Vielleicht hatte die Lady keinen Namen, dafür eine umso spektakulärere Frisur. Erst dachte ich, wir seien wieder bei Efterklang gelandet, die Vorband war wieder ein Typ, der auf dem Boden vor einem Rechner rumkrabbelte, keine Beleuchtung bekam und bei dem man erst dachte, der mache vielleicht gerade Soundcheck für die Band. Man merkt erst, dass das nicht stimmt, wenn in der Pause alle klatschen. Dann aber dann doch M83 in voller Aufstellung mit Schlagzeug hinter Plastikwand, Gonzalez und Lady an den Keyboards und Synthesizern und Nicolas an der Gitarre. Eigentlich bräuchte man ebenfalls ein Mikrofon, um anhand von Geräuschen nachzumachen, wie sich das angefühlt halt da in der dritten Reihe weggeblasen zu werden. Wuuuusccch. Wrrooooaaaaammm. Dischdisch und so. Auch wenn mir manch langsames Stück ein bisschen zu eintönig war, haben die Pathoskönige es geschafft, mir tausende Gänsehäute (ieh) über den Rücken zu jagen, mich zum Tanzen zu bringen und Maike zum Weinen. Und immer wieder frage ich mich, ob diese Bands, die dann so elegisch und sich auf die Lippe beißend, mit geschlossenen Augen und hin und wieder etwas apathisch scheinend vor und zurückwippen und bei jedem Druck einer Taste aussehen, als kämen sie gleich zum Orgasmus - machen die das auch in der Probe? Ich kann da nicht aus Erfahrung sprechen, aber fühlt es sich wirklich so an?
(Und bunt. Die Sache mit den Komplementärfarben übe ich noch. Aber wenn die Blätter da draußen so einen Aufstand machen, komme ich nicht drumherum. Farbe bekennen. Hals, Füße und Hände warmhalten. Einen Drachen steigen lassen. Der ist übrigens orange.)
Liz hat es verfasst, und zwar am 14. Oktober 2008 um genau 16:24 Uhr. Kategorie : Moi | 3 Kommentare
Nach einem halben Jahr ist das Video dann auch da. Vielen Dank an die engagierten Praktikanten von Hobnox, an Yorck und vor allem auch an Mister Lachmann natürlich und im Besonderen. Der Untertitel zum Film könnte auch heißen: Hab Mut zu Augenringen und enjoy the Luftfeuchtigkeit. Aber natürlich macht man sich gerne zum Horst, um seine LeserInnen zu unterhalten. Vor allem ich.
Liz hat es verfasst, und zwar am 13. Oktober 2008 um genau 14:07 Uhr. Kategorie : Taiwan | 7 Kommentare
Es ist wieder soweit. Tamtam, Bohei, Zickzack, Ratzfatz. Wer diese Woche in Berlin weilt, muss sich auf Smalltalk und Musikfaschismus, auf Listengerede und musikalischen Schlagabtausch gefasst machen. Denn ab heute redet man wieder davon, wen man gesehen hat, wen man nicht gesehen hat, wen man noch sehen will, wo man gleich hin muss, wo man heute schon war, wen man nicht sehen will und wen man nie sehen wird. Seltsamerweise wird dabei wirklich immer nur von “sehen” und nie von “hören” gesprochen. Aber gut. Die Popkomm ist eine Musikmesse, da geht es wohl um´s Hören und Sehen. Und die Sache mit dem Hören ist dann eher Understatement. Oder selbstverständlich. Man weiß es nicht so genau. Auf jeden Fall plärrt es in Berlin von 8.-10.Oktober gewaltig.
Herrenmagazin, Sport und Tomte krawallen am Mittwoch im Kesselhaus der Kulturbrauerei, die bezaubernde Ane Brun fährt derweil einen ruhigeren Gang im NBI. Junior Boys und Tricky ballern beim Intro Intim in der Maria am Ostbahnhof, während Get Well Soon und Those Dancing Days im Postbahnhof nebenan zu Gast sind. Außerdem spielen Kissogram nachts um zwei im White Trash.
Am Donnerstag gibt es eigentlich ja nur einen Ort, an dem man den Abend und meinen Geburtstag zelebrieren darf und das ist der Admiralspalast. Großartig wird es dort ganz sicherlich mit Ter Haar und (ichrastegleichausvorfreude)Seabear, weil Mikrokultur 19 Jahre weniger auf dem Buckel hat als ich dann und das ebenso feiert. Natürlich spielen aber auch die Handsome Furs im Schokoladen und Ellen Allien legt dann gegen vier noch im Watergate auf. Freitag dann Erik & Me im Palais der Kulturbrauerei. Samstag darf man schlafen, bevor man Sonntag noch zu den tollen 31 Knots, Alarma Man und Lack im Festsaal Kreuzberg marschiert. Oder kriecht.
Liz hat es verfasst, und zwar am 7. Oktober 2008 um genau 11:40 Uhr. Kategorie : Berlin, Ton | 2 Kommentare
Man bekommt dann plötzlich von der Außenwelt nicht mehr so viel mit, weil man mittendrin steckt in Plastikkugelschießereien und Blumenerhaltungstheorien. Weil der Tag so schnell rumgeht und man sich schon wieder auf dem Fahrrad in Richtung Zuhause befindet, obwohl man doch von dort eben erst losgefahren ist. Und nebenbei schafft man sogar noch zwei drei Sachen weg, die auf der großen Liste standen, man kann sich Rat holen und zwischendurch essen gehen, sich gegenseitig motivieren und strafend auf die Finger schauen, wenn schon wieder Tetris gespielt statt gearbeitet wurde. Man kann kleine, glibschige Gummitierchen an die Wand werfen und sich erschrecken, wenn sie nach zwei Stunden erst wieder runterfallen. Und dann muss man plötzlich auch schon wieder einen Ordner für Oktober anlegen und es fühlt sich befremdlich an, weil man doch dachte, jetzt gerade erst im Sommer angekommen zu sein. Stattdessen fährt man nun mit Handschuhen und Mütze ins Büro. Aber eigentlich ist es egal, in welchem Wetter man sich aufmacht, hauptsache man denkt weiterhin: So gern bin ich lange nicht zur Arbeit gefahren.
(Kann das jetzt für immer so weitergehen bitte? Nur mit ein bisschen Honorar- und Auftragszuwachs und ohne die Universität mit ihrem Milchhautcharakter? Besten Dank.)
Liz hat es verfasst, und zwar am 2. Oktober 2008 um genau 7:47 Uhr. Kategorie : Moi | 2 Kommentare