Die Sache ist ja die, dass es so viele Sachen sind.

Monat: Juni, 2017

Zitronenfaltertage

„Born to make money“ steht in Weiß auf den grünen T-Shirts, die die beiden grinsenden Erwachsenen tragen, als sie mir am Morgen auf der Straße entgegen kommen. Sie tragen Papiere unter dem Arm, unterhalten sich angeregt. Die Sonne scheint und rollt rechts am Horizont aus dem Bild.

Beim Blick auf die leere Torstraße halten wir die Füße in das blau-orangene Planschbecken, weil der Weg in den Wald uns zu weit ist, weil man sich zwischendurch auf den großen Teppich legen und verschnaufen kann, weil man dann immer noch die wenigen Autos hört, die zu spät sind, zu spät auf dem Weg nach draußen, zu spät an der Erfrischung, zu schnell für diese Kurve. Gegenüber im Späti sitzen ein paar vergessene Gestalten und schwitzen, das Klirren ihrer Gläser klingt bis zu uns, wir prosten leise zurück und verbrennen uns die Ellbogen beim Abstützen am Fensterbrett. Ich erinnere mich an die Sommer im Bürgerpark, in denen wir ebenso apathisch herumlagen, aber uns genau deswegen tagelang wiederholten, die Hundstage, in denen alles schmilzt, alles ineiander fließt ohne Sinn und Verstand, an denen trinkt man Kaffee und Limoncello beinahe in einem Zug und wundert sich am Abend wirklich über nichts mehr.

Sie sagt, sie habe jetzt die Entscheidung getroffen, zu kündigen. Nach den vielen Jahren. Ohne eine neue Idee. Es sei jetzt an der Zeit, es sei ja wirklich lange nicht an der Zeit gewesen, eigentlich noch nie. Und sie sitzt da im Halbdunkel und blinzelt gegen unsere großen Augen an, die erwartungsvollen Blicke. „In meinem Kopf ist Fukushima“, sagt sie und ich will vor allem applaudieren. Sich loszumachen, bevor man weiß, wo es hingeht, wenn man weiß, dass man hier nicht mehr sein will, erfordert so viel Mut.

Im Schatten ist es gar nicht so wahnsinnig warm, sondern genau so warm, dass man nichts braucht, nicht mehr und nicht weniger, die Temperatur der eigenen Mitte. Sommer ist immer dann da, wenn Sonneneinstrahlung nicht mehr alles ist, um das es geht, wenn er einfach dabei ist, ohne dass man alles auf ihn auslegt. Zwei Frauen liegen neben mir am See. Ich schätze sie auf Ende Vierzig. Die eine macht gerade eine Therapie, Zucker sei nun verboten. Und dann habe sie noch diese Freundin mit den zwei Jagdhunden, mit der sie sich ein Haus angesehen hat auf dem Land, das habe sie ja unterschätzt, also diese Haussuche und auch die Hunde. Das sei ja wie mit zwei Kindern. Man müsse das vorbereiten, das Essen und den Ausflug, das habe sie anfangs nicht verstanden. Jetzt im Nachhinein wisse sie, sie hätte da achtsamer sein müssen, Bindung sei ja sowieso ihr Thema, und Geduld, sie habe sich also jetzt entschieden, der Freundin immer mal zu helfen mit ihren Hundekindern, sie gehe immer mal einkaufen für sie und erwarte keinen Dank, aber ihrer Therapeutin erzähle sie davon, irgendwo müsse man ja hin damit. Aber wenigstens sei das Leben jetzt schöner ohne Zucker, so Süchte hätten ja auch immer was mit Sehnsucht zu tun, da müsse man sich eh mal von losmachen. Die Haubentaucher klettert über den ins Wasser gefallenen Baumstamm an Land, schauen sich um, stehen ein bisschen und watscheln dann zurück hinein. Im Baumstumpf wohnt eine Maus, die in der Dämmerung größer wird. Später kommen die beiden Anfang Zwanzig. Ihre Haare sind blau, sein Kleid ist gelb, sie sprechen darüber, wie schwer es doch sei, sich dem eigenen Druck nicht hinzugeben, sofort den besten Job der Welt finden zu müssen, sie sprechen Englisch und wenn man die Augen schließt, könnte man meinen, man läge aus Versehen als Statistin in einer dieser Serien herum, von denen man nicht weiß, ob sie aus der Realität abgeschrieben sind oder ob die Realität von ihnen abschreibt, ob ihre Zuschauer wirklich so reden oder es nur tun, weil sie die Folgen so oft gesehen haben. Jedenfalls möchte man sie im ersten Moment komisch finden, aber wenn man ihnen zuhört, gönnt man es ihnen sofort, die Unbedarftheit und die großen Fragen, man schaut zwar etwas beschämt zur Seite, als sie mit den Handys in den See springen und mit den Beinen im Wasser zittern für ein Instagrambild, man möchte ihnen sagen „Ihr seid doch schon schön“, als sie über den richtigen Filter diskutieren und die Bildunterschrift, man gönnt ihnen das Grinsen zwischen den Zweifeln und vor allem das Gefühl, alles finge gerade erst an.

Die Nacht kommt langsam über die Stadt. Sie schiebt den Abend so beiseite, dass er es kaum merkt und die Blitze zucken über den schwarzen Kanten, bevor der Regen kommt. Sie spielen „Bei dir war es immer so schön“ von Hildegard Knef, als die ersten Tropfen fallen, kurz darauf rennen die Leute nur so an den großen Fenstern vorbei, halten sich Jacken und Taschen über den Kopf, das Dunkelblau ist fast fort, die Laternen leuchten in schmalen Streifen. Von nun an werden die Tage wieder kürzer, das war das Höchste an Licht.

Als wir auf der Wiese des Gleisdreieckparks liegen, kommt irgendwann der Wind und fährt so durch A. und mich hindurch, dass wir aufstehen und gehen, aber in dieser Sekunde des Aufstehens denke ich, das könnte doch dieser Moment sein, in dem sowas passiert, was eigentlich nicht passieren kann, also dass der Wind uns zum Beispiel hochhebt und wir nicht wieder selber die Beine in die Hand und die Hände um den Verstand herumlegen müssen. „Jetzt sind wir ja doch erwachsen geworden“, sagt A. und verfolgt mit dem Blick einen verirrten Junikäfer und die sich neben den Bierflaschen küssenden Teenager. I’ll keep this photo safe til my dying day.

Mitternachtskäsebrot

Das Flüstern am Fenster über die Leerstellen im Leben, auf die man Acht gibt, die man beinahe einzäunt, zumindest absperrt. Die Absperrung später durch einen Glaskasten ersetzt, manche Leute schaffen es, die Leerstellen einfach so im Raum zu lassen ohne sie zu markieren und die Besucher treten trotzdem nicht drauf. Da mal hinwollen, das irgendwann können. Umwege nicht mehr als solche zu begreifen.

Beim Karneval läuft nach dem Gewitter das Wasser an der riesigen Hüpfburg hinab, im Rinnstein schwimmt eine Honigmelone davon. Zwei Morgen danach fahren die Autos plötzlich nicht mehr, die Kreuzung ist gesperrt, überall stehen Last- und Kranwagen, es riecht nach Teer. Und während die einen die oberste Schicht von der Straße abtragen, um eine neue draufzulegen, beschneiden die anderen die Bäume. Alles auf einmal, die Kreuzung sieht aus, als würde man sie operieren.

Gegenüber wohnen die zwei, die immer am Fenster rauchen. Vielleicht haben sie keinen Kühlschrank, oder einen zu kleinen. Aber viele Lebensmittel hoben sie bis vor kurzem in einem selbstgebauten Kasten auf dem Fensterbrett auf. Fünfter Stock. Manchmal lassen sie einander den Schlüssel zur Haustür in einem roten Beutel an einem Seil herab. Manchmal lehnen sie sich beim Rauchen zu sehr auf das Holz, es könnte sein, dass irgendwann jemand von Joghurt, Margarine und Milch erschlagen wird. Aber nicht jetzt, nicht im Sommer.

Als ich morgens am Kanal nach Hause laufe nach den Liedern und den Reimen auf dem Balkon ist das Licht schon da, ohne da zu sein, und niemand sonst; für einen Augenblick das Gefühl, allein zu sein in der Stadt, so als habe jemand für ein paar Minuten einen anderen Filter eingestellt. Die Schwäne schwimmen brav in Zweierreihen, und weiter hinten sitzen dann doch noch zwei Menschen am Ufer vor dem Krankenhaus, die Köpfe aneinander gelehnt, immer wieder wild knutschend, sie bemerken nicht, dass zwölf Schwäne sie umringen, sie ansehen, nur einer schläft, die anderen betrachten das Paar, platzieren sich um sie herum, kreisen sie ein.

Auf dem Feld schließen wir eine Wette ab ohne Gewinn, ob der große Streifen Wolken an uns vorüberzieht, ob das Gewitter wirklich kommt, ob es Blitz und Donner geben wird. Am Ende kommt nur der Wind und schiebt alles weiter, auch den großen Mann ganz in Schwarz, mit dem gefärbten Undercut, der immer nur ein bisschen hin und her rollt auf seinen Skates, als traue er sich noch nicht, als würde er darauf warten, es gleich zu können, aber immerhin ein Versuch am Rand der Bahn, während hinter ihm die beiden Mädchen beinahe Pirouetten drehen. Der Regen kommt später dann doch noch, aber aus dem Hinterhalt und ganz ohne Pathos, als wären wir nur eine Erledigung auf seinem Weg.

Eigentlich müsste man genau jetzt beschließen, den Sommer woanders zu verbringen. Damit die Gerüche, die man schon kennt aus dem letzten Jahr, abgelöst werden nicht nur von ihresgleichen, sondern von allem, weil sich die Eindrücke ja dann so ineinander schieben, dass man abends im Bett, wenn das Herz klopft, weil man nicht weiß, woran man zuerst denken soll, in dieses Rauschen fällt. „Alle Knöpfe gleichzeitig drücken ist Neustart“, hat J. immer gesagt. Das alte Lied hören, das wir damals zusammen aufgenommen haben, sofort wieder gewusst von dieser Wohnung am anderen Ende der Stadt, noch nicht einmal 20 war ich damals, der Weg dorthin beinahe schon eine Reise, in jedem Fall aufregend, einer dieser Orte, an denen du weißt, das hier wird was, das hier werden Tage, an die du dich immer erinnern können wirst, an das helle Holz vom Regal, die Salatschleuder, den Unterschied zwischen der Lautstärke in der Wohnung und der großen Straße draußen, daran, wie wir nicht genau wussten, wohin das eigentlich gehen soll, und uns trotzdem immer wieder trafen. Das wird weniger im Alter. Dass man die Sachen laufen lässt, einfach nur, um zu sehen, was passiert, dass man das Zaudern aushält ohne Exit-Strategie. „Komm, wir treffen uns“ war damals immer ein Versprechen, den Nachmittag miteinander zu sein, ohne Plan, vielleicht essen, vielleicht sitzen, vielleicht lesen oder irgendwohin gehen, maximale Momentorientierung, manchmal haben wir auch einfach nur rumgelegen auf dem großen Bett, die Sonne war schief und J. machte Töne auf der Gitarre oder spielte mir Lieder vor von anderen, die ich noch nicht kannte, ich kannte eigentlich fast gar nichts, aber in dem Moment dachte ich, jetzt fängt das Leben an, so wird es später immer sein, so ruhig und dass man sich keine Sorgen macht, jedenfalls nicht solche, über die man kein Lied schreiben könnte, ich musste mich auch erst einmal daran gewöhnen, dass man bei J. da sein durfte. „Ich bin heute nicht so gut drauf“ ließ er als Absage nicht gelten, auch Krankheit nicht, dann kam er eben in die andere Hälfte der Stadt, J. war der erste Mensch in meinem Alter damals, bei dem es okay war, immer alles zu sein, was man ist.

Nuancen als Maßband

Die Mohnblüten sind größer als meine Hand. Sie stehen in einem der Vorgärten, die die bunten Blumen nach vorne raus pflanzen, damit es für jene gut aussieht, die den Weg entlang gehen. Den Weg benutzen die wenigsten, jedenfalls zu Fuß. Man fährt den Weg bis zu seinem Grundstück, dann steigt man aus und geht über zurechtgelegte Bodenplatten zu einer streng gefegten Terrasse, auf der man erst eine Weile sitzen und später die Ränder sauber zupfen wird. Unkraut mögen sie nicht. Auch wenn sie gar nicht genau wissen, was das ist, das Unkraut. Bei Opa wächst alles ineinander. Später sitzt er stöhnend zwischen den Kürbispflanzen, um zu kontrollieren, ob ich die Pflanzen in der richtigen Höhe in die Erde gesetzt, die Klammern auch sicher an die Pflanzen geklemmt und die Erde richtig festgedrückt habe. Ich schneide ihm die Haare und er sagt, er bekäme dabei so ein komisches Gefühl im Arm, als würde er einschlafen; und dann lasse ich mir mehr Zeit, als ich bräuchte. Sein Arm schläft nicht ein, er wird einfach nicht mehr so häufig berührt. Auf der Rückfahrt schauen zwei Katzen und ein Marder direkt ins Licht. Es gibt diese Stelle an der Straße, an der so viele leuchtende Fahrbahnbegrenzungen angebracht sind, dass es aussieht wie ein Bonuslevel bei Grand Theft Auto. Oder eine Landebahn. Wir müssen öfter wiederkommen, ich will sehen, wie hoch der Fingerhut es schafft.

Ich halte das Glas Gin Tonic über das Geländer und es ist einer dieser Momente, in denen man sieht, was passieren könnte, eine Sekunde in zweien. Und sich dann fühlt, als habe man alles im Griff, weil man das Glas eben nicht fallen lässt, sondern fest umschließt, nicht wegsieht, obwohl es so blendet, nichts sagt, obwohl man könnte, sich einfach nicht bewegt, obwohl es von allen Seiten zieht, die Häuser nicht zählt und den Weg nach Hause ein bisschen langsamer fährt.

Die Vögel im Hof sind zurück. Man sieht sie nicht, aber wenn man morgens aufwacht und das Fenster sowie die Tür zum Bad offen lässt, kann ich sie hören. Manchmal wache ich von ihnen auf. Die Geräusche werden sich verschieben, wenn die Ampel kommt. Sie steht schon, aber es hat sie noch niemand angeschaltet.

Wir fahren unter das Dach der Tankstelle, hinter uns fährt ein dunkelgrüner Oldtimer, aus dem Jugendliche steigen, die aussehen wie aus einem Werbespot mit diesen Barbiefrisuren, die immer sitzen, egal wie sehr sich die Menschen darunter bewegen, es bewegt sich kein einziges Haar. Nichts schwingt mit. Bis der Wind kommt und den Schwarm an Pollen aufwirbelt, die plötzlich überall sind, als würden sie sich sekündlich verdoppeln, irgendwann ist alles weiß und der eine Junge, es ist der, der fahren darf, neben seinem Wagen steht und aussieht, als sei er grau geworden, weil sich die Sporen an seinem klebrigen Haar festsetzen. Man ahnt plötzlich, wie er aussehen wird in zehn oder zwanzig Jahren. Am See fällt die Sonne in Fetzen an den Blättern vorbei auf den Boden, als müsse sie jemand einsammeln und zusammensetzen, und direkt über uns in dem blauen Stück kreuzen sich die Spuren von zwei Flugzeugen.

„Ich darf ja nichts sagen, ich gehe schließlich jetzt nach Hause und halte mich beim Schlafen an einer Glühbirne fest.“ Wenn sie alt ist, werde ich ihr noch einmal davon erzählen, obwohl sie es nicht vergessen haben wird, mir zuliebe wird sie dennoch so lächeln, als wisse sie es nicht mehr ganz so genau. Sie weiß immer.

Man kann nur neben manchen Menschen wirklich gut sitzen. Und dann ist plötzlich Juni.

La Gomera #8

An der Stadtmauer von Alojera stirbt eine kleine Katze vor sich hin. Die Schale mit Wasser rührt sie nicht mehr an, wir gehen weiter dorthin, wo das Meer mit voller Wucht gegen den Strand und die Kaimauer knallt, von der nicht mehr so viel, aber genug übrig ist, man sieht, wie das Meer an den Kanten nagt, das Ufer hat aufgegeben. Eine richtige Abfahrt mit Haltepunkt gibt es nicht mehr, wir parken dort, wo auf großen Schildern in allen erdenklichen Sprachen vor Steinschlag gewarnt wird. Hier lebt kaum noch jemand. Außer vielleicht der Frau Mitte Vierzig und ihrer Mutter, die in der einzigen Kneipe zwischen den eng stehenden Häusern steht und so tut, als kämen sie gleich. Also die, die man gerade nicht sehen kann und die vermutlich nicht mehr kommen werden, als wären sie nur kurz ausgeflogen. Im Fernseher in der hinteren Ecke läuft ein Western, in der Kühltruhe liegen Eissorten bereit. Hinter der Bar hängt ein Blatt Papier in einer Plastikfolie an Reißzwecken: „Bück dich vor niemandem“ steht in Spanisch darauf. Die dürren Katzen unter den Tischen draußen sehen erst auf den zweiten Blick so aus, als lägen sie auch bald neben der Mauer. Bis dahin zerfleischen sie abwechselnd einen zuckenden Salamander mit Blick auf das Boot, das auf den Treppen zum Strand hin angebunden wurde. Die Häuser sind nicht verfallen, manche scheinen frisch gestrichen, frisch verriegelt, die Gardinen haben noch keinen Gilb angesetzt, aber die ersten Spinnweben klettern langsam an den Balken hinauf. Auf dem Tresen des zerfallenen Motels steht noch das Welcome-Schild, sodass der Blick direkt drauf fällt, wenn man durchs Fenster sieht. Da steht noch ein Sofa, das man nur mit dem Blick einfach kurz zurechtrücken müsste, im Raum ein bisschen fegen, die blaue und grüne Farbe an den Fensterläden erneuern. Der Tischtennisplatte auf dem Dach die andere Hälfte zurückgeben. All die guten, bunten Häuser stehen leer, es gibt kein Geräusch außer dem Meer, außer dem Wind, und man merkt erst eine Sekunde zu spät, wie seltsam das klingt. Man sieht die Einsamkeit in den Löchern unter den Treppen vor der Eingangstür, die Einsamkeit, die sich einstellt, wenn jemand gegangen und weggeblieben ist ohne Bescheid zu sagen.

Zurück daheim dem Knistern der Palmenblätter zuhören und dem Rauschen, das vom Berg herkommt, weil dort der Wind durch die Bäume fährt. Wäre ich ein Kind, das Leben hier würde sich allein an den handtellergroßen Maracujablüten bemessen, die aussehen wie Ufos, an dem Winseln der Katze, die immer viel mehr essen will als sie essen kann, an den wütenden Kohlmeisen, die in den knisternen Wedeln sitzen und sich in einem Singsang aufregen, den sie sich eventuell von den Menschen abgeschaut haben. Es ginge nur darum, passgenaue und biegsame Stöcker zu finden, die sich zu einem Kreis binden lassen. Es ginge darum, den Moment der Fähre nicht zu verpassen, Ama oder Fred Olsen, und dann auf das Geländer zu steigen und „Amerika!“ zu rufen, obwohl es nur Teneriffa ist, was sich an der Horizontlinie türmt. Es ginge nur darum, solange zu bleiben, bis die Fährspuren sich wieder mit dem Meer verwoben haben, darum auszuhalten, dass es eine Weile dauert, nur darum, den Blick auf die Spuren im Blau zu legen, vor dem Verschwinden nicht loszulassen.