Unter Wasser die Augen aufmachen, mit dem Rücken nach unten, die Füße nach oben, unter Wasser wirklich einmal die Augen aufmachen und die Luft anhalten, solange es geht. Das Flimmern zulassen, das Drücken hinter der Stirn zulassen, die Schwerelosigkeit zulassen, das Berühren der kalten Fliesen zulassen, das Gefühl eines Untergangs zulassen, hinauf schauen und wissen, dass man noch Orientierung hat, dass man immer weiß, wo oben ist und wo unten und dass es sich dazwischen zwar manchmal schlecht schwimmt, aber immer noch der beste Weg ist. Unter Wasser muss man also immer die Augen aufmachen, wenn der Salzgehalt es zulässt, unter Wasser immer schauen, in welche Richtung die Luftblasen schwimmen, sich auf die Sinne verlassen, die man ja nicht umsonst hat, das Innenohr und die Möglichkeit Hell und Dunkel zu unterscheiden. Immer die Augen aufmachen und zu sich selbst sagen:
“I know there is not much you can count on, so always count on me.” (Big Deal)
- Big Deal spielen heute Abend in der Kantine vom Berghain und wer nicht zu William Fitzsimmons im Astra geht, sollte sie sich anhören.
Irgendjemand hat Shampoo ins Wasser getan, das untere Becken des Märchenbrunnens ist ganz weiß, es ist kein richtiger Schaum, nur eine leichte Decke. Oben hängt ein Mädchen die Füße ins Wasser, ein paar Blätter. Die Vögel fliegen nicht tief, aber mit Obacht, weil sie wissen, dass vielleicht etwas passiert, die Insekten der umliegenden Bäume begeben auf dieser Lichtung jedes Mal Selbstmord, hier frisst es sich gut mit dem Hochhaus im Rücken. Ein Kind hat seine Plastikschuhe an der Bank stehenlassen, klein und orange, als stünde es noch darin unter einem Umhang aus genug Phantasie. Nebenan führt jemand ein Feierabendgespräch am Telefon, gegenüber der Student macht sich einen neuen Zopf, das Ordnungsamt hat die Jacken weggelassen und schwitzt die Kragen voll.
Manchmal gibt es einen Punkt, an dem man merkt, dass nichts übrig geblieben ist. Das alles, was es noch gibt von zwei Menschen, vielleicht so ein Gesichtsausdruck ist, den man sich überlegt hat am Anfang, den man behalten hat, wie in Stein und Erinnerung geschlagen, ganz unverrückbar. Das, was sich beide vorstellen, bevor sie sich trauen, bevor sie sich anstrengen, bevor man sich wirklich nahekommt. Das, was man sich wünscht als Überraschungseifigur für die Hosentasche. Und manchmal bekommt man an diesem Punkt doch noch eine Kurve hin, einen Schlenker, es gibt Leute, die schaffen es, dem funkelnden Einhorn, das man niemals finden wird, einen Hut aufzusetzen, eine Schleife umzubinden, irgendetwas von heute mitzugeben, das es ein bisschen lebendiger macht, zurückholt, echt ist. Und manchmal schafft man’s nicht. Dann sitzt man voreinander mit einem Handabdruck von früher im Beton und jemand schüttet Seife ins Wasser. Keine Mimik, kein Jetzt, kein Flimmern. Wenn dann einer geht, also geht ohne den anderen, kann es sein, dass am nächsten Morgen eine Steinfigur mehr am Brunnen sitzt, ein lachender Hase, ein wankendes Pferd, ich bin mir sicher, die waren früher alle mal mehr als das.
Und das nächste Mal wird man sich begrüßen, nicht mit Handschlag, aber mit einem Blick, der sagt, dass man weiß, woher man kommt, wenigstens das weiß man noch. Und danach wird man den Kopf in den Nacken legen und Düsenjäger zählen, den Schwalben zusehen, jemanden anrufen, man wird sich nicht einmal mehr wirklich ärgern können, dass man sich geirrt hat, dass das passiert, hat sich festgetackert, so funktionieren die Dinge, und man wird sich neue Wünsche basteln. Im Winter dann wird man nicken, wenn man bemerkt, dass jemand die Steinfiguren zum Schutz in Holzverschläge gepackt hat, damit sie nicht stürzen. Kein richtiges Nest, nur eine leichte Decke.
Wie man sich langsam wieder bewegt. Einen Fuß vorsichtig vor den anderen schiebt, sich an den Zweigen orientiert, die einem immer und immer wieder gegen den Oberarm schlagen, den Ellbogen, den Unterarm, und wie man, wenn der Fuß aufsetzt, erst glaubt zu versinken und dann merkt, das passiert nicht. Darunter ist es ganz hart. Wie man den Kopf nach links und rechts neigt, kreisen lässt, wie die Muskelansätze sich dort, wo die Haare aufhören, langsam entsperren, irgendwann wird man den Kopf wieder ohne Probleme in den Nacken legen können, hochschauen ohne Krampf, ohne Schwanken. Wie man die Blumen aus den Plastiktöpfen klopft, nur sanft an den Rändern drückt, um die hellen Wurzeladern nicht zu zerreißen, und sie dann in die zurückgelehnte Erde setzt, kein Wurm, kein Käfer, das kommt alles noch. Das leichte Andrücken, das erste Gießen, das stille Beobachten danach, weil man ja immer denkt, sie würden gleich vor Gemütlichkeit seufzen, die Blumen, in so einem neuen Topf. Wie man alle Fenster öffnet und zuhört, wenn die neuen Winde einmal durch alle Zimmer gehen, die Papiere vom Tisch mitnehmen, die Wäsche auf der Leine nicht ganz schaffen, aber den Staub unter dem Bett und die Blätter vom letzten Herbst aus den Fensterzwischenräumen, die losen Bilder und zwei drei Strähnen Haar, die auch. Wie man da steht und sich die Winde nun auch wieder anders anhören, sich aufblasen und nicht mehr so zusammengekniffen wie im Winter einem in die Wangen beißen, nein, sie plustern sich beinahe auf und zeigen alles, was sie können. Manchmal hoffst du, dass sie den Baum im Hof ein bisschen näher rücken, sodass du morgens mit der Hand an die Zweige kommst. Nach einigem Knittern, Runzeln, Falten fallen irgendwann die alten Wangen ab, die alte Stirn, wie du dann bist, so können wir gehen.
“Ich stehe hier und spüre, wie der Winter aus mir raus rennt“, sagt Ronja Räubertochter dazu.
So ist das auch ein bisschen, wenn man Veränderungen macht. Wenn sie nicht einfach passieren, sondern man sich hinstellt und die Augenbrauen zusammenzieht und sagt: Ich habe Angst, aber ich mach das jetzt, ich habe Angst, aber das muss sein, ich habe Angst, aber irgendwann werde ich keine Angst mehr haben. Dann macht man auch die Tür zu und lässt den Motor an und fummelt sich zurecht, weil man noch Sitze einstellen muss und Musik aussuchen und sich ein bisschen anfreunden mit dem Brummeln und überhaupt muss man natürlich gucken, wo man hin will, wo es da eigentlich lang geht, wie die Strecke verläuft und welche Teile man mit dem Bauchgefühl bestreiten kann und wo man sich dann doch besser an die Karte hält. Eine kleine Zeitabschätzung und den Proviant in Armlänge zurecht legen, damit man nicht anhalten muss, weil man Hunger hat sondern nur wenn man gucken will. Wenn man dann sitzt und merkt, dass man noch nicht Tschüß gesagt hat, ist es auch blöd wieder auszusteigen und dann herumzustehen, und wenn man winkt, weiß man ja auch nicht, ob das jemand sieht, das Fenster herunterkurbeln und den Arm rausstrecken, es ist ja auch nicht sicher, ob man das schon packt, einhändig fahren, und überhaupt. Manchmal ist einfach losfahren das Beste, erst einmal wirklich los, sich nicht mehr umdrehen, erst einmal nicht, und sich damit auch nicht die Frage beantworten, ob einem hinterher gesehen wurde, sie sich nicht einmal stellen, weil es keinen Unterschied macht.
Von unterwegs dann Postkarten schreiben, echte Postkarten mit Briefmarken und Stempeln und Handschrift und ein paar Schlieren vom Handrücken, echte Postkarten mit umgeknickten Ecken, solche, die ein bisschen brauchen und nicht sofort ankommen, von unterwegs dann, das ist wie sich umdrehen, aber mit Bedacht.
Wenn man da sitzt und hofft, dass diese Geschichte mit der Zeit und dem Besserwerden ein bisschen Bestand hat, wenn man da sitzt und Getränke in sich hinein schüttet, weil man meint, das könne ein bisschen etwas beschleunigen, raus spülen, und wenn einem die Zeit noch gegenüber sitzt und einen anglotzt, ist es schwer. Es ist nicht nur schwierig, es ist wirklich schwer, weil es eben schwer fällt, jemandem gegenüber zu sitzen und nichts sagen zu können, weil es keine leichte Sache ist, jemanden anzusehen, der etwas mit einem gemacht hat, eine Veränderung, und darauf zu warten, dass er sich rührt oder geht oder spricht oder das noch einmal tut vielleicht. Und dann sitzt man und legt die Fingerspitzen auf den Goldrand des Tisches, weil er so kalt ist und der Rest so warm, der ganze Rest so sehr durchblutet, dass man es puckern sieht unter der Haut, dieses kleine Auf und Ab, das so stetig ist und doch kaum groß genug, um Schatten zu werfen. Gleichzeitig wird so viel Energie frei in diesen Adern, dass man jeden Moment das Gefühl hat auseinander zu fallen, nicht standhalten zu können und überzulaufen, vielleicht hier und da aufzuplatzen. Wenn die Dinge sich selbst eine neue Form geben, wenn sich etwas mit einer gewissen Lautstärke und Geschwindigkeit verändert, hat man oft das Gefühl, dass dasselbe mit dem eigenen Körper passieren müsste, der eigenen Form, dem Gesicht und den Händen, das kann doch nicht alles einfach so bleiben, da passiert doch soviel, das muss doch mitmachen.
Aber man sitzt da und die Grenze, die die Haut zieht, bleibt immer dieselbe, auch wenn sie hier und da blutet, das passiert, im Grunde aber nur kleine Banalitäten, Schorf ist auch eine gute Beschäftigung. Und die eigene Masse hinter der Haut bleibt dieselbe, obwohl sie sich ganz schön herumwirft, einmal durchwalkt, es scheint, als würde man sich selbst, während man da sitzt und der Zeit versucht in die Augen zu sehen, von innen umgraben, das Geräusch ist wirklich ein ähnliches, die angetrockneten Stellen brechen auf und darunter ist alles ein bisschen dunkler. Man fördert Dinge zu Tage, die man lange nicht gesehen hat, die Krusten vermischen sich mit anderen Schichten und Farben, da kommen auch glänzende Dinge hoch, Flächen, in denen sich Licht spiegelt oder Knöpfe einer Jacke. Hin und wieder beult eine Stelle, das passiert, wenn etwas große Wellen schlägt, wenn es keine klar vorgegebene Richtung gibt sondern erst einmal nur ins Wasser gehauen wird mit einer flachen Hand oder der einen/anderen Faust.
Man kann die Zeit nicht die ganze Zeit anstarren, auch wenn man meint, davon ginge sie vielleicht eher vorbei, das würde ihr irgendwann unangenehm, unser Blick, irgendwann rutscht er einem ab, weil Augenlider müde werden, weil wir müde sind schon und weil man nicht ewig so tun kann, als hätte man sonst nichts zu tun als die Augenbrauen anzuspannen, festzuhalten, zu schlucken. Und dann beginnen wir irgendwann damit herum zu schauen, verlagern das Gewicht, die Gewichte, irgendwann halten wir die Abwehrstellung nicht mehr durch und gehen in Schonhaltung über, das sind die Stunden, die man so verbringt, da passiert eine ganze Menge, auch wenn sie sich augenscheinlich keinen Zentimeter bewegt, die Zeit, und wie angeklebt in ihrem Stuhl hängt und immer noch scheiße und riesig aussieht und viel zu groß und zu breit, viel zu sicher und -
Nach der Schonhaltung kommt der leise Rückzug, das ist dann, wenn wir die Dinge nach und nach kleiner werden sehen, noch nicht die äußeren, aber die in uns, nicht die Gründe für die großen Gefühle, nicht die großen Gefühle selbst, aber die Unordnung, das Chaos und all diese verbrüderten Umstände, in denen sich die großen Gefühle verheddern, mit denen sie sich verkleiden, weil das manchmal besser wirkt und besser aussieht, Eindruck schindet. Das ist keine Kapitulation sondern eine Entscheidung, die du nur für dich triffst ohne es zu merken, eine Bagatelle aus Selbstschutz, für die du später sehr dankbar sein wirst. Und wenn du deine Dinge langsam packst, die Gesten, das Schluchzen, all das, worüber jemand stolpern könnte, wenn er sich dir nähert, wenn du das zusammen räumst, hast du zu tun, benutzt deine Hände mal wieder so, dass sie die Chance haben sich abzukühlen. Sachen verrücken und saubermachen und neu anordnen, auch außen und um dich herum, als Verhaltenstherapie, die die Bewegung als solches in den Mittelpunkt rückt. Du beginnst wieder, dich einzusetzen, die Richtungen auszuschöpfen, nach und nach immer mehr.
Manchmal passiert es hier schon, dass die Zeit unruhig wird, wenn sie sieht, wie du sie nicht mehr die ganze Zeit betrachtest, sie rutscht und fummelt sich an den Rändern ihrer Kleidung herum, mitunter steht sie kurz auf, um sich gleich danach wieder zu setzen, du schaust kurz auf und bist dir sicher, sie hat sich nicht gerührt, alles beim Alten, und machst weiter. Und wenn du dich dann sortiert hast, lehnst du dich zurück. Du hast nichts mehr zu verlieren, das ist alles draußen, alles auf dem Tisch, soll sie doch sehen, was sie damit macht, diese Diva, mehr gibt es nicht, das bist du, das ist alles, was du zu geben hast, man kann das jetzt nehmen und gehen oder anschauen und in die Hand nehmen, man kann es liegen lassen und sich irgendwann daran erinnern. Wenn du dann einen Moment das alles noch einmal anguckst, was da vor dir liegt zwischen den goldenen Tischrändern, das eine hier, das andere dort, die Fäden entwirrt und sorgsam nebeneinander aufgereiht, und dann den Blick hebst, dann passiert es, dass sie in der Zwischenzeit aufgestanden, zur Garderobe gelaufen und mit ihrer Jacke im Arm zur Tür raus ist. Das ist der gute Moment. Indem du dich entscheidest, einfach sitzen zu bleiben. Nicht aus Erwartung, nicht aus Beweis sondern einfach, weil es gerade so angenehm ruhig ist. Kein Starkwind, die Küstennebelfelder abnehmend. Bleib so.
Sich schütteln, sich von innen nach außen krempeln und einmal ordentlich durchsaugen, sich danach zusammenfalten, nicht bügeln, niemals bügeln, weil bügeln Fasern kaputt macht, aber ausklopfen, sich aus einem Fenster hängen und im Wind warten, solange bis es kalt wird und jemand einen reinholt, den ganzen Mist in den Hof werfen und noch weiter, die Krümel aus den Ecken, keine Krusten mehr, kein Geröll, aber die Enden nehmen und glatt ziehen, jetzt ist Frühling, wir bügeln nicht, aber wir lassen uns rühren, denn die Bewegung, die ist alles, was wir haben, das klopfende Herz und das Zwinkern und die nicht sicheren Finger, das ist keine Schwäche, das ist nur, weil wir nicht fest gefroren sind, weil der Winter sich nicht einnistet in uns, weil er manchmal Schichten bildet, dünnes Eis, weil an manchen Balken Zapfen wachsen, aber dass es nun rinnt und sich rührt, das sind wir, das ist, weil die Starre uns nicht hat und die Vollzeit-Souveränität noch nicht, das ist, weil wir noch schnell genug sind, weil wir noch zucken, wenn uns etwas berührt, weil nicht überall Hornhaut ist, wo man sie vermuten könnte, weil wir zwar manchmal glauben, dass es das letzte Mal war, dass wir so etwas fühlen und aushalten und verwinden können, aber das wird es nicht gewesen sein, das wird es niemals gewesen sein, weil es noch warm ist in uns.
Der Winter ist vorbei, wenn dir jemand einen Zettel ans Herz tackert mit einer Bleistiftlinie, auf dem steht: “Guten Morgen. Ein Berg für dich. Das Gute an Bergen: Was auch passiert, ihnen ist es egal. Sie bleiben einfach da. Wie geht es dir?“
Das Seufzen, wenn wir einen Anruf bekommen, eine Hand auf die Schulter, weil wieder etwas nicht stimmt, weil uns wieder gesagt wird, dass wir nicht sicher sind, dass niemand sicher ist, dass immer und zu jeder Zeit die Dinge auseinander fallen können und wie wir uns dann in Höfen finden und Hauseinfahrten, unter Türrahmen und versuchen, es Gemäuern nachzumachen und einfach noch eine Weile stehen zu bleiben, einfach so, als gäbe es keinen Wind und keine Gefahr und kein uns schüttelndes Gefühl, keine Angst, keinen Schweiß und keine Ungewissheit. Das Einatmen, wenn wir versuchen, es mit der Biologie genauer zu nehmen, uns selbst durch Atmung ruhiger zu machen, man hat mir heute gesagt, das funktioniert und ich werde versuchen, daran zu glauben, mich an mir selbst anzuwenden das nächste Mal. Das Ausatmen, wenn wir spüren, dass das noch nicht alles war, dass immer noch etwas nachkommt, dass wir gefasst sein sollten und auf der Hut, die Füße in einer Position, in der sie etwas abfangen und aufnehmen können, Bewegungen ausgleichen und irgendwie Halt bewahren, den Rücken und die Hände so, dass sie sich nicht in die Quere kommen, das Rückgrat stärken, nicht anknacksen (Aber wie nur kann man jemanden halten, von dem man weiß, dass er zu tragen hat, was größer ist als er selbst, das größer ist als ein Dampfer voller Elefanten, wie kannst du jemandem sagen, dass er das schafft, wenn du selbst ganz genau weißt, wie schwer es ist?).
Der Moment dazwischen, wenn die Luft durch den Oberkörper rast, Züge durch den Kopf, Ameisenherden durch Finger- und Haarspitzen, wenn es nicht mehr der Moment dazwischen ist sondern zu einem Zustand wird, der so lange anhält, wie wir nicht weiter wissen, wie man uns nichts sagt, warten lässt und darauf vertraut, dass wir uns das mit der Aufschichtung von Materialien ohne Verwendung von Mörtel gut an- und abgeschaut haben, tragend oder nicht tragend. Zwei Hände haben wir jeder, nur zwei, darum tun wir uns bei Bedarf manchmal zusammen, wir wagen den Versuch einer kleinen Allianz dann, wenn es nötig ist.
Und das, was sich hinter der Verblendung in uns zusammenzieht und Atem raubt, soviel, dass wir es durchaus Belastungsdyspnoe nennen können, wenn wir stehenbleiben und in den Himmel gucken müssen, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren, so sehr, dass manchmal eine Brücke nicht reicht, um Entfernungen abzuschätzen zwischen uns und allen anderen, das, was da krampft, ist nicht die Lunge, es ist das Herz.
Eigentlich bin ich ganz gut beieinander für diesen Moment und diese Ausgangslage und es sollte jetzt auch mal gut sein mit der ganzen Sortiererei, weil man ja verrückt wird, wenn man nur umschichtet und umräumt, weil man ja auch einfach mal alles in die Luft werfen und darin herumtanzen muss, damit man später wieder was zum Aufräumen hat. Ich bin sortiert und wenn ich etwas nicht finden kann, dann frage ich dich und vielleicht weißt du dann ja, wo es ist.