Vorhandensein ist zu vermuten.

Arkonaplatz

Es ist seltsam, jeden Tag Revue passieren zu lassen und auszuwählen, was davon man aufschreibt und was nicht, manchmal bleiben einfach kleine, lose Fetzen hängen, von denen man glaubt, die könnten eventuell jemanden interessieren oder einfach nur gut klingen und am Ende sitzt man da und will eigentlich siebenhundert Seiten über die Farbe des Laubs am Arkonaplatz schreiben, aber das bringt ja auch niemandem was und man selbst weiß ja eigentlich am besten, wie es sich über die Jahre verändert und vermutlich genügt das einfach. Was dazu kommt, ist, dass mir seit Tagen der Ursprung der Frage „Macht es dir etwas aus?“ nicht aus dem Kopf geht, und ich meine damit vor allem die Herkunft der Redewendung, die ich neuerdings verwandeln möchte in „Macht es in dir etwas aus?“, denn ich glaube, da kommt die Frage her und auch die Antwort „Es macht mir etwas aus ““ nämlich ein Gefühl oder einen Wunsch, es macht etwas klein und sogar noch kleiner, nämlich so klein, dass es beinahe nicht mehr zu sehen ist, aber zumindest noch so sehr, dass ich es formulieren kann“ und dann muss man ja sagen: „Ja, so ist es. Es macht mir etwas aus. Und jetzt ist es fort.“ Wie sehr ein einziges Wort einen Unterschied machen kann in Gewicht und Klang und vor allem Deutlichkeit, wie wichtig doch immer ist, wirklich zu wissen, was man sagt und fragt und in den zu erinnernden Momenten jedes Wort noch einmal herumzudrehen, weil man das ja von sich kennt, also wie sich die eigenen Erinnerungen zusammenbauen und das ist nie nur, wie das Licht fiel, das ist nie nur, wie du gerochen hast, das ist immer eine Mischung aus allem und der Ahnung, was gerade eventuell nicht gesagt wurde, lediglich eine Vermutung, wo man herkommt und hingeht und welcher Zufall gerade der eigene ist. Auch hier wieder: Bleibt Zufall wirklich so, wie wir uns das Wort zurechtdeuten, wenn man es sich genauer ansieht, dass dir etwas zu- und nicht einfach hinfällt, man könnte auch dem Zufall beinahe Richtung unterstellen, einen Antrieb, wenn man mehr Zeit hätte und ein bisschen mehr Licht, in mir drin ist ja fast noch September und ich möchte mich die ganze Zeit beschweren darüber, dass es schon so früh dunkel wird und dann fällt mir ein: Es ist ja alles, wie es soll.