{"id":5906,"date":"2017-05-19T20:03:24","date_gmt":"2017-05-19T18:03:24","guid":{"rendered":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/?p=5906"},"modified":"2017-05-19T20:03:24","modified_gmt":"2017-05-19T18:03:24","slug":"la-gomera-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/la-gomera-2\/","title":{"rendered":"La Gomera #2"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Bildschirmfoto-2017-05-19-um-20.01.36.png\" alt=\"\" width=\"597\" height=\"445\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5908\" srcset=\"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Bildschirmfoto-2017-05-19-um-20.01.36.png 597w, http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Bildschirmfoto-2017-05-19-um-20.01.36-300x224.png 300w\" sizes=\"(max-width: 597px) 100vw, 597px\" \/><\/p>\n<p>Ich wei\u00df noch, wie wir in Thailand auf der kleinen Insel vor der kleinen H\u00fctte auf gro\u00dfen Handt\u00fcchern sa\u00dfen und in dem Moment, in dem die Lampen in der D\u00e4mmerung angingen, dieses Ger\u00e4usch ert\u00f6nte, das Surren, von dem ich dachte, es geh\u00f6re zu den dicken Stromleitungen, bis ich ein paar Minuten zu sp\u00e4t begriff, dass das die Tiere waren, die nun, da die Sonne sich verabschiedete, endlich genug Luft zum Tiersein und Krachmachen hatten. So \u00e4hnlich ist es hier. Das Surren der Bienen ist so laut, dass man im ersten Moment auf die Idee kommen kann, man h\u00e4tte sich einen Tinnitus eingepackt. An den Stra\u00dfenr\u00e4ndern bl\u00fcht alles, entgegen meiner Erwartung. Unz\u00e4hlbar viele Blumen h\u00e4ngen \u00fcber rostende Gel\u00e4nder wie schweres Bettzeug. Weiter oben ist das Wetter hinter jeder Kurve anders, pl\u00f6tzlich f\u00e4hrt unser Auto mitten in der Wolke, mitten im Regen, mitten im Urwald. Mir k\u00f6nnte ungehindert eine Fliege in den Mund sausen und dort Urlaub machen. Wir essen in Vueltas, die Sonne brennt. Am Nebentisch unterhalten sich zwei \u00e4ltere P\u00e4rchen auf Englisch, die einen sind Deutsche, die anderen kommen aus den Niederlanden, im Englischen sind beide nicht zuhause, so versteht man sich. Von unserem Platz aus kann man das Schild des Deutschen Metzgers sehen. Endlich wieder Mojo schmecken und Papas Arrugadas, das Salz und die Sch\u00e4rfe wie als Beweis f\u00fcr irgendwas. Der Geschmack mancher Sommer, die schon lange vorbei sind. Und wenn die Sonne da ist, wei\u00df man sofort wieder alles, w\u00e4hrend man im Winter ja nur glaubt zu wissen. Wie sich das anf\u00fchlt. Man glaubt genau zu wissen, was man vermisst und merkt in der ersten Minute im Sommer, dass man sich selbst betrogen hat mit diesem Bild, das im Winter war nicht die richtige Erinnerung, das war nicht einmal eine Ahnung. Aber mit dem ersten Brennen, dem Einziehen, dem \u00d6ffnen der Poren ist alles wieder da. Im Schatten des Bootshauses spielen die M\u00e4nner mit der festen, in Falten liegenden Haut Domino. Sie sitzen zu viert an einem Tisch, w\u00e4hrend die Frauen dahinter auf einer Bank warten, die Frauen sagen nichts, die M\u00e4nner streiten laut, aber nicht das entzweiende Streiten, sondern das verbindende, das sich eigentlich einig sein, aber auf die eigene Formulierung bestehende Meckern. Auf der Terrasse in den Bergen dann dem Wetter beim Entstehen und Vergehen zusehen, Rotwein trinken und versuchen, den Tafelberg zu lesen, der im Sekundentakt auftaucht und wieder zwischen Wolken verschwindet. Im Tal sieht man die Sonne noch, hier oben ist es schon kalt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich wei\u00df noch, wie wir in Thailand auf der kleinen Insel vor der kleinen H\u00fctte auf gro\u00dfen Handt\u00fcchern sa\u00dfen und in dem Moment, in dem die Lampen in der D\u00e4mmerung angingen, dieses Ger\u00e4usch ert\u00f6nte, das Surren, von dem ich dachte, es geh\u00f6re zu den dicken Stromleitungen, bis ich ein paar Minuten zu sp\u00e4t begriff, dass [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[171],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5906"}],"collection":[{"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5906"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5906\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5909,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5906\/revisions\/5909"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5906"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5906"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5906"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}