{"id":5925,"date":"2017-05-22T19:08:29","date_gmt":"2017-05-22T17:08:29","guid":{"rendered":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/?p=5925"},"modified":"2017-05-22T19:13:29","modified_gmt":"2017-05-22T17:13:29","slug":"la-gomera-5","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/la-gomera-5\/","title":{"rendered":"La Gomera #5"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Bildschirmfoto-2017-05-22-um-19.07.01.png\" alt=\"\" width=\"598\" height=\"449\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5927\" srcset=\"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Bildschirmfoto-2017-05-22-um-19.07.01.png 598w, http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Bildschirmfoto-2017-05-22-um-19.07.01-300x225.png 300w\" sizes=\"(max-width: 598px) 100vw, 598px\" \/><\/p>\n<p>Im Weiterleben wird man besser irgendwann, f\u00fcr manche wie mich bleibt es immer eine Aufgabe. Diese Abende werden nicht verschwinden, an denen diese riesige Ungerechtigkeit wie ein Abendlicht im R\u00fcckspiegel herumliegt. Grell, blendend, so sch\u00f6n, dass einem die Spucke wegbleibt, und gleichzeitig zum Heulen. Im zweiten Haus stehen \u00fcberall B\u00fccher. K. und ihr Mann wohnen schon lange hier, haben alles selbst gebaut, die St\u00e4lle neu verputzt, neue T\u00fcren eingezogen, andere geschlossen und verstellt, die alten W\u00e4nde wieder bewohnbar gemacht. Das Wasser damals aus dem Fluss geholt, den es heute nicht mehr gibt, f\u00fcr all den Zement, so oft am Tag sei sie gegangen, hinunter und hinauf mit Kanistern. Jetzt kommt das Wasser aus dem gelben Rohr neben der Schotterpiste, das von kleinen Ventilk\u00e4sten unterbrochen wird immer wieder. Wenn man nachts an ihm vorbeif\u00e4hrt und das Autolicht an ihm entlang flackert, scheint es wie eine Begrenzung, dahinter ist es schwarz und tief und man fiele weit, w\u00fcrde man fallen. K. sagt, auf den Serpentinen schnalle sie sich manchmal ab in der Hoffnung, im Falle eines Unfalls aus dem Wagen zu fliegen, man sei gearscht, wenn man im Wagen gefangen sei, ich senke den Blick, wir lachen trotzdem alle. Angeblich geht das Rohr wie ein Faden um die ganze Insel. Es gibt eine Henne namens Pirouetta, wir haben sie nie gesehen, K. und ihre Familie haben sie geschenkt bekommen, das Tier lebe frei, manchmal k\u00e4me sie eben vorbei, manchmal wochenlang nicht. Ein Besucherpaar habe sich sehr in die Henne verliebt, seitdem s\u00e4he man sie nicht mehr so h\u00e4ufig. Nachts krabbeln Eidechsen durch das Bad, die Fr\u00f6sche quaken vom Tal hinauf. Im einzigen Nieselregen dieser Wochen sitzen und sich nicht bedecken, weil er so leicht ist, dass man manchmal nachsp\u00fcren muss, ob er denn wirklich auch da war. Unter der dicken Regenbogendecke wegnicken mit den Wolken im R\u00fccken und beim Aufwachen denken, jetzt nochmal auf den Berg. Die verzettelten Biografien von <em>Unterleuten<\/em> genie\u00dfen, immer mit Blick zwischen den Palmen hindurch, O. schreit immer, wenn die F\u00e4hre sich durch das kleine Dreieck zwischen den Bergen schiebt. Er klettert dann auf das Gel\u00e4nder und zeigt so lange mit dem Finger auf das Schiff, bis es verschwunden ist. Er ruft ihm meistens noch zwei, drei Mal nach. Wie die Hand, die man auf den Serpentinen dann doch aus dem Fenster h\u00e4lt, weil nur dann alles zusammenpasst, das Lied und der Wind und das Licht und wie sich alles am Stra\u00dfenrand bricht. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Weiterleben wird man besser irgendwann, f\u00fcr manche wie mich bleibt es immer eine Aufgabe. Diese Abende werden nicht verschwinden, an denen diese riesige Ungerechtigkeit wie ein Abendlicht im R\u00fcckspiegel herumliegt. Grell, blendend, so sch\u00f6n, dass einem die Spucke wegbleibt, und gleichzeitig zum Heulen. Im zweiten Haus stehen \u00fcberall B\u00fccher. 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