Und Wind

Mit lautem Gewirr und diesen Möwen von damals. Die Füße in den Sand graben, nach hinten umfallen, Augen zu, einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen, stillhalten, Augen auf. Und dass man sich wahrhaftig hineinwerfen könnte in das Wasser, das die Arme ausstreckt, mit lautem Gebrüll, sodass es in diesem Moment die Vögel aufschreckt. In der Spüle neben dem Lappen dehnt nur eine Obstfliege noch ihren letzten Sommer.
Sag, dass das wahr wird, wenn ich dem Strudel im morgendlichen Kakao hinterher- und vorausschaue, den Löffel im Anschlag. Die Milch bis über den Rand erinnert mich an das Rauschen mit dem Salz auf der Haut und einer klirrenden Kälte, die sich Schritt für Schritt festsetzt und die man noch am Abend spürt, wenn man sich Schale für Schale aus den Kleidern pellt, die Haare steif gefroren, die Finger rot und rissig. Ein heißer Tee mit Honig.
Hier hat die Kastanie schwer mit dem nahenden Winter zu tun, heute morgen hing noch ein kleines grünes Blatt, während sich der Balkon schon verabschiedet hat. Und deine Morgenschlappen haben die Farbe von Südsee. Hier liegt kein Meer vor der Tür, du kannst nichts dafür. Aber zerzaus mir das Haar. Und mach dir klar, dass ich mich frag die ganze Zeit, wo du bleibst und was du treibst da draußen. Wo du bleibst. Und falls du daran denkst, zieh die Decke bis hoch an die Nase. Die See schläft so unruhig wie ich.
Liz hat es verfasst, und zwar am 31. Oktober 2006 um genau 16:21 Uhr.
Kategorie : Moi
2 Kommentare Kommentar hinzufügen
1. Martincho | 31. Oktober 2006 um 16:41
Mhhhhh. Gut. Das. Irgendwie. Gruß.
2. Phil | 2. November 2006 um 22:53
Klingt irgendwie ein bißchen nach “Ich muss hier mal dringend raus und woanders hin!”. Kannst mich ja mal besuchen kommen und wir unternehmen was. :)
Ansonsten nochmal Kompliment zum Blog. Und Du kannst ja mal auf meine Anfrage beiStudiVZ wegen dem Berlin-Blog antworten.
Ciao, Phil
Kommentar hinterlassen
Trackback | RSS Feed | Abmelden