{"id":6445,"date":"2020-04-01T11:14:02","date_gmt":"2020-04-01T09:14:02","guid":{"rendered":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/?p=6445"},"modified":"2020-04-01T17:52:39","modified_gmt":"2020-04-01T15:52:39","slug":"schneekugeln","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/schneekugeln\/","title":{"rendered":"Schneekugeln"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bildschirmfoto-2020-04-01-um-11.05.37.png\" alt=\"\" width=\"598\" height=\"747\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6454\" srcset=\"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bildschirmfoto-2020-04-01-um-11.05.37.png 598w, http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bildschirmfoto-2020-04-01-um-11.05.37-240x300.png 240w\" sizes=\"(max-width: 598px) 100vw, 598px\" \/><\/p>\n<p>&#8222;I feel like i am in one of those snow globes that you bring home from travelling. And i still need some time for things to settle.&#8220; &#8211; &#8222;You should consider stopping all your jumping around the house, or go outside to do it, or you will keep stirring up the snow. Also maybe put your penguin in her enclosure.&#8220;<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>C. sagt, es gibt dieses Gef\u00fchl davon (das kennen nicht viele, aber ein paar, ich z\u00e4hle mich zu denen, die es kennen), dass man pl\u00f6tzlich nicht mehr wei\u00df, wo man anf\u00e4ngt und wo man aufh\u00f6rt. Der eigene K\u00f6rper, das Selbst. Und dann braucht man jemanden, der einen festh\u00e4lt, der einem mit dem Finger die Grenzen nachzeichnet, einen Druck von au\u00dfen aus\u00fcbt, damit man wieder sp\u00fcrt, wo man zu Ende ist. Wir sind die, die jetzt eine ganze Weile ohne diesen Jemand auskommen werden m\u00fcssen.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>P. schreibt, sie sei eigentlich nicht jemand, der st\u00e4ndig ber\u00fchrt werden m\u00fcsse, der gern zuhause sei, der keine laute Musik oder Bars braucht, aber die letzten Tage seien eine solche Herausforderung gewesen, pl\u00f6tzlich sei das Gef\u00fchl in einem hochgekommen, man wolle genau jetzt dann doch die engsten Menschen umarmen. Und sie wisse nicht, warum. Ich glaube, die Stille ist etwas, das wir meistens nur gut ertragen, wenn sie selbst w\u00e4hlen d\u00fcrfen.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>In jedem dieser Worte hier steckt Banalit\u00e4t, aber ich kann gerade noch nicht aus anderen Universen erz\u00e4hlen, ich kann nur diese vier W\u00e4nde beschreiben, obwohl ich alles andere sehe. Sobald ich anfange, \u00fcber fremde Realit\u00e4ten zu sprechen, klingt es unzul\u00e4nglich und nicht weitreichend genug. Ich sehe sie, aber hier an diesem Platz finde ich noch nicht die richtigen Worte daf\u00fcr, hier an diesem Platz bleibe ich bei den kleinen Beobachtungen, diese sind am einfachsten zu beschreiben. Der Rest ist zu gro\u00df.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Tags\u00fcber f\u00e4llt mir manchmal ein, wie gut es w\u00e4re, jemanden in der K\u00fcche lachen zu h\u00f6ren, der sich \u00fcber etwas freut, das man gerade nicht sehen kann, das nur ihm geh\u00f6rt. Und Radioheads &#8222;Where I end and you begin&#8220;: I can watch but not take part. Where I end and where you start.&#8220; Die N\u00e4chte sind traumlos, die Morgensonne h\u00e4lt meistens bis in den fr\u00fchen Nachmittag hinein. Ab halb drei f\u00e4llt sie so, dass ich im Sessel sitzen kann und sie mich trifft.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Die einen gew\u00f6hnen sich gerade an die Abwesenheit des Planbaren, an die N\u00e4he zu manchen, an die ver\u00e4nderte N\u00e4he, an das neue Zeitgef\u00fchl in welcher Variante auch immer (wie schnell das auch geht, dass zumindest ein paar wesentliche Teile des K\u00f6rpers die neue Realit\u00e4t annehmen, sich drauf einstellen, justieren). Die anderen treten gerade erst hinein in dieses Zimmer, in dem alles pl\u00f6tzlich an einem anderen Ort steht, in dem es laut ist und sehr leise zugleich, in dem das, was vorher da war, zehnmal dick unterstrichen wird, das Gute und das nicht so Gute, die stehen noch in der T\u00fcrschwelle und w\u00fcrden am liebsten sofort kehrtmachen, doch im Blick zur\u00fcck gibt es gerade vor allem Melancholie und Sehnsucht und nicht viel mehr.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Jeden Morgen bringt Opi seiner Freundin im Pflegeheim einen Jogurt nach unten. Sie wohnt im zweiten Stock, er im siebten. Er bekommt zwei und mag Jogurt nicht ganz so gern. &#8222;Sie bekommt das Innere, ich das \u00c4u\u00dfere&#8220;, sagt er und meint, das er nach dem Essen die Plastikbecher aussp\u00fclt und wieder mit nach oben in sein Zimmer nimmt, um Kleinigkeiten darin aufzubewahren. Einerseits meckert er immer \u00fcber zuviel Kram, andererseits holt er sich immer neuen dazu. Alles muss seinen Ort haben, damit er es nicht so einfach vergisst. Er hat es lieber, wenn die Dinge nicht lose auf dem Tisch liegen, sondern in einem Gef\u00e4\u00df sind.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>&#8222;Imagine light as touch. Looking out of the window is still a perspective.&#8220;<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Und <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=xiGPd87B0eQ\">das<\/a>.<br \/>\n_<\/p>\n<p>D. hat mit ein paar Menschen zusammen einen <a href=\"https:\/\/www.handforahand.de\/\">Solidarit\u00e4tsfond<\/a> gegr\u00fcndet. Sie sammeln Spenden, um freie B\u00fchnen- und Tontechniker:innen, Beleuchter:innen, Stage Hands und Veranstaltungshelfer:innen zu unterst\u00fctzen. Vielleicht helft ihr auch, wenn ihr k\u00f6nnt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;I feel like i am in one of those snow globes that you bring home from travelling. And i still need some time for things to settle.&#8220; &#8211; &#8222;You should consider stopping all your jumping around the house, or go outside to do it, or you will keep stirring up the snow. 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