{"id":5469,"date":"2016-01-14T00:35:12","date_gmt":"2016-01-13T23:35:12","guid":{"rendered":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/?p=5469"},"modified":"2016-01-14T01:04:31","modified_gmt":"2016-01-14T00:04:31","slug":"die-zweite-woche-jahr","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/die-zweite-woche-jahr\/","title":{"rendered":"Die zweite Woche Jahr"},"content":{"rendered":"<p><img src=\"http:\/\/foto.arcor-online.net\/palb\/alben\/73\/763473\/3839633538366430.jpg\" alt=\"Z\u00fcrisee\" \/><\/p>\n<p>Manche Dinge kann man nur in der D\u00e4mmerung aufschreiben, weil dann die Welt die Klappe h\u00e4lt, weil man selbst noch nicht so eingestellt ist wie sonst und vielleicht auch so fr\u00fch am Morgen eher sagt, was man wirklich meint, also dort, wo man es nicht unter Kontrolle hat. Dann noch ein Schl\u00e4fchen, mit der Decke \u00fcber allem, was besch\u00fctzt werden muss.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Das erste Buch 2016 zu Ende gelesen. Auerhaus. Bov Bjerg erz\u00e4hlt darin, wie es ist, mit jemandem zu wohnen (nicht nur in einem Haus, sondern auch in einem Leben), der manchmal leben will und manchmal nicht und davon, wie man es nie ganz kapiert, wenn man selbst nicht wei\u00df, wie es ist, gar nicht mehr leben zu wollen, und wie man sich dreht und wendet und manchmal hofft, im anderen w\u00e4re es vorbei gegangen, das mit dem nicht mehr wollen, und wie es dann doch nicht vorbei ist.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Von der Kunst, Einfl\u00fcsse als solche zuzulassen. Das etwas in dich hinein flie\u00dft, aber auch wieder raus kann, etwas, das nicht sofort dein eigenes Bauchgef\u00fchl aushebelt, aber auch die M\u00f6glichkeit hat, Spuren zu hinterlassen. Kommt vermutlich aber auch auf die Beschaffenheit des Bauchgef\u00fchls an. Dennoch: Semipermeabilit\u00e4t war schon immer eine gro\u00dfe Aufgabe.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Beobachtet: dieses Ringen um Meinungshoheit von Eltern(sorten). Jochen K\u00f6nig darin als spannenden Neuentwurf geh\u00f6rt. Warum haben eigentlich nicht mehr Freunde Kinder miteinander?<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Feststellen, besser geworden zu sein im Wissen um den eigenen Radius. Also wie viel Luft es braucht und wie viel Platz und was darin stehen kann und was im Gef\u00fcge eher st\u00f6rt. Noch zaghaft, aber (und w\u00e4re wankelm\u00fctig hier ein passendes Wort, ich w\u00fcrde es verwenden, weil es eigentlich so sch\u00f6n klingt ((wenn man mutig ist und zwar wankt, aber ach)) es ja dann aber doch meistens sowas wie &#8218;mankelw\u00fctig&#8216; meint im Sinne von irgendetwas mit Unbedachtheit und Wut und Unsinn) im Zentrum der Zaghaftigkeit dann aber sp\u00fcrbar bestimmter als fr\u00fcher, man muss sich ja manchmal erst einmal herantasten an neue K\u00f6rper- und Lebensformen (die eigenen vor allem). Jedenfalls laufe ich die ganze Zeit mit dem Zollstock in mir selbst herum und denke \u201eOh\u201c und \u201eAh\u201c und \u201eAchso\u201c und \u201eNa h\u00e4tten wir das mal fr\u00fcher gewusst\u201c. Aber das haben wir ja nicht, deswegen vermessen wir erneut. Mit neuen Daten k\u00f6nnen wir arbeiten.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Es schauten nur die Flugbl\u00e4tter der Windr\u00e4der aus den Wolken heraus. Als seien sie wahnsinnig hoch und es g\u00e4be sonst nichts au\u00dfer mit ihnen zu schneidende Schlagsahne.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Und dann sangen wir doch noch einmal \u201eStarman\u201c mit G\u00e4nsehaut auf dem Kopf am Ende der Probe, als drau\u00dfen schon der Barbetrieb losging. Wie so ein Plakat, das man aufh\u00e4ngt, wenn man eigentlich eine Postkarte schreiben will, aber nicht abschicken kann, weil alle Briefk\u00e4sten der Stadt abgeh\u00e4ngt wurden und die T\u00fcren unten zu sind.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>\u201eAls Kind war ich kl\u00fcger als jetzt\u201c, sagte Opa und sa\u00df in seiner Sofaecke mit dem Kissen hinter dem R\u00fccken, dessen Stoff er damals unter seinem Hintern nach Deutschland geschmuggelt hat aus Zell am See. \u201eIch wusste immer, ich lebe in einer wahnsinnigen Zeit und ich wollte alles wissen. Und wenn du einmal alles wissen willst, h\u00f6rst du ja nicht mehr auf.\u201c<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Das Dessert lag auf einem goldenen Pappteller in Z\u00fcrich und ich k\u00f6nnte schw\u00f6ren, um meinen Kopf tanzte Lametta mit Armen und Beinen, als ich hinein biss.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>J. verabschiedet. Alles wird anders die ganze Zeit. Wir k\u00f6nnten uns jetzt auch mal dran gew\u00f6hnen.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manche Dinge kann man nur in der D\u00e4mmerung aufschreiben, weil dann die Welt die Klappe h\u00e4lt, weil man selbst noch nicht so eingestellt ist wie sonst und vielleicht auch so fr\u00fch am Morgen eher sagt, was man wirklich meint, also dort, wo man es nicht unter Kontrolle hat. 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