You should have known.

Wenn einem jemand erzählt, was alles passiert. Was vielleicht sein könnte, was gut möglich wäre, was eine Chance hätte, dass man den Mut verlor, dass man es doch sagt, was ja wichtig ist, um sich wieder treffen zu können. Wenn einem jemand etwas erzählt, in Halbsätzen mit unsicherem Mund und den Händen immer woanders, wenn einem jemand dann etwas erzählt und sich festhält an einer Kante und du denkst, jetzt kenn ich dich nicht mehr, jetzt bist du jemand anderes. Und dich fragst, was ist in diesen zwei Sekunden passiert?

Wenn einem jemand erzählt, was passiert. Und man schon weiß, bevor er zu sprechen beginnt, dass nichts davon wahr wird. Dass alles so bleibt. Dass das nur gesagt wird, um der Situation eine Brisanz zu geben, um mal kurz so zu tun, als mache man einen Schritt in eine Richtung, die man so lange nicht mehr eingeschlagen hat, um sich zu vergewissern, dass man das noch kann. Wenn einem jemand erzählt, woran er manchmal vielleicht denkt. Und man schon weiß, bevor er fertig ist, dass nichts davon jemals geschieht. Dann möchte man nichts mehr sagen. Weil man es ja ernst meinen könnte.

Liz hat es verfasst, und zwar am 6. Dezember 2007 um genau 17:20 Uhr.
Kategorie : Blicke

4 Kommentare Kommentar hinzufügen

  • 1. haida  |  8. Dezember 2007 um 12:05

    hey liz

    vielleicht kennst du mich von meiner webside, ich jedenfalls bin fast täglich besucher deiner und jedesmal gespannt was du wieder zu schreiben hast. ich bin echt begeistert von deinem stil, wie du dinge wahrnimmst, welches feingefühl du für den alltag besitzt und welche fähigkeit du besitzt das erlebte und gedachte mitzuteilen, fühlbar zu machen! hört sich jetzt alles vielleicht ein bisschen überzogen an, ist aber wahr. ich schreib dir eigentlich nicht um dir honig ums maul zu schmieren. nein, eigentlich will ich eine bitte an dich richten die da wäre: ich häng grade in meinem diplom, studiere eigentlich innenarchitektur und orientiere mich mehr und mehr in die freie kunst, illustration und graphik-design. mein diplom wird eine auseinandersetzung und darstellung der atmosphäre in bcn und dazu werde ich collagen anfertigen und texte schreiben. eigentlich bin ich schon dabei zu schreiben, habe einige geschichten und atmosphären schon schriftlich versucht wiederzugeben. die sache ist die, dass das mein erster wirklicher lyrischer versuch ist, vorher habe ich meine gedanken eher bildlich eingefangen. es ist mein diplom, was mich nervös und unsicher macht…ich wollte dich daher fragen, ob du die zeit und muse besitzt meine texte korrektur zu lesen, mir verbesserungen und vielleicht auch zustimmung geben kannst?! ich bin kein poet nur begeisterte beobachterin meiner umwelt, aber ich will zu papier bringen was und wie ich bcn wahrnehme.
    was sagst du?
    liebste grüße aus bcn
    heide (www.barefoot-throughall.blogspot.com)

  • 2. dax  |  10. Dezember 2007 um 14:26

    Ist es Angst, wenn man sich überfordert fühlt? Wenn man weiß, dass man so viel zu sagen hätte, aber nicht kann, durch diese innere Blockade. Ist es Angst, wenn man sich nur mit Vorwürfen konfrontiert sieht und lieber weg läuft anstatt sich gegenseitig zu verstehen?
    Und so spricht man miteinander, nervös und unfrei, nur über unverfängliches. Über all die Dinge, die einem zeigen, dass man am Leben des anderen teilhaben will, sich dafür interessiert. Und wir schließen die Augen vor all den Dingen, die unausgesprochen bleiben, die das miteinander belasten. Aus Angst?
    Oder aber einfach nur Stille. Kein Anruf, kein Brief, Treffen, keine Mail. Und man wird sich fremd, nimmt nicht mehr am Leben des anderen teil. Redet nicht über das, was war, was ist und auch was sein könnte. Aus Angst!

  • 3. Liz  |  10. Dezember 2007 um 20:22

    @dax. Hm. Aber Angst sollte nicht die komplette Kommunikation lähmen. Ich dachte bei den Zeilen mehr an die Unverfänglichkeit der Situation, die einen zu wilden Worten hinreißt. Die man eventuell nicht ernst meint.

  • 4. dax  |  11. Dezember 2007 um 4:28

    Ja, das passiert manchmal. Wilde Worte, die man manchmal hinaus lässt, aber nicht weiß was sie anstellen können. Gute, schöne, überlegte Worte bringen Verantwortung mit sich. Egal, es ging um Kommunikation.
    Sollte nicht… aber sie tut es. (wie ich es hasse etwas zu “tun”… lach) Gute, ehrliche Kommunikation, und von der reden wir beide hoffentlich, lässt sich nicht blockieren. Es gibt keine unausgesprochenen Gedanken, keine versteckten Gefühle. Oder liege ich so falsch????
    Gut Nacht, liz :)

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