{"id":5628,"date":"2016-04-29T10:40:51","date_gmt":"2016-04-29T09:40:51","guid":{"rendered":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/?p=5628"},"modified":"2016-04-29T10:40:51","modified_gmt":"2016-04-29T09:40:51","slug":"die-siebzehnte-woche-jahr","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/die-siebzehnte-woche-jahr\/","title":{"rendered":"Die siebzehnte Woche Jahr"},"content":{"rendered":"<p><img src=\"http:\/\/foto.arcor-online.net\/palb\/alben\/73\/763473\/6461633832346466.jpg\" alt=\"Katze\" \/><\/p>\n<p>Dass Tage selten enden, wie sie beginnen, ist etwas Gutes. Dieser eine endet in der Weinbar am Platz, in der ich letztes Jahr zweimal sa\u00df und w\u00e4hrend beiden Malen dachte, das machen wir jetzt \u00f6fter, denn hier f\u00e4llt genau diese Abendsonne hin, die man manchmal braucht, die den Tag hebt, obwohl er bald vorbei ist, die nichts von einem will. Jetzt sa\u00dfen wir dort wieder und sagten wieder diesen Satz und in den Tagen danach kamen der Hagel und der Regen, aber wir haben jetzt angefangen, dort zu sein und zuf\u00e4llig die Nachbarn zu treffen, und wir h\u00f6ren erst einmal nicht auf damit. Nicht dieses Jahr.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>In der Bahn sitzen zwei neben mir und die eine sagt zur anderen sehr laut: &#8222;Do you know that feeling when you&#8217;re watching a movie, i mean, really watching and the character is doing something terrible and makes the wrong decision, really wrong, and you think: Why can&#8217;t you see?&#8220; Die andere sagt nichts und schaut nur geradeaus. Und jene, die zu ihr sprach, murmelt aufgrund einer nicht erfolgten Antwort in sich hinein: &#8222;Why can&#8217;t you see?&#8220;. Als w\u00e4ren sie beide von der Leinwand gefallen.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Mal wieder Platten geh\u00f6rt, direkt davor sitzend. Ich kann immer gar nicht weggehen, wenn eine Platte auf dem Teller liegt, weil ich immer denke, gleich passiert etwas in der Mechanik, gleich muss ich eventuell einschreiten, gleich gleich gleich. Passiert aber nie etwas. Das Sch\u00f6ne daran ist, dass man sitzend einfach horcht, nichts tut nebenbei au\u00dfer eventuell auf die Stelle unter der Heizung oder aus dem Fenster zu sehen.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Erst kam ich mit dem Rad in diesen wei\u00dfkr\u00fcmeligen Regen und nach dem Tropfen und Aufw\u00e4rmen und Essen und Trinken standen wir noch an dieser Kreuzung. Neben uns versuchten zwei junge Frauen eine Kleiderstange und sich selbst auf einem Fahrrad zu transportieren. Als sie sich schr\u00e4g \u00fcber die Stra\u00dfe in Schlangenlinien entfernten, umarmte ich die Litfa\u00dfs\u00e4ule. Man wei\u00df ja nie.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>S. sagt, man k\u00f6nne der Sprache immer anlesen, wenn sie \u00fcbersetzt sei. Ich sage, man kann der Sprache immer anlesen, wenn sie missverstanden wurde.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Es gibt diese Menschen, die das hintere Siebzehntel des Lebens noch einmal dazu verwenden, um etwas zu probieren. Oder sich in das fallen zu lassen, was sie \u00fcber Jahre hinweg lieben gelernt haben. Die tun, was okay ist. Weil sie mittlerweile wissen, dass es okay ist. Es gibt diese Menschen, die auch im hinteren Siebzehntel des Lebens noch ihre eigenen H\u00e4nde benutzen, sich nicht scheuen, eventuell einen Fehler zu machen, aber immer noch darauf achtgeben, nach vorne zu sehen, auch wenn das Zur\u00fcckschauen eventuell mehr Weite verspricht. Es gibt die, die wissen, das hier ist auch noch Zeit, die sich zwar von selbst verbringt, aber sch\u00f6ner wird, wenn man mitmacht. Und dann gibt es noch die anderen. Denen auf dem Weg etwas einzementiert wurde und ich kann gar nicht so genau sagen, was es denn nun ist, aber auf jeden Fall war es wichtig f\u00fcr die Beweglichkeit, den inneren Radius, weil der \u00e4u\u00dfere nicht das einzige ist, was z\u00e4hlt. Jene, bei denen der Lichtschalter kaputt ist und die, wenn der Handwerker anruft, ihn nur fragen, warum er sie denn jetzt gest\u00f6rt habe. Manchmal hat man Gl\u00fcck und sie finden im Vorratsschrank noch ein paar Kerzen. Und manchmal hat man eben kein Gl\u00fcck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass Tage selten enden, wie sie beginnen, ist etwas Gutes. Dieser eine endet in der Weinbar am Platz, in der ich letztes Jahr zweimal sa\u00df und w\u00e4hrend beiden Malen dachte, das machen wir jetzt \u00f6fter, denn hier f\u00e4llt genau diese Abendsonne hin, die man manchmal braucht, die den Tag hebt, obwohl er bald vorbei ist, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[26],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5628"}],"collection":[{"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5628"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5628\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5631,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5628\/revisions\/5631"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5628"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5628"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5628"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}