{"id":5428,"date":"2016-01-07T16:13:22","date_gmt":"2016-01-07T15:13:22","guid":{"rendered":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/?p=5428"},"modified":"2016-01-14T00:12:30","modified_gmt":"2016-01-13T23:12:30","slug":"die-erste-woche-jahr","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/die-erste-woche-jahr\/","title":{"rendered":"Die erste Woche Jahr"},"content":{"rendered":"<p><img src=\"http:\/\/foto.arcor-online.net\/palb\/alben\/73\/763473\/3134366462633930.jpg\" alt=\"Baltic Sea\" \/><\/p>\n<p>Das offene Fenster im Nebenzimmer vergessen und dann eintreten wie in eine andere Landschaft, in der kalte, feuchte Laken \u00fcber den Feldern liegen, eigentlich ganz sch\u00f6n.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Ich muss das Buch nicht sofort schreiben. Ich lege die Gedanken neben die Seiten in die Schublade und warte einfach ab. Das wollte ich eh schon immer mal machen. Etwas irgendwo vergessen und es dann beim Aufr\u00e4umen finden und es behalten wollen, mich zugeh\u00f6rig f\u00fchlen zu den Gedanken und Worte, sie mir zuschreiben und nicht wie etwas ansehen, in das sich Motten gefressen haben und das man daraufhin in eine Plastikt\u00fcte quetscht, die man dann mit dem M\u00fcll runterbringt, weil man zu faul ist zum Stopfen, oder es nie gelernt hat.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Gibt es ein Lexikon f\u00fcr Oberfl\u00e4chen, einen Thesaurus f\u00fcr Textur? Ich komme mir st\u00e4ndig vor, als h\u00e4tte ich nicht richtig begriffen, wie sich Dinge anf\u00fchlen k\u00f6nnen\/sollen\/m\u00fcssen, ich w\u00fcrde gern \u00fcber Konsistenzen lesen, um mir selbst sagen zu k\u00f6nnen: \u201eAch das, das ist nur Abscheu, das muss sich so anf\u00fchlen, alles richtig, keine Sorge.\u201c<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>In einem Haus zwischen dichtem Nebel sitzen und froh sein, nichts zu sehen. Einfach nichts au\u00dfer ein paar Baumspitzen und Reif auf den Gr\u00e4sern und die Fettstreifen, die Nase und Stirn an der Scheibe hinterlassen. Bis zur Heizung ist, soweit die F\u00fc\u00dfe tragen. Sp\u00e4ter sich wundern, dass Teleportation immer noch nicht erfunden wurde. Immer. Noch. Nicht. Wie f\u00fchlt es sich an, sich aneinander festzuhalten und sich kurz aufzul\u00f6sen, um woanders wieder zusammengesetzt zu werden? Kann es sein, dass dabei ein Teilchen vertauscht wird? Und dann l\u00e4uft man f\u00fcr immer mit diesem Teilchen des anderen herum, das anf\u00e4ngt, im eigenen K\u00f6rper zu funktionieren und Aufgaben zu \u00fcbernehmen und mitzumachen? Als w\u00fcrde man die Augenfarbe tauschen und vergessen, dass das passiert ist.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>In der K\u00e4lte f\u00fchlt sich Haut nicht mehr wie Haut an, sondern wie irgendwas anderes und f\u00fcr einen Moment ist das auch beruhigend. Also dass man selbst auch splittern kann, ohne sofort kaputt zu gehen.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Sowieso: Ahnungen weniger Gewicht zuschreiben, und den Fokus auf Fakten drehen. Etwas kr\u00e4chzend, aber mit der \u00dcbung wird man besser darin. Und drei Kilo leichter. Weniger meinen, mehr wissen. Mehr weggehen oder sich in Ruhe daneben setzen und zuh\u00f6ren. Gefasel ist eh kein gutes Wort.<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p>Jemanden von hinten umarmen ist eine sch\u00f6nere Geste, als ich dachte. Denn der andere hat die H\u00e4nde und die Augen frei und manchmal braucht man ja genau das und dennoch jemanden im R\u00fccken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das offene Fenster im Nebenzimmer vergessen und dann eintreten wie in eine andere Landschaft, in der kalte, feuchte Laken \u00fcber den Feldern liegen, eigentlich ganz sch\u00f6n. &#8211; Ich muss das Buch nicht sofort schreiben. Ich lege die Gedanken neben die Seiten in die Schublade und warte einfach ab. 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