{"id":6618,"date":"2023-09-27T22:16:33","date_gmt":"2023-09-27T20:16:33","guid":{"rendered":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/?p=6618"},"modified":"2023-09-28T08:11:09","modified_gmt":"2023-09-28T06:11:09","slug":"empfehlungen-fuer-die-zeit-nach-der-endo-op","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/empfehlungen-fuer-die-zeit-nach-der-endo-op\/","title":{"rendered":"Empfehlungen f\u00fcr die Zeit nach der Endo-Op"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich habe lange nicht mehr so geschrieben. Also so direkt und unverklausuliert. Aber nachdem ich auf <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.instagram.com\/elisabethrank\/?hl=de\" target=\"_blank\">Instagram<\/a> immer mal wieder erw\u00e4hnt habe, dass Anfang 2023 bei mir Endometriose diagnostiziert wurde, habe ich sehr viele Nachrichten von Frauen bekommen. In diesen Nachrichten haben sie nach Empfehlungen und Tipps gefragt, endlich eine Diagnose zu bekommen, sie haben Symptome beschrieben und erz\u00e4hlt, bei wie vielen \u00c4rzt*innen sie schon waren, und die meisten von ihnen waren sich unsicher. Unsicher, ob sie es noch mal in einer anderen Praxis versuchen sollen, weil sie nicht ernst genommen wurden, unsicher, ob es ihnen zusteht zu fragen, unsicher, ob ihre Schmerzen stark genug sind, unsicher, an wen sie sich wenden k\u00f6nnen, weil diese Schmerzen ihr Leben oft beeinflussen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor zw\u00f6lf Tagen hatte ich eine Geb\u00e4rmutter- und eine Bauchspiegelung. Und auch dar\u00fcber habe ich kurz geschrieben und wieder haben sich danach Frauen bei mir gemeldet und nach Tipps gefragt. Ich bin ehrlich, es f\u00fchlt sich seltsam an, nach so langer Zeit hier wieder zu schreiben und dann mit diesem Thema auch viel konkreter als fr\u00fcher. Ich m\u00f6chte beinahe sagen, sachlicher, aber ich wei\u00df gar nicht, ob ich hier so sachlich bleiben kann, wenn ich h\u00f6re, was Menschen mit starken Schmerzen so alles gesagt bekommen, wenn ich dran denke, was mir selbst jahrelang gesagt wurde. Jedenfalls \u2013 ich selbst habe mit mehreren Menschen gesprochen, die schon eine Endo-OP hinter sich haben, und auch ein bisschen in Blogs dazu gelesen. Und die wichtigsten und hilfreichsten Tipps hab ich tats\u00e4chlich nur in pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4chen bekommen. Aber den Zugang haben nicht alle, und es kann ja auch teilweise f\u00fcr die Betroffenen anstrengend sein, ihre Erfahrungen zu teilen und andere vorzubereiten auf so eine OP. Ich hatte Gl\u00fcck mit den Menschen, die mir ihre Zeit und ihr Wissen zur Verf\u00fcgung gestellt haben. <\/p>\n\n\n\n<p>Und deswegen wollte ich ein paar Tipps teilen, die die Situation vor und nach einer OP erleichtern k\u00f6nnen oder die mir geholfen haben. Und nat\u00fcrlich ist dies nicht als medizinischer Rat zu verstehen \u2013 man sollte immer aufs eigene K\u00f6rpergef\u00fchl h\u00f6ren und sich nat\u00fcrlich mit \u00c4rzt*innen besprechen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vorher<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>Kleidung: Es gibt bereits ganz gute <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/endometriose.app\/was-nehme-ich-mit-ins-krankenhaus\/\" target=\"_blank\">Packlisten<\/a> im Netz. Ich hab nach der OP gemerkt, dass es f\u00fcr mich sinnvoll war, Unterw\u00e4sche ohne N\u00e4hte zu tragen. Und Unterw\u00e4sche, deren R\u00e4nder nicht an den Narbenstellen reiben, weil meine Bauchhaut sehr empfindlich war nach der OP. Meine Zimmernachbarin und ich hatten au\u00dferdem beide weite, lange Blusen dabei, damit vermeidet man zumindest im Sommer, dass man eine Hose anziehen muss. Und je weniger am Bauch war, desto angenehmer war es \u2013 auch in der Woche nach der OP. Wenn man mag, dass der Bauch eingepackt ist, k\u00f6nnten Schwangerschaftsleggins was sein, deren Bund sehr hoch sitzt. Alles in allem hatte ich zu viel Zeug dabei, ich konnte in den zwei Tagen nach der OP im Krankenhaus eh kaum was machen. Und was fehlt, kann man sich bringen lassen.<\/li><li>Periodenunterw\u00e4sche: Da es nach der OP noch eine Weile zu Blutungen kommen kann, war f\u00fcr mich Periodenunterw\u00e4sche sehr hilfreich. Aber auch hier: gucken, dass die nicht zu eng sitzt wegen Druck am Bauch, Hautreizungen etc.<\/li><li>Kaugummi: Das Gas im Bauch kann besser abgebaut werden, wenn man die Darmt\u00e4tigkeit anregt. Im Krankenhaus gibt\u2019s daf\u00fcr Kautabletten. Aber Kaugummi schmeckt halt besser und hilft auch.<\/li><li>Nachsorgetermin: Macht den Termin zur Nachsorge vorher schon, wenn euer Krankenhaus die Nachsorge nicht \u00fcbernimmt. Ich hatte die Nachsorge in meiner gyn\u00e4kologischen Praxis und habe mir den Termin vorher schon besorgt. Meistens ist die Nachsorgeuntersuchung so eine Woche nach OP.<\/li><li>Dorf: Man muss das nicht allein machen. Vertraut euch Leuten an. Teilt Gedanken und \u00c4ngste. Und lasst euch besuchen und umsorgen. Nach Hilfe zu fragen und Hilfe anzunehmen f\u00e4llt vielen schwer, aber die Endo-OP ist eine gute Situation das zu \u00fcben.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Im Krankenhaus:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>Narkosegespr\u00e4ch: Falls ihr schon mal eine Vollnarkose nicht gut vertragen habt, sprecht mit den Narkose\u00e4rzt*innen dar\u00fcber. \u00dcbelkeit kann vorgebeugt werden. Weil Kotzen nach so einer OP noch unangenehmer ist als eh schon.<\/li><li>Gas: Eine Freundin hat mich auch drauf vorbereitet, dass die Auswirkungen vom Gas, das nach der OP teilweise noch im Bauch verbleibt, sehr unangenehm sein k\u00f6nnen. Das Gas kann aufs Zwerchfell dr\u00fccken, auf Nerven, manche haben Schulterschmerzen oder R\u00fcckenschmerzen, man r\u00fclpst und hat Bl\u00e4hungen. Was helfen kann, ist Bewegung, damit der Darm in Gang kommt und das Gas schneller absorbiert wird. Da sollte man aber sein eigenes Tempo finden. Wenn ihr euch noch nicht nach rumlaufen f\u00fchlt, lasst euch nicht stressen. Meine Zimmernachbarin war schneller auf den Beinen als ich, hatte aber auch einen h\u00f6heren Druck, weil das Gas bei ihr mehr Schmerzen verursacht hat. Mir haben Schultermassagen, manuelle Therapie und tats\u00e4chlich auch langsames Gehen sehr geholfen, mit den Schmerzen klarzukommen. Und Kaugummi.<\/li><li>Kissen unter die Knie: Ich fands sehr angenehm mit Kissen unter den Knien zu schlafen und sie nicht selbst anwinkeln oder oben halten zu m\u00fcssen. Meine Zimmernachnbarin hat sich sehr verkrampft dabei, die Beine selbst anzuwinkeln. Lasst euch Kissen von den Pfleger*innen drunter schieben, dann habt ihr weniger Spannung auf dem Becken und den Knien.<\/li><li>Krankschreibung: Ich hab vom Krankenhaus keine Krankschreibung bekommen, sondern nur eine Best\u00e4tigung \u00fcber den Aufenthalt. Die Krankschreibung holt man sich bei der gyn\u00e4kologischen Praxis. Wenn man in dem Quartal schon da war, kann man die auch telefonisch bekommen, wenn man die OP vorher schon angemeldet hat und sowieso zur Nachsorge hingeht.<\/li><li>Kissen f\u00fcr die Fahrt nach Hause: Lasst euch zwei Kissen mitbringen, wenn ihr mit dem Auto nach Hause gefahren werdet. Eins f\u00fcr unter den Po und ein d\u00fcnnes f\u00fcr vor den Bauch und zwischen den Gurt (ein d\u00fcnnes, weil sonst der Gurt nicht mehr so arbeitet, wie er arbeiten soll \u2013 gleicher Grund, warum man keine Daunenjacken im Auto unterm Gurt tragen soll). Es ist sehr angenehm, nicht den direkten Druck auf dem Bauch zu haben.  <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Danach zu Hause<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>Darm: Im Krankenhaus hat man mir dazu nichts gesagt, eine Freundin hat mir aber rettende Tipps gegeben. Der Darm kann nach der OP sehr bockig sein. Man kann Verstopfung kriegen. Wartet nicht, bis ihr euch vor Bauchschmerzen kr\u00fcmmt. Es gibt in der Apotheke Glycerin-Z\u00e4pfchen oder Klistiere, die helfen k\u00f6nnen, den Darm aufzuwecken. <\/li><li>Lagerung: Man wird bei der OP ja etwas funny gelagert und sowieso ist durch die OP und das viele Liegen gro\u00dfe Spannung auf dem Becken und der H\u00fcfte. Im Bauch und Becken ist einfach viel los, und der K\u00f6rper merkt das. Das kann zur Folge haben, dass sich Faszien und Muskeln verspannen und zusammenziehen. Manuelle Therapie, leichte Massage, sanfte Mobilisierung kann helfen, damit man kein Betonbecken bekommt.<\/li><li>Narbenpflege: Man braucht keine fancy Narbencreme, ich hatte dazu ein l\u00e4ngeres Gespr\u00e4ch mit einer Apothekerin. Kann man machen, muss man aber nicht. Ihr k\u00f6nnt auch einfach eine klassische Wund- und Heilsalbe nehmen und die Narben sanft massieren \u2013 aber erst wenn sie vollst\u00e4ndig geschlossen sind. Damit die Narben nicht verkleben oder Spannung aufs Gewebe drumherum aufbauen.<\/li><li>Zeit und Ruhe: F\u00fcr mich die zwei wichtigsten Sachen. Gebt euch Zeit. Man empfahl mir, mindestens zwei Wochen nicht zu arbeiten. Mit Betonung auf mindestens. Ich zitiere meine liebe Freundin L.: \u201eAlles, was man dem K\u00f6rper dann nicht an Ruhe gibt, holt er sich sp\u00e4ter zur\u00fcck.\u201c Ihr habt das Recht euch zu erholen und schmerzfrei zu werden. Und ich habe mich nach der OP so umger\u00fchrt gef\u00fchlt, dass ich tats\u00e4chlich sehr viel Ruhe brauchte. Achtet darauf, wann ihr Schmerzen bekommt, was ihr braucht. <\/li><li>Mobilisierung: Es gibt Leute, die nicht so verspannt sind. Ich kenne jedoch mehrere Menschen mit Endo, die sich durch Schmerzen eher verkrampfen \u2013 mich eingeschlossen. Man findet auf YouTube <a href=\"https:\/\/youtu.be\/MmFZ_aqNX90?feature=shared\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/youtu.be\/MmFZ_aqNX90?feature=shared\">Yin-Yoga<\/a><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/youtu.be\/MmFZ_aqNX90?feature=shared\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/youtu.be\/MmFZ_aqNX90?feature=shared\" target=\"_blank\">-Videos<\/a> f\u00fcr nach der Bauchspiegelung, leichte Mobilisierungs\u00fcbungen, die man aber auch nicht zu fr\u00fch machen sollte. Auch hier w\u00fcrde ich sagen: H\u00f6rt auf euren K\u00f6rper. Man kann sich selbst mit ein bisschen \u00d6l sehr gut den Bauch \u201emassieren\u201c, sanft nachsp\u00fcren, wo Gewebe schon weich ist und wo noch eher fest. Man kann das aber auch Ergo-\/Physio-Therapeut*innen machen lassen (wenn man denn ein Rezept und einen Termin bekommt). <\/li><li>Magenschleimhaut: Je nachdem, wie viel Schmerzmittel man so nimmt, kann ich nur empfehlen, auf die eigene Magenschleimhaut aufzupassen, die von viel Paracetamol oder Ibuprofen angegriffen werden kann. Daf\u00fcr gibt es sch\u00fctzende Magentropfen. Oder man isst vor Einnahme der Schmerzmittel, das hilft auch schon.<\/li><li>Antientz\u00fcndliche Ern\u00e4hrung: Das wird ja Menschen mit Endo eh oft empfohlen. Und ist nach der OP auch von Bedeutung. <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Das sind die Dinge, die ich mir notiert habe, oder die ich gerade noch ausprobiere. Vielleicht habt ihr ja noch hilfreiche Tipps, die in dieser Liste fehlen. Schreibt sie gern in die Kommentare und ich nehme sie mit auf.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe lange nicht mehr so geschrieben. Also so direkt und unverklausuliert. Aber nachdem ich auf Instagram immer mal wieder erw\u00e4hnt habe, dass Anfang 2023 bei mir Endometriose diagnostiziert wurde, habe ich sehr viele Nachrichten von Frauen bekommen. 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