{"id":5837,"date":"2017-04-08T01:50:22","date_gmt":"2017-04-07T23:50:22","guid":{"rendered":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/?p=5837"},"modified":"2017-04-08T21:20:22","modified_gmt":"2017-04-08T19:20:22","slug":"mood-for-a-melody","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/mood-for-a-melody\/","title":{"rendered":"Mood for a melody"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bildschirmfoto-2017-04-08-um-01.46.20.png\" alt=\"\" width=\"599\" height=\"478\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5839\" srcset=\"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bildschirmfoto-2017-04-08-um-01.46.20.png 599w, http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Bildschirmfoto-2017-04-08-um-01.46.20-300x239.png 300w\" sizes=\"(max-width: 599px) 100vw, 599px\" \/><\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnten so ein Serientrailer sein. Nicht der f\u00fcr Girls. Nicht der f\u00fcr Love. Nicht die Sopranos. Der f\u00fcr Please Like Me vielleicht. Auf einem anderen Kontinent. In einer anderen Zeit. Wir f\u00fcnf pulen uns die Woche aus den Milchzahnl\u00fccken, irgendwo zwischen dem Pesto und der Dissertation ziehen wir noch eine der letzten Zigaretten aus der knisternden Schachtel und ignorieren das Horrorbild, schnippen die Schachtel vom Tisch, wischen aber dem Rotweinfleck hinterher, jetzt die Chips, ja nein vielleicht ach komm schon ist doch egal. Und dann h\u00f6ren wir die Lieder, die wir schrecklich finden m\u00fcssten, weil in ihnen so viele alte Reste kleben, die aber trotzdem diese Heimeligkeit machen, weil man sie kennt ohne nachdenken zu m\u00fcssen, weil wir wippen, wann auch immer sie laufen, ohne zu bemerken, dass wir wissen, welcher Reim folgt. Was in der n\u00e4chsten Zeile kommt. Diese Heimeligkeit, nach der sich jede ironische Kleidungsauswahl zu sehnen scheint, wenn man die Haltung mal wegl\u00e4sst und alle siebzehn Ebenen, die dar\u00fcber schimmern sollen, es geht ja doch immer um etwas, das l\u00e4ngst nicht mehr ist, aber das mal war und vor einem existiert hat und genau deswegen hat es einem immer etwas voraus. Drau\u00dfen schwirrt die Stadt, das Fenster ist gekippt, wir ziehen uns einander an wie Pullover, die man zwei Jahreszeiten sp\u00e4ter wieder rausholt, und die noch so riechen, wie wir es kennen, die nicht zerfressen, nicht zu klein, nicht zu gro\u00df, nicht ausgewaschen, sondern genau richtig sind. Wie etwas, das man tr\u00e4gt ohne zu merken, das man es schultert, weil es kostbar ist und nicht selbstverst\u00e4ndlich und schon gar nicht unverwundbar. Erst ansehen, dann wissen, dann l\u00e4cheln, sich dann zur Musik bewegen, aber in Slow Motion. Immer noch wissen.<\/p>\n<p>&#8222;Genau jetzt darfst du dich freuen&#8220;, sagt J. an der Stra\u00dfenecke vor dem Rossmann, &#8222;das ist jetzt der Zeitpunkt, da sollst du fahren und summen und an nichts anderes denken als das, was jetzt ist.&#8220; Nicht am Faden ziehen, ihn auch nicht abschneiden, einfach achtgeben auf uns, damit sich nichts aufribbelt, &#8222;nicht zu oft waschen&#8220; schrieb man fr\u00fcher auf Waschanweisungszettel. <\/p>\n<p><em>It&#8217;s nine o&#8217;clock on a saturday. Regular crowd shuffles in. There&#8217;s an old man sittin&#8216; next to me. Makin&#8216; love to his tonic and gin. He says son can you play me a memory? I&#8217;m not really sure how it goes. But it&#8217;s sad and it&#8217;s sweet and I knew it complete when I wore a younger man&#8217;s clothes. (Billy Joel)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir k\u00f6nnten so ein Serientrailer sein. Nicht der f\u00fcr Girls. Nicht der f\u00fcr Love. Nicht die Sopranos. 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