{"id":4790,"date":"2014-07-06T20:02:27","date_gmt":"2014-07-06T19:02:27","guid":{"rendered":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/?p=4790"},"modified":"2014-11-20T22:13:44","modified_gmt":"2014-11-20T21:13:44","slug":"faro-iv","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/faro-iv\/","title":{"rendered":"Faro IV"},"content":{"rendered":"<p><img src=\"http:\/\/foto.arcor-online.net\/palb\/alben\/73\/763473\/6434356636376431.jpg\" alt=\"Waves\" \/><\/p>\n<p>Am Morgen vor dem \u00d6ffnen der Augen die Rollkofferger\u00e4usche vor dem Fenster h\u00f6ren und nicht wissen, wo man ist. Aber die W\u00e4rme sp\u00fcren und dann erst Sekunde f\u00fcr Sekunde kriecht das Wissen um den eigenen Aufenthaltsort zur\u00fcck in sein Haus. Sp\u00e4ter auch das Gef\u00fchl f\u00fcr Zeit verlieren, es z\u00e4hlt nur m\u00fcde sein und wach sein und worauf man Lust hat. Auf dem Boot dann die Hand in den Fahrtwind halten und denken, das mit dem F\u00fchlen ist manchmal so \u00e4hnlich, das hinein Fassen und wie es einem entwischt, Gef\u00fchle zerzausen einem auch die Frisur. Nur an diesen bestimmten Sonntagen, da hat man manchmal Gl\u00fcck und einen Zipfel vom Laken, und wenn man dann in die richtige Richtung steht, bekommt man eine ungef\u00e4hre Ahnung davon, welches Volumen so ein Herz doch hat, man kann&#8217;s dann sogar (be)greifen f\u00fcr einen Moment. <\/p>\n<p>Past\u00e9is de Nata sind ausverkauft, Sonntag ist Tag der Einheimischen, heute machen sie Pause, sie sitzen und reden weniger laut, als man erwarten w\u00fcrde, aber sie bestellen viele Tassen Kaffee und schauen und verschr\u00e4nken die H\u00e4nde \u00fcber dem Bauch. Ich entdecke ein neues Muttermal an meiner Wade. Entstehen die irgendwann? Habe ich es vergessen? War der Winter so lang? Ich lege meine Hand darauf und versuche mir vorzustellen, es sei gar nicht da. Und schon geht das nicht mehr. N. sagt, es gibt von jedem Menschen zwei auf der Welt. Planets calling for each other. <\/p>\n<p>Oma sitzt auf dem Handtuch und soll mit dem iPhone ihre Enkelin fotografieren. Stehend, im Sand liegend, im Wasser stehend, in den Wellen liegend. Die junge Frau \u00f6ffnet das Programm und gibt das Handy dann ihrer Gro\u00dfmutter, das Telefon steckt in so einer Klapph\u00fclle, wei\u00df mit Strass verziert. Oma h\u00e4lt es mit zwei Fingern, mit dem Zeigefinger der rechten Hand dr\u00fcckt sie auf den Ausl\u00f6ser. Dabei schaut sie jedes Mal sehr angestrengt, die Enkelin hingegen grinst, sie grinst solange, bis Oma den Button gefunden hat, das dauert manchmal und die Miene der jungen Frau verzieht sich nicht, sie grinst und steht und das einzige, was sich bewegt, sind ihre Haare im Wind oder das Wasser. Nach dem Ausl\u00f6serger\u00e4usch l\u00f6st sich ihr Gesicht und sie \u00fcberpr\u00fcft sofort das Bild. Jetzt l\u00e4chelt Oma, aber nicht nur mit dem Mund. <\/p>\n<p>Auf den Fliesen der Snackbar h\u00fcpfen bunte Delfine \u00fcber gestreifte Wellen. Gezeiten sind etwas Gutes. Man liegt so herum und schl\u00e4ft und pl\u00f6tzlich, wenn man sich aufrappelt nach einigen Stunden, ist das Wasser viel n\u00e4her ger\u00fcckt, und genau das ist es ja eigentlich, was man sich manchmal nach dem Aufwachen w\u00fcnscht, in der Stadt, meine ich, also dass das Meer direkt neben dem eigenen Kissen beginnt. In der Halbzeitpause zwischen den Spielen l\u00e4uft jedes Mal Shakira. Keine Schwalben heute, daf\u00fcr ein kreisender Storch. Eine \u00e4ltere Dame springt beim Tor von Holland so von ihrem Platz, als wolle sie fliegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Morgen vor dem \u00d6ffnen der Augen die Rollkofferger\u00e4usche vor dem Fenster h\u00f6ren und nicht wissen, wo man ist. Aber die W\u00e4rme sp\u00fcren und dann erst Sekunde f\u00fcr Sekunde kriecht das Wissen um den eigenen Aufenthaltsort zur\u00fcck in sein Haus. Sp\u00e4ter auch das Gef\u00fchl f\u00fcr Zeit verlieren, es z\u00e4hlt nur m\u00fcde sein und wach sein [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[128],"tags":[128,136,47],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4790"}],"collection":[{"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4790"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4790\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4987,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4790\/revisions\/4987"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4790"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4790"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4790"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}