{"id":3956,"date":"2013-11-30T14:14:42","date_gmt":"2013-11-30T13:14:42","guid":{"rendered":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/?p=3956"},"modified":"2016-03-22T20:32:31","modified_gmt":"2016-03-22T19:32:31","slug":"zuruckkehren","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/zuruckkehren\/","title":{"rendered":"Zur\u00fcckkehren."},"content":{"rendered":"<p><img src=\"http:\/\/foto.arcor-online.net\/palb\/alben\/73\/763473\/3039643834363133.jpg\" alt=\"Kex Hostel\" \/><\/p>\n<p>Meine Reisen brauchen immer eine Weile, bis sie einen Platz in mir gefunden haben. Ich fahre los und komme kaum zum Denken, ich fahre weiter und alles fliegt mir von innen um die Ohren, um den Geh\u00f6rgang, knapp an den Pupillen vorbei, in st\u00e4ndiger Ber\u00fchrung mit der Sch\u00e4deldecke, es quietscht nicht, es gleitet. Irgendwann dann wird es langsamer, rollt nur noch, kommt zum Stehen, setzt sich. Aber das dauert. Ich erinnere dann keine Reihenfolgen, ich erinnere Bilder, die auf den Boden gelegt und in deren N\u00e4he Fenster ge\u00f6ffnet werden. Die Episoden setzen sich neu zusammen, manchmal sieht man, wie etwas passt, das man nicht erkannt hat.<\/p>\n<p>Ich habe die Insel beim Ankommen sofort gerochen, als wir drau\u00dfen vor dem Flughafen standen und <a href=\"http:\/\/www.smaracuja.de\">Nina<\/a> eine Zigarette rauchte. Ich wu\u00dfte, dieses Mal habe ich etwas mehr Zeit und dass es nicht genug, aber schon gut sein wird. Vielleicht braucht man immer einen Grund, um wiederzukommen. Und da stand ich und sah in die Nichtlandschaft, die um den Flughafen herum ist, das Wasser war dunkelgrau, als wir dar\u00fcber flogen, daneben immer noch diese hellbraunen Weiten, \u00fcber die nur Stromleitungen f\u00fchren, irgendwo weiter hinten der Dampf der Blauen Lagune wie ein Rauchzeichen. Du bist jetzt da. Der Landeanflug m\u00fcsste l\u00e4nger dauern, vielleicht werde ich irgendwann um die Insel fliegen m\u00fcssen, um sie zu begreifen. Ich wusste, wir fahren durch den S\u00fcden und der ganze Rest, das ganze Gro\u00dfe liegt dahinter und wartet noch, es rennt nicht weg, alles ist in Ordnung, wir sehen uns irgendwann.<\/p>\n<p><img src=\"http:\/\/foto.arcor-online.net\/palb\/alben\/73\/763473\/3664626132373334.jpg\" alt=\"Le Chateau des Dix Gouttes\" \/><\/p>\n<p>Das Hemmi og Valdi auf der Laugavegur gibt es nicht mehr. Ich habe dort zwei Becher gekauft, weil sie so gut in die Hand passten, weil die hei\u00dfe Schokolade aus ihnen besser schmeckte. Es gab Toast und man konnte immer irgendjemandem beim Schachspiel zusehen, ohne dass er es bemerkte. Manchmal spielte jemand mit sich selbst, manchmal zu zweit. Jetzt ist ein Coffee Shop eingezogen, der aber ebenfalls gerade umgebaut wird, Stuart erz\u00e4hlt etwas von einem Hotel. Ich hatte mich auf den Geruch gefreut, auf die eine Ecke mit der gr\u00fcn bezogenen Bank, jetzt gibt es diesen Ort nicht mehr und wir suchen <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/LeChateauxDesDixGouttes\">einen neuen<\/a>. Wir bestellen den Wein nach dem Etikett und essen belgische Waffeln, es l\u00e4uft ein irgendein Weihnachtslied in einer anderen Sprache, ich habe vergessen, in welcher genau, aber ich wei\u00df noch, wie wir dar\u00fcber sprachen, dass sich die Herk\u00fcnfte der Dinge vermischen und wie absurd es ist, am anderen Ende der Welt zu sitzen und etwas zu h\u00f6ren, das man kennt. <\/p>\n<p><img src=\"http:\/\/foto.arcor-online.net\/palb\/alben\/73\/763473\/6131326566393531.jpg\" alt=\"View from Kex\" \/><\/p>\n<p>Wir schlafen allein <a href=\"http:\/\/www.kexhostel.is\">in einem Sechsbettzimmer<\/a> und versuchen, nicht zu sehr zu \u00fcberlegen, wer welches Bett nimmt. Ich schlafe am Fenster. Von dort sieht man in den Hof und abends in die Fenster des Wohnhauses gegen\u00fcber, jemand hat dort ein Atelier eingerichtet und l\u00e4uft viel auf und ab. Es wird fr\u00fch dunkel, unsere Wangen gl\u00fchen. Irgendetwas im Haus klappert die ganze Nacht, irgendwann h\u00f6ren wir es nicht mehr, nur noch den Wind. An diesem ersten Abend bleibt Island noch eine Ahnung, ein Bauchgef\u00fchl, lediglich als wahr angenommen, noch nicht best\u00e4tigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Reisen brauchen immer eine Weile, bis sie einen Platz in mir gefunden haben. Ich fahre los und komme kaum zum Denken, ich fahre weiter und alles fliegt mir von innen um die Ohren, um den Geh\u00f6rgang, knapp an den Pupillen vorbei, in st\u00e4ndiger Ber\u00fchrung mit der Sch\u00e4deldecke, es quietscht nicht, es gleitet. 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