{"id":5739,"date":"2016-12-02T18:34:01","date_gmt":"2016-12-02T17:34:01","guid":{"rendered":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/?p=5739"},"modified":"2016-12-02T18:42:50","modified_gmt":"2016-12-02T17:42:50","slug":"die-neunundvierzigste-woche-jahr-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/die-neunundvierzigste-woche-jahr-2\/","title":{"rendered":"Die neunundvierzigste Woche Jahr #2"},"content":{"rendered":"<p><img src=\"http:\/\/foto.arcor-online.net\/palb\/alben\/73\/763473\/6433333530326166.jpg\" alt=\"Sky\" \/><\/p>\n<p>Gestern war ein Tag mit Wind. Berlin f\u00fchlt sich an manchen Ecken dann kurz an wie Hamburg. Oder vielleicht nicht wie Hamburg, aber wie ein paar Meter n\u00e4her am Meer. Wenn man dann nachts durch Berlin l\u00e4uft, auf den Stra\u00dfen liegen vom Himmel gefallene Seeigel, kriegt einen wieder das Aliengef\u00fchl, wenn man nicht aufpasst, in dem sich alle bekannten Stra\u00dfennahmen, Erinnerungen und Zugeh\u00f6rigkeiten aufl\u00f6sen und man nur noch Steine und B\u00e4ume sieht, ein Paar fremder F\u00fc\u00dfe, kalte H\u00e4nde und Taxifahrer, die selbst nicht wissen, wo es eigentlich langgeht.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Heute ist der Himmel wieder blau wie noch nie und dieses Mal trifft er beinahe die Farbe des Hauses, an dem ich so oft vorbeikomme. Eigentlich m\u00fcsste man rausfahren, so richtig raus \u00fcber den Rand hinaus dorthin, wo man sich erschreckt, wenn man noch andere Menschen trifft und sich dann doch gr\u00fc\u00dft mit gesenktem Blick und einem kurzen L\u00e4cheln. Man m\u00fcsste dorthin fahren, wo es zu dieser Jahreszeit ohne hochgeschlagene Kragen nicht geht und wo man die ganze Zeit blinzeln muss, weil das Licht so blendet, wenn keine H\u00e4user im Weg stehen oder nur solche, in denen niemand mehr wohnt.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Der Herr mit Hut und Ledertasche in der U1. So habe ich mir fr\u00fcher immer Schriftsteller vorgestellt. Auch das Schriftstellersein. Man umgibt sich mit Dingen aus Leder, macht ausladende Handbewegungen und beim Denken fasst man sich selbst ins Gesicht oder ans Papier. Und dann setzt man sich hin und seufzt und schreibt so, dass es ein Ger\u00e4usch macht. Aber das ist dann auch das einzige Ger\u00e4usch nach dem Seufzen. Das des Stiftes auf Papier, oder eben Tippen. Der Rest der Welt verschwindet. Dachte ich. Inzwischen habe ich festgestellt, dass diese Momente so rar sind, in denen das Hirn es schafft, die Welt komplett liegenzulassen, dass man sich daf\u00fcr auch keinen Hut kaufen braucht. Wie die Sache mit dem schalltoten Raum. In dem man nichts h\u00f6rt au\u00dfer sich selbst. Und dann eventuell verr\u00fcckt wird, wenn man zu lange darin bleibt. Weil man das noch nie erlebt hat, vollst\u00e4ndig von dem, was einen sonst permanent umgibt, so viel und so pausenlos, dass man es nicht mehr wahrnimmt, also von dem Offensichtlichen und dem gro\u00dfen Rest, nun wirklich von all dem getrennt zu sein.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Es ist wieder die Jahreszeit, in der man die Unsolved von Karate herausholt. Wenn man das dann f\u00fcnfmal die Woche tut, ist Saison. <em>&#8222;Still something sings within the vein, as I forget to fail, I forget to complain. And how much will the Leitmotiv sway to compensate for our fallow-yet-vigorous play on the century&#8217;s take on the lived-but-yet-named? Hold out, because this moon is twice as good when you see through a year of nights what you thought you understood.&#8220;<\/em> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern war ein Tag mit Wind. Berlin f\u00fchlt sich an manchen Ecken dann kurz an wie Hamburg. Oder vielleicht nicht wie Hamburg, aber wie ein paar Meter n\u00e4her am Meer. Wenn man dann nachts durch Berlin l\u00e4uft, auf den Stra\u00dfen liegen vom Himmel gefallene Seeigel, kriegt einen wieder das Aliengef\u00fchl, wenn man nicht aufpasst, in [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[2],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5739"}],"collection":[{"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5739"}],"version-history":[{"count":8,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5739\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5747,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5739\/revisions\/5747"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5739"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5739"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5739"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}