{"id":6000,"date":"2017-07-23T20:24:40","date_gmt":"2017-07-23T18:24:40","guid":{"rendered":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/?p=6000"},"modified":"2017-07-23T20:24:40","modified_gmt":"2017-07-23T18:24:40","slug":"sicuro-come-il-cielo-e-blu-lautunno-arrivera","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/sicuro-come-il-cielo-e-blu-lautunno-arrivera\/","title":{"rendered":"Sicuro come il cielo \u00e8 blu l&#8217;autunno arriver\u00e0"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Bildschirmfoto-2017-07-23-um-20.16.53.png\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"448\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6004\" srcset=\"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Bildschirmfoto-2017-07-23-um-20.16.53.png 600w, http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Bildschirmfoto-2017-07-23-um-20.16.53-300x224.png 300w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<p>Am fr\u00fchen Morgen sirrt und summt es, w\u00e4hrend die Sonne an den \u00c4sten vorbei auf die Steinstufen klettert. Man kann an genau diesem Platz besonders gut sitzen, wenn man die Welt noch nicht versteht, oder irgendetwas anderes, wenn es noch zu fr\u00fch ist, um zu sprechen und schon zu sp\u00e4t, um nur zu liegen. Man kann warten, bis die Ameisen kommen und die Zehen umkreisen und wenn der Nacken brennt, zieht man auf die kleine Bank an der nachtk\u00fchlen Hauswand um, in den Halbschatten, die Steine an den Schulterbl\u00e4ttern wie eine korrigierende Hand. Warten, bis im Nebenzimmer die ersten Schritte zu h\u00f6ren sind, barfu\u00df auf Fliesen, das Quietschen der Terrassent\u00fcr, das leise Einatmen, tags\u00fcber immer alles offen stehen lassen. Siebeneinhalb Schritte bis zu den zwei Steinen. F\u00fcnfzehn bis zu den blauen Blumen, eine Handbreit bis zu den Wipfeln. Die Berge, als habe jemand Papier abgerissen.<\/p>\n<p>Am Strand klettern immer wieder kleine Menschengruppen auf den Stein, der in der Brandung steht. Um auf ihn zu gelangen, muss man bis zu den Knien hinein in die Wellen und dann hinaufsteigen. Alle haben sich irgendetwas ins Haar gebunden, tragen Telefone in den nach oben gestreckten H\u00e4nden. Sobald sie auf dem Stein stehen, bewegen sie sich, als h\u00e4tte jemand in ihnen einen Draht angezogen, f\u00fcr das Fotos spannen sie alle Muskeln an, jedes Schienbein wird drapiert. Das eine M\u00e4dchen h\u00e4lt die Hand ins Wasser, um sich die Schulter f\u00fcrs Foto zu benetzen, sie f\u00e4llt beinahe hinein, versucht das Gleichgewicht zu halten und f\u00e4ngt sich wieder dank Selfiestick. Die andere hat vom Stein aufgesch\u00fcrfte Fu\u00dfr\u00fccken. &#8222;You can post it. We&#8217;ll cut it out.&#8220;<\/p>\n<p>Beim kleinen Burgerladen in der Kurve am Hang macht der Kellner Licht im K\u00fchlschrank, damit ich besser ein Eis aussuchen kann. Den Espresso trinken wir mit Blick auf das tiefblaue Meer, direkt davor sitzt die kleine Familie, Vater, Mutter, Tochter, Sohn. Die Mutter hat so traurige Augen, dass ich wegsehen muss, ihre Zeigefinger falten sich permanent in ihren wei\u00dfen Rock, wenn der Vater etwas sagt, zu den Kindern, zu ihr, zu dem Baum, unter dem sie sitzen. Sie wickelt sich die Zeigefinger in den Stoff, als m\u00fcsse sie sie von irgendetwas abhalten. Als liefen sie Gefahr zu entwischen.<\/p>\n<p>Die sandpapierfarbenen K\u00fche neben den roten St\u00e4mmen der Korkeichen.<\/p>\n<p>Abends neben der Bank auf den sonnenwarmen Steinen sitzen, Rotwein aus Nutellagl\u00e4sern trinken, auf den zerfurchten Hund warten, der sich f\u00fcrchtet vor Menschen, die stehen. Auch vor solchen, die hocken, aber vor denen etwas weniger, sodass er sich, wenn ein paar Stunden in sicherer Entfernung vergangen sind, sogar traut, an einem vorbei zu schleichen, nur um mal zu schauen, ob nicht irgendwo noch ein Keks herumliegt, ein Kr\u00fcmel, ein Rest. Unsere R\u00fccken nie aus den Augen lassen, die H\u00e4nde schon gar nicht. Das Vorsichtshalberzittern. Irgendwann das kleine Terrassenlicht ausschalten, den Kopf zur\u00fccklehnen, die Sterne tauchen nach und nach auf, beinahe jeder f\u00fcr sich, wie abgez\u00e4hlt, fast ordentlich nacheinander. Nicht einmal sagen m\u00fcssen, dass man wiederkommt. Auch nicht, wann genau. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am fr\u00fchen Morgen sirrt und summt es, w\u00e4hrend die Sonne an den \u00c4sten vorbei auf die Steinstufen klettert. Man kann an genau diesem Platz besonders gut sitzen, wenn man die Welt noch nicht versteht, oder irgendetwas anderes, wenn es noch zu fr\u00fch ist, um zu sprechen und schon zu sp\u00e4t, um nur zu liegen. 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