Die Sache ist ja die, dass es so viele Sachen sind.

Monat: Januar, 2012

Your letter filled the hole in my day like a key.

Emma Bowlcut

“One of my goals is not to ask questions as that implies that this has all happened before and I am merely asking you to tell me how things went. Which isn’t to say I don’t believe in destiny.”

“What happened to your heartbeat. Tell me soon as it’s not a good place to have a question mark.”

“I don’t want to destroy anything. But I want to know what I can destroy. I am possessed by the conviction that I need you like blood needs a vein to get from one place to another.”

“I stood without intention of moving and realized we see every punch coming in a boxing movie but in real life we miss a lot of them.”

“One of my favorite things of all time is when an animal keeps company with different species. It’s often a duck. Maybe you should get a duck for that library you work in. No one would complain. Ducks belong in libraries.”

“And i hope each morning you wake like a bird in a nest and fly without a thought.”

“We are always making choices and then we go to sleep. At separate times.”

“I learned that you can get bruises without external contact. Struck by something to get out from within.”

“You are the reason I get out of bed. To tell you that I have gotten out of bed. Yours are the only questions I want to answer. I live to pocket all your questions marks, as many as I can, in your life. To discard them secretly when you’re not looking.”

“How come naps are so much sweeter than regular sleep. Because it’s the type that you can’t resist, it just takes you.”

“Everything I have done today could have been done by a bear. The long seasoned sleep. The lumbering out of bed. Tearing a hard roll dipped into honey. And then sprawling lazily in the grass where the sun hit. I was going to take a bath but decided that would have been too much bear activity, so I showered.”

“There is a reason ice is slippery. Did anyone laught at you. I have an inhability to help anyone who has fallen. To witness injects me with a paralytic joy. If someone falls in front of me, you’ve never seen such a smile in your life. I’m tickled by the chance that they are learning something.”

(“Letters to Emma Bowlcut” was written by Bill Callahan and published by Drag City in 2010)

Halbleitertechnologie.

Light can fix me

Wenn etwas durch dich hindurch geht, eine Geschichte, die nicht deine ist, ein Wort, das du vorher nicht kanntest, ein Wunsch in einer gewissen Schnittrichtung, die deinen Haaren im Nacken entgegen steht. Wenn etwas an dir vorbei saust, so nah, dass du es mitunter mit einer echten Berührung verwechselst, aber auch zu kurz, um zu riechen, zu schnell, um einen Umriss auszumachen, aber nah genug, um da gewesen zu sein, zumindest als Spur hinterher, nah genug, um die Oberfläche zu verändern, wenn auch nur durch Gänsehaut. Wenn sich ein Wolkenstreifen gerade in dem Moment auflöst, in dem du hinauf geschaut hast, zu flüchtig, um sich selbst nicht in Frage zu stellen, aber zu schön, um ihn zu übersehen. Wenn etwas durch dich hindurch geht, wie Nebel, der sich an einem dieser kalten Morgen mit deinem Atem vermischt und mit Seeluft, wird es niemals so sein, dass nichts zurück bleibt, du wirst aufräumen müssen und sortieren, du wirst schütteln und klopfen, weil du aus dem Alter raus bist, in dem man glaubt, so ein Wind geht rein und dann einfach wieder raus, ohne etwas zu verändern, aus dem Alter raus, in dem man denkt, Oberflächen sind so glatt, dass alles an ihnen abperlt, abrutscht. Von Korrosion hatte man früher ja keine Ahnung und von Oxidation nicht und auch nicht von Herzmuskel- und Hautschuppenbeschaffenheiten.

Wenn so ein Wetter an dir vorüber geht, kannst du dir überlegen, ob du die Hand aufhältst oder endgültig deine Kapuze heiratest. Das ist auch immer eine Frage von Temperatur, ob es kalt wird am Ohr, ob man sich ein Fell antrainiert hat oder Hornhäute, diese Existenz als Membran. Die elektrische Leitfähigkeit von Halbleitern ist stark temperaturabhängig. In der Nähe des absoluten Temperaturnullpunkts sind Halbleiter Isolatoren. Dann hältst du still, bewegst dich nicht, Gestik, Mimik, das sind alles Sachen mit Distanzgefühl, in der Nähe von Eis friert es ein und benimmt sich. Manchmal, wenn es gut ist, wenn es warm wird, passiert was, manchmal bewegen sich die Dinge dann, alles fließt und flattert, und dann überlegst du, wie es wäre, nicht mehr nur Halbleiter zu sein, diesen Isolationszustand abgeschaltet zu bekommen, in einen Leiter erster Klasse überzugehen, einfach Metall mit Organen aus Kristallgitterstruktur, sodass sich Elektronen frei bewegen in dir, kein lautes Schlucken mehr, nur noch eine warme Stirn. Nicht mehr so oder so, sondern nur noch so. Hin und zurück. Nichts mehr aussuchen, nur noch sein, keine Loch in der Bindung. In Halbleiter können auch noch Fremdatome eingebracht werden, irgendwann ist auch mal gut damit, das fühlt man irgendwann, irgendwann ist gut mit halb und halb und ein bisschen und ein Stückchen und -chen -chen -chen. Aber das mit dem inneren Widerstand übst du. Leiter erster Klasse erfahren durch elektrische Leitung keine stoffliche Veränderung, so wünschst du dir das. Alles aus Gold irgendwann.

Re: Die Schmerzensmänner

“Ist es nicht viel schöner, wenn ein Mensch so sein darf, wie er ist? Wenn Männer die gleiche Musik hören dürfen wie Frauen, Frauen aber auch Fußball spielen und wenn es ihnen beliebt Männer am laufenden Band aufreißen dürfen. Wenn vielleicht ein Typ morgens länger im Bad braucht als seine Freundin und das okay ist? Wenn es die Bezeichnung Mädchenmusik irgendwann einfach nicht mehr gibt, weil wir endlich gemerkt haben, dass sie Schwachsinn ist. Wenn “Du Mädchen” nicht mehr als Schimpfwort benutzt wird und wir alle einfach mal zugeben dürfen, dass wir WarmduscherInnen sind.”

Katinka sagt in ihrem Text alles, was man dazu eigentlich sagen kann. Und sollte. Laut. Ganz laut.