{"id":5614,"date":"2016-04-14T17:14:37","date_gmt":"2016-04-14T16:14:37","guid":{"rendered":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/?p=5614"},"modified":"2016-04-14T17:14:37","modified_gmt":"2016-04-14T16:14:37","slug":"die-funfzehnte-woche-jahr","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/die-funfzehnte-woche-jahr\/","title":{"rendered":"Die f\u00fcnfzehnte Woche Jahr"},"content":{"rendered":"<p><img src=\"http:\/\/foto.arcor-online.net\/palb\/alben\/73\/763473\/3432613632313866.jpg\" alt=\"Murkudis\" \/><\/p>\n<p>Am Abend durch den anders erleuchteten Westen der Stadt spazieren, wir haben die Temperatur \u00fcbersch\u00e4tzt, aber irgendwann f\u00e4ngt man ja immer an mit den Getr\u00e4nken vor der T\u00fcr und den Strohhalmen und den roten Wangen. Ist dann auch egal, wann. Es ist nun soweit, und wir spazieren langsam und sanft zitternd an den orangefarbenen H\u00e4usern vom Potsdamer Platz vorbei. Der ist immer noch der entr\u00fcckte Teil meiner Stadt, jedes Mal ausgeschnitten, entzerrt, zerlegt, ich werde mit der nachtr\u00e4glich ausgedachten Urbanit\u00e4t noch nicht warm. Auch dass man Wiesen \u00fcber H\u00fcgel rollt wie Teppiche bleibt mir fremd. Eine Ente fliegt tief \u00fcber die Wasseroberfl\u00e4che direkt neben uns, man sp\u00fcrt den Wind, den ihre Fl\u00fcgel machen.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Eine Datei mit dem Namen alles.zip.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Regnet es kalt an einem Sonntag, kommt niemand heraus, am Ufer ist man beinahe allein, und dieser piekende Regen hat sich ein wenig vertan, wir dachten, seine Zeit sei l\u00e4ngst vorbei. Am Urbanhafen liegt ein Schiff namens Noir, die T\u00fcren zu seinem Innern sind offen, der Besitzer faltet Segel auf dem Dach, drinnen liegt ein kleiner Hund auf einer Jacke, daneben dampft es aus einer Tasse. Man f\u00e4hrt schlechter Rad, wenn man die H\u00e4nde nicht mehr sp\u00fcrt.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>So fr\u00fch aufstehen, wie es angeblich viele andere machen, von denen man aber niemanden sieht kurz nach Sonnenaufgang auf den Stra\u00dfen, alles ist sch\u00f6ner, wenn es so ist, zumindest an diesem Tag, als h\u00e4tte jemand die Stadt gesch\u00fcttelt und alles sei in die Fugen gerutscht, kurz ist da nur der Himmel und dass der eine Strauch schon rosa ist, das Gespr\u00e4ch vom letzten Abend auch, und das zweite Bier sp\u00fcrt man nach ein paar Metern nicht mehr. Vielleicht geht es im Sommer, das \u00f6fter zu tun.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>&#8222;Ich \u00e4rgere mich gegen die Menschlichkeit&#8220;, sagt L. mit diesem umwerfenden franz\u00f6sischen Akzent und ich wei\u00df genau, wie sie es meint.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Wir sitzen in dieser Bar, ich betrachte den Tresen, frage mich, ob er den Platz einnehmen k\u00f6nnte des Tresens, den ich noch immer vermisse an den Abenden, an denen wir uns fr\u00fcher nur ein kurzes &#8222;Ja, bis gleich dort&#8220; zuwarfen und wussten, man kommt, wann man kommt, zumindest ungef\u00e4hr, die N\u00e4chte, in denen klar war, dass wir uns nicht wegbewegen, weil alles gut ist. Der Tresen hier wird es nicht, aber die Kerzen h\u00e4ngen hoch genug an der Wand und die Musik ist so gut, dass F. alle zehn Minuten kurz im Sitzen tanzt. An fr\u00fcher kommt es nicht ran, aber das kommt ja selten etwas, weil Verkl\u00e4rung ihren Job gut macht. Und selbst wenn sie das nicht tut, manchmal war es einfach so, wie es nicht mehr wird. Das ist schon okay. Und wir fragen uns leise, wie das wohl w\u00e4re, mit einem Banana Boat \u00fcber den Landwehrkanal zu fahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Abend durch den anders erleuchteten Westen der Stadt spazieren, wir haben die Temperatur \u00fcbersch\u00e4tzt, aber irgendwann f\u00e4ngt man ja immer an mit den Getr\u00e4nken vor der T\u00fcr und den Strohhalmen und den roten Wangen. Ist dann auch egal, wann. 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