{"id":4731,"date":"2014-05-26T18:15:37","date_gmt":"2014-05-26T17:15:37","guid":{"rendered":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/?p=4731"},"modified":"2017-04-08T22:20:39","modified_gmt":"2017-04-08T20:20:39","slug":"blattschnitt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/blattschnitt\/","title":{"rendered":"Blattschnitt."},"content":{"rendered":"<p><img src=\"http:\/\/foto.arcor-online.net\/palb\/alben\/73\/763473\/6438326165373661.jpg\" alt=\"Wiese \" \/><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kuenstlicht.de\/kuenstlicht.html\">Sa\u00c5\u00a1a<\/a> sprach am Freitag bei der ZEIT am Ende kurz, als jemand fragte, von Heimat und Zuhause, von Ankommen und Weggehen, und ich kann ihn kaum noch zitieren, weil ich&#8217;s mir nicht direkt aufgeschrieben habe, aber sch\u00f6n hat&#8217;s geklungen und auf dem Weg nach Hause, als es schon richtig dunkel und nicht mehr ganz so verregnet war, da ist mir mein eigener Bezug dazu wieder ein- und beinahe zwischen die Speichen gefallen, fast h\u00e4tte ich es laut gesagt, also dieses &#8222;Jawohl!&#8220;, denn solche Gedanken brauchen neuerdings immer ein wenig, um sich in mir zu setzen. (Fr\u00fcher hat sich in mir jede Regung als endg\u00fcltiger Gedanke getarnt, mittlerweile habe ich ein Alter erreicht, in dem Nuancen als M\u00f6glichkeiten besser auszuhalten und sogar zu genie\u00dfen sind und die wirklichen Gedanken, also die mit Anfang und Ende und Sitzfleisch, die brauchen l\u00e4nger, um aufrecht stehen und in mir herumlaufen zu k\u00f6nnen, die bauen sich erst nach und nach). <\/p>\n<p>Jemand im Publikum fragte Sa\u0161a also, ob er sich mit dem Dorf aus &#8222;<a href=\"http:\/\/www.randomhouse.de\/Buch\/Vor-dem-Fest-Roman\/Sa-a-Stani-i-\/e210016.rhd\">Vor dem Fest<\/a>&#8220; auch eine neue Heimat geschrieben habe, und Sa\u00c5\u00a1a antwortete mit der Begegnung des Malers, der etwas gesagt habe, das auch ich vermutlich so schnell nicht vergesse: &#8222;Heimat ist, wo ich mich auskenne&#8220;. Und dann ging es um das Aneignen von Orten, also wie man sich besch\u00e4ftigt damit und so immer n\u00e4her r\u00fcckt, wie man sich hinein gr\u00e4bt in die Geschichte eines Platzes und damit auch seine gegenw\u00e4rtigen Strukturen versteht, wie Wissen auch N\u00e4he schafft und Verst\u00e4ndnis &#8211; und da auf dem Fahrrad hab ich mir gedacht, das ist der Grund, warum ich immer diese Texte schreibe, Gef\u00fchle seziere, es ist ja so einfach, genau das ist die Erkl\u00e4rung. Vermutlich m\u00fcsste ich jetzt darauf ansto\u00dfen oder mir etwas g\u00f6nnen, ich hatte ja bisher nie eine Antwort auf die Frage, warum ich diese B\u00fccher mache, also keine wirklich verwurzelte, man sagt dann immer, man habe Spa\u00df daran und l\u00fcgt damit nicht, aber man k\u00e4mpft ja auch, also ich zumindest, mit den Zeilen und den Sachen, die man sich dann zu schreiben traut (oder eben auch nicht), und jetzt habe ich eine. Sagen wir es mal so: Ich laufe vermutlich so viel in diesen Worten herum, um all die M\u00f6glichkeiten, Begegnungen, Regungen, den menschlichen Atem, das Herz, das Hirn und vor allem Mischkalkulationen aus all dem nicht mehr ganz so unheimlich zu finden, um mich daran zu gew\u00f6hnen, auszuloten, zu versuchen und mich dann m\u00f6glicherweise irgendwann auszukennen oder hier und da mindestens kurz souver\u00e4ner so auszusehen. Diese Geschichten sind ein Versuch, mich b\u00e4uchlings heran zu robben. Da haben Sie&#8217;s.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sa\u00c5\u00a1a sprach am Freitag bei der ZEIT am Ende kurz, als jemand fragte, von Heimat und Zuhause, von Ankommen und Weggehen, und ich kann ihn kaum noch zitieren, weil ich&#8217;s mir nicht direkt aufgeschrieben habe, aber sch\u00f6n hat&#8217;s geklungen und auf dem Weg nach Hause, als es schon richtig dunkel und nicht mehr ganz so [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[23],"tags":[117,170,116,118],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4731"}],"collection":[{"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4731"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4731\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5874,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4731\/revisions\/5874"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4731"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4731"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4731"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}