{"id":5944,"date":"2017-05-26T20:27:33","date_gmt":"2017-05-26T18:27:33","guid":{"rendered":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/?p=5944"},"modified":"2017-05-26T20:36:33","modified_gmt":"2017-05-26T18:36:33","slug":"la-gomera-7","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/la-gomera-7\/","title":{"rendered":"La Gomera #7"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_5516.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"450\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5948\" srcset=\"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_5516.jpg 600w, http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_5516-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<p>Vor der Wanderung ins Tal liegt oben an der Kurve dieser Hund unter der Leitplanke. Man wei\u00df nicht, ob er schl\u00e4ft oder schon so tot ist, ich n\u00e4here mich langsam, dann bewegt er die Augen doch und die Pfote und den Schwanz und nach einigen langen Sekunden rappelt er sich langsam und beh\u00e4big auf, schief, als t\u00e4te ihm die H\u00fcfte weh, er schaut nicht genervt, aber zumindest so, als h\u00e4tte er all das schon mehr als einmal erlebt, die bereits hei\u00dfe Morgensonne, den Staub an meinen F\u00fc\u00dfen, meine ausgestreckte Hand. Aber dann setzt er sich doch neben mein Bein und lehnt sich an, er bewegt sich nur langsam, trinken will er nicht, aber sich anlehnen findet er gut, wir machen das eine Weile, bis die Sonne immer h\u00f6her steigt und wir los m\u00fcssen. Er humpelt zur kleinen Treppe am Eckh\u00e4uschen und legt sich dahinter. Die Strecke an der Wand hinter Arure scheint auf den ersten Blick so, als w\u00fcrde man sich nach der H\u00e4lfte langweilen, man steigt steil hinab ins Tal, mal geht es sanft bergab, mal nehme ich alle H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe zu Hilfe. Auch hier kommt das Gef\u00fchl nach einigen H\u00f6henmetern zur\u00fcck, obwohl es ja bergab geht, das sich damals in Bad Gastein am zweiten Tag einstellte, das Gef\u00fchl von, ich kann&#8217;s ja doch noch, das Kriechen und Krauchen, den eigenen K\u00f6rper mit den eigenen Knien hinauf dr\u00fccken und runtertragen, schleppen und voranbringen. Und wieder will ich den \u00c4rzten, die sagten &#8222;Davon werden Sie sich vermutlich f\u00fcr immer verabschieden m\u00fcssen&#8220;, zumindest eine Postkarte schicken. Keine Langeweile, nur dieser Fokus, das K\u00f6rperliche und dazwischen schauen und atmen und sich an den Pflanzen und den Dornen, dem kleinen Bach vorbeidr\u00fccken, den richtigen Abzweig suchen, einfach laufen. Unten im Dorf warten drei aggressive, winzige K\u00f6ter neben gro\u00dfen Kakteen auf uns, die Taverna hat zu, in ihrem Schatten unter dem Balkon essen wir Pistazien und \u00c4pfel und hoffen, dass das Wasser f\u00fcr den Aufstieg reicht. Und am rechten Talhang schieben wir uns zur\u00fcck hinauf, zwischen den Kiefern entlang, unter denen es angenehm k\u00fchl ist, noch ein St\u00fcckchen weiter hinauf bis in die Wolken zur\u00fcck, die aus den Wellen aufzusteigen scheinen, bis zu den Ziegen zur\u00fcck und dem Wind und es nimmt mir noch immer jedes Mal den Atem dort oben, weil die Geschichten, die Opa fr\u00fcher immer von den Bergen erz\u00e4hlte, nun anders klingen. Ich verstehe sie jetzt. Und die anderen haben sich alle geirrt. Er hebt nur kurz die Pfote im Schatten des Autos, als wir wieder an ihm vorbeilaufen, dieses Mal langsamer, er kennt uns ja jetzt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor der Wanderung ins Tal liegt oben an der Kurve dieser Hund unter der Leitplanke. 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