist das auch ein bisschen, wenn man Veränderungen macht. Wenn sie nicht einfach passieren, sondern man sich hinstellt und die Augenbrauen zusammenzieht und sagt: Ich habe Angst, aber ich mach das jetzt, ich habe Angst, aber das muss sein, ich habe Angst, aber irgendwann werde ich keine Angst mehr haben. Dann macht man auch die Tür zu und lässt den Motor an und fummelt sich zurecht, weil man noch Sitze einstellen muss und Musik aussuchen und sich ein bisschen anfreunden mit dem Brummeln und überhaupt muss man natürlich gucken, wo man hin will, wo es da eigentlich lang geht, wie die Strecke verläuft und welche Teile man mit dem Bauchgefühl bestreiten kann und wo man sich dann doch besser an die Karte hält. Eine kleine Zeitabschätzung und den Proviant in Armlänge zurecht legen, damit man nicht anhalten muss, weil man Hunger hat sondern nur wenn man gucken will. Wenn man dann sitzt und merkt, dass man noch nicht Tschüß gesagt hat, ist es auch blöd wieder auszusteigen und dann herumzustehen, und wenn man winkt, weiß man ja auch nicht, ob das jemand sieht, das Fenster herunterkurbeln und den Arm rausstrecken, es ist ja auch nicht sicher, ob man das schon packt, einhändig fahren, und überhaupt. Manchmal ist einfach losfahren das Beste, erst einmal wirklich los, sich nicht mehr umdrehen, erst einmal nicht, und sich damit auch nicht die Frage beantworten, ob einem hinterher gesehen wurde, sie sich nicht einmal stellen, weil es keinen Unterschied macht.

Von unterwegs dann Postkarten schreiben, echte Postkarten mit Briefmarken und Stempeln und Handschrift und ein paar Schlieren vom Handrücken, echte Postkarten mit umgeknickten Ecken, solche, die ein bisschen brauchen und nicht sofort ankommen, von unterwegs dann, das ist wie sich umdrehen, aber mit Bedacht.

Sprinkles.

Lausitzer Platz

La Carte et le Territoire.

Houellebecq
Reflection

This is hardcore.

Something about scripts.

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Sometimes life is like that scene from Gilmore Girls where Luke and Lorelay stand there at this corner and it took them so long to get there and he brought a necklace for her and she got things right with Rorey and then they just look at each other and are ready to kiss and then this fucking stupid annoying noisy fucking damn marching band comes around with kids dressed like apples and wind instruments and everything is ruined. Luke leaves and Lorelay falls right into the man who is selling the balloons and he drops them and then they fly away. It’s a situation people might laugh about but it fucking hurts.

Sometimes I think, I can see you.

I can see you

Ich werde Ende dieser Woche in Köln sein, um an einer Arbeit von Mariano Pensotti im Rahmen des Heimspiels 2011 teilzunehmen: Sometimes I think, I can see you.

“Der argentinische Autor und Regisseur Mariano Pensotti wurde hierzulande durch seine Straßentheater-Produktion „La Maréa“ (2005) bekannt. Nach seiner Inszenierung „El pasado es un animal grotesco“ (2010), die in Europa im Programm des Kunstenfestivaldesarts und beim Festival Theaterformen zu sehen war, und der „Enzyklopädie des ungelebten Lebens“ (2010) für das Kunstfestival steirischer herbst, hat er mit „Sometimes I think, I can see you“ eine neue Arbeit herausgebracht, die das Straßenleben einer zeitgenössischen Großstadt poetisch reflektiert.

Ein Bahnhof. Auf beiden Seiten der Gleise, über den Köpfen der Passanten und Fahrgäste, sieht man vier Screens, die an elektronische Werbetafeln erinnern. Vier Schriftsteller beobachten aus verschiedenen Blickwinkeln die zufällig Versammelten. Ihre Texte werden in Echtzeit auf die Screens projiziert. Ein Film in Worten oder ein öffentlicher Blog, der davon erzählt, was sich parallel zum Leben auf dem Bahnhof in den Köpfen der Passanten und Zuschauer abspielt oder abspielen könnte. Die Zuschauer und zufälligen Passanten werden Teil der Geschichten und so zu Personen, die eben in diesem Moment erfunden werden.”

Mit mir schreiben am 2. April von 17-20 Uhr am U-Bahnhof Rudolfplatz die Kölner Autoren Thorsten Krämer und Guy Helminger sowie Gesine Danckwart. Ich bin sehr gespannt und freue mich wirklich.