{"id":5480,"date":"2016-01-28T10:53:23","date_gmt":"2016-01-28T09:53:23","guid":{"rendered":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/?p=5480"},"modified":"2017-02-01T19:20:30","modified_gmt":"2017-02-01T18:20:30","slug":"die-vierte-woche-jahr","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/die-vierte-woche-jahr\/","title":{"rendered":"Die vierte Woche Jahr"},"content":{"rendered":"<p><img src=\"http:\/\/foto.arcor-online.net\/palb\/alben\/73\/763473\/3736646565663866.jpg\" alt=\"Urbanhafen\" \/><\/p>\n<p>Langsam wird es echt. Als w\u00e4re jeder Januar so eine Art Bahnhof, alles l\u00e4uft nur hindurch, niemand bleibt gern, manchmal verpasst man etwas, h\u00e4ufig muss man etwas bezahlen, hat Hunger, aber nichts schmeckt so richtig, meistens hat man zuviel Gep\u00e4ck dabei, eigentlich immer sind zu viele Leute da, au\u00dfer nachts und dann ist es gruselig, st\u00e4ndig f\u00e4hrt einem jemand \u00fcber den Fu\u00df, und obwohl man sich hier eigentlich gut auskennt, wundert man sich immer wieder, dass die Melancholie jedes Jahr eine andere ist, keine hysterische. Als h\u00e4tte man im Dezember den Abschied nicht gut gemacht und m\u00fcsse das im Januar nachholen, vermutlich sitzt Silvester eh viel zu nah an Weihnachten, da bleibt einem ja kaum Zeit mal zu \u00fcberlegen und die H\u00e4sslichkeit des Januars ist ja auch irgendwie nie zu \u00fcbersehen, durch den Januar muss man durch, vielleicht kurz winken und dann erst kann man sich in den Sitz fallen lassen.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>\u201eTransparent\u201c geschaut und \u00fcber Familie nachgedacht. Die einzelnen Figuren drehen sich so sehr um sich selbst, dass ich mich frage, wie sie es hinbekommen, sich dabei gegenseitig auf dem Laufenden zu halten, sich so wenig zu wundern. Die ganze Zeit passieren tausend irre Sachen und niemand wundert sich. Wenn sie nichts mehr verstehen, br\u00fcllen sie sich an oder haben Sex oder springen in irgendeinen Pool, und pl\u00f6tzlich sitzen alle wieder nebeneinander und sind ganz kuschelig und ich frage mich, an welchen Stellen sie einander ab- und die Geschichten aufholen, wo ist dieser Autobahnparkplatz, an dem sie anhalten, um das alles reinzulassen in sich und einen Platz daf\u00fcr zu finden und warum platzen die nicht permanent vor Kram?<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Auch das Eis schmilzt in Schichten, hier und da h\u00e4lt es die Schw\u00e4ne noch und die auf ihm abgestellten B\u00fccherregal, Bierkisten, abgerissenen Papierk\u00f6rbe, Bierflaschen, an anderen Stellen sinkt die starre K\u00e4lte schon wieder auf den Grund des Kanals. Jetzt gibt es wieder Osters\u00fc\u00dfigkeiten und die vertwitterten Fr\u00fchlingsw\u00fcnsche werden mehr, die ersten Tulpen stehen in den Vasen, aber halten noch nicht lange. Es ist aber auch so, dass mir der Sommer nicht mehr so fern vorkommt, vielleicht vergesse ich weniger, vielleicht habe ich besser abgedichtet, wer wei\u00df das schon, aber Fakt ist, dass ich mich neuerdings im Sommer an den Winter erinnern kann und umgekehrt, also so sehr erinnern, dass man beinahe sp\u00fcrt, was man denkt, es ist nicht mehr so abwegig, wie es fr\u00fcher schien zur selben Zeit, dass es bald wieder warm ist und ich dabei sein kann. Denken \u201eIch werde das erleben\u201c und noch ein St\u00fcck gehen.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Der Friedhof ist lauter, wenn die B\u00e4ume keine Bl\u00e4tter haben.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Nach einer Woche beinahe allein und viel drinnen genie\u00dfe ich den Blick in fremde Gesichter, genie\u00dfe ich es, wenn Leute reden oder vor mir straucheln, etwas in ihrer Tasche suchen, inne halten, telefonieren, ich verhalte mich ruhig, damit sie mich nicht bemerken und laufe einfach weiter geradeaus. Wie vielen man begegnet, wenn man es nicht darauf anlegt.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Den Schrank im B\u00fcro ausr\u00e4umen, den Rechner leeren, Menschen umarmen, auf Wiedersehen sagen, den Fahrstuhl nehmen und dann gehen, weil man sich daf\u00fcr entschieden hat. Auch Abschiedsgef\u00fchle halten sich nicht an Terminvereinbarungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Langsam wird es echt. 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