{"id":5523,"date":"2016-02-17T22:20:42","date_gmt":"2016-02-17T21:20:42","guid":{"rendered":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/?p=5523"},"modified":"2016-02-17T22:35:27","modified_gmt":"2016-02-17T21:35:27","slug":"die-siebte-woche-jahr","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/die-siebte-woche-jahr\/","title":{"rendered":"Die siebte Woche Jahr"},"content":{"rendered":"<p><img src=\"http:\/\/foto.arcor-online.net\/palb\/alben\/73\/763473\/3736643630346239.jpg\" alt=\"Oranienburger Tor\" \/><\/p>\n<p>Auf dem Heimweg an das Wartezimmer in Wedding gedacht, in dem die Zeitschrift \u201eSehnsucht Deutschland\u201c auf einem kleinen, wei\u00dfen IKEA-Tisch lag, w\u00e4hrend auf dem Bildschirm \u00fcber der Garderobe Tierbabyfernsehen lief.  Und dann ist mir Paris auch wieder eingefallen, und wie die Luft war, als wir aus dem Restaurant kamen nach diesen paar Gl\u00e4sern Wein, ich mochte die Str\u00e4hnigkeit der Stadt, die vor allem nachts zu sehen ist, denn tags\u00fcber liegt niemand auf den Rasenfl\u00e4chen, treten sie nicht einmal \u00fcber den Rand. Dass es hier kaum leere Ohrl\u00e4ppchen gibt, hab ich noch gedacht, und wie sch\u00f6n es ist, wenn jemand nachschenkt, aber nicht ohne zu fragen, sondern nach einem Blick, der als Zeichen gen\u00fcgt und nicht zu einer Ber\u00fchrung wird.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Die Notiz wiedergefunden, die ich nach dem St\u00fcck von Sibylle Berg schrieb, zwei Zitate: \u201eEin Kind sollte mit zwei Elternteilen zusammen leben, damit es diese furchtbare Angst verliert, allein zu sein, wenn einer kaputt geht\u201c (und innerlich kurz abgeschweift, dass zusammen leben ja nicht zusammen wohnen hei\u00dfen muss und trotzdem nicht weniger wert ist), \u201eich g\u00f6nne mir noch zwei Minuten eine kleine Angst\u201c (zum Mitnehmen, bitte).<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Dem Wetter danken, dass es einen der zwei freien Tage keinen Aufstand macht, sondern mich in Ruhe einfach wohnen l\u00e4sst. Gegenst\u00e4nde benutzen, nicht nur ansehen.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>I&#8217;ve seen better, I&#8217;ve seen worse. I missed the sun today.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>An der Friedrichstra\u00dfe in die S-Bahn steigen. Im ersten Moment denken: \u201eAch, das da hinten sind nur f\u00fcnf laute Fu\u00dfballfans\u201c, an der n\u00e4chsten Station sicher wissen: \u201eDas sind f\u00fcnf Rassisten\u201c. Dort steigen sie schon wieder aus. Wut, G\u00e4nsehaut, Ekel, Hass und Angst, alles auf einmal f\u00fchlen, die Blicke der anderen im Zug suchen. Angst und Gleichg\u00fcltigkeit in den Augen finden.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Wenn man das kleine Fischrestaurant unter der Br\u00fccke betritt, wird man verschluckt von Netzen und Zetteln und Fotos und dem Geruch. Auf jedem Tisch liegt eine Glasplatte, darunter Nachrichten der G\u00e4ste und Familien, der Stammkundschaft und Touristen. Jeder Bilderrahmen wurde sorgsam beschriftet. Es gibt Zitrone und Fladenbrot zum Fisch. Das einzige Dessert der Karte ist ein fest gepresstes Pulver, das im Mund ganz samtig weich wird, viel zu s\u00fc\u00df, aber die Konsistenz habe ich so noch nie erlebt.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Der Dreij\u00e4hrige und ich sitzen in der Stra\u00dfenbahn, es ist schon dunkel. Der Zug schwingt sich in eine Kurve und der Dreij\u00e4hrige lacht aus vollem Herzen: \u201eSchweeeerkraaaaft!&#8220;<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>H\u00f6rempfehlung: <a href=\"http:\/\/kleinerdrei.org\/2016\/02\/kleinercast-im-gespraech-mit-dem-fotojournalisten-martin-gommel\/\">Das Gespr\u00e4ch<\/a> zwischen Anne Wizorek und dem <a href=\"http:\/\/martingommel.de\/\">Fotojournalisten Martin Gommel<\/a>, der reist, um Fl\u00fcchtenden zu helfen \u201c\u201c und vor allem um mit ihnen zu sprechen.<br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"100%\" height=\"166\" scrolling=\"no\" frameborder=\"no\" src=\"https:\/\/w.soundcloud.com\/player\/?url=https%3A\/\/api.soundcloud.com\/tracks\/241960495&amp;color=ff5500\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf dem Heimweg an das Wartezimmer in Wedding gedacht, in dem die Zeitschrift \u201eSehnsucht Deutschland\u201c auf einem kleinen, wei\u00dfen IKEA-Tisch lag, w\u00e4hrend auf dem Bildschirm \u00fcber der Garderobe Tierbabyfernsehen lief. 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