{"id":3279,"date":"2011-11-06T22:29:24","date_gmt":"2011-11-06T21:29:24","guid":{"rendered":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/?p=3279"},"modified":"2015-02-09T23:31:44","modified_gmt":"2015-02-09T22:31:44","slug":"was-ich-liebte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mevme.com\/lizblog\/was-ich-liebte\/","title":{"rendered":"Was ich liebte"},"content":{"rendered":"<p><img src=\"http:\/\/foto.arcor-online.net\/palb\/alben\/73\/763473\/3866363439666263.jpg\" alt=\"Ornamentik\" \/><\/p>\n<p>&#8222;Er war einer jener Menschen, die bei den Ereignissen in ihrem Leben nie ganz pr\u00e4sent sind. Ein Teil von ihm war nicht da, und dieses Abwesende an seinem Vater sollte nie aufh\u00f6ren, Bill zu verfolgen &#8211; sogar noch nach dessen Tod.&#8220; (S.43)<\/p>\n<p>&#8222;Ich nehme an, wir sind alle das Produkt der Freuden und Leiden unserer Eltern. Ihre Gef\u00fchle sind im gleichen Ma\u00dfe in uns eingeschrieben wie ihre Gene.&#8220; (S.45)<\/p>\n<p>&#8222;Ich fand immer, Liebe gedeiht gut bei einer gewissen Distanz; sie verlangt ein ehrf\u00fcrchtiges Getrenntsein, um zu bestehen. Ohne diesen n\u00f6tigen Abstand werden die kleinsten k\u00f6rperlichen \u00c4u\u00dferungen des anderen in der Vergr\u00f6\u00dferung abscheulich.&#8220; (S.59)<\/p>\n<p>&#8222;Ich bin davon \u00fcberzeugt, dass die Vermischung ein Schl\u00fcsselbegriff ist. Er funktioniert besser als Suggestion, die einseitig ist. Er erkl\u00e4rt das, wor\u00fcber Menschen selten sprechen, weil wir uns als isoliert definieren, als geschlossene K\u00f6rper, die aufeinander prallen, aber geschlossen bleiben. Descartes hatte Unrecht. Es muss nicht hei\u00dfen: Ich denke, also bin ich. Es muss hei\u00dfen: Ich bin, weil du bist. Das ist Hegel, na ja, die Kurzfassung.&#8220; (S.121)<\/p>\n<p>&#8222;L\u00fcgen haben immer zwei Seiten: Was man sagt, existiert mit dem zusammen, was man nicht gesagt hat, aber h\u00e4tte sagen k\u00f6nnen. Wenn man zu l\u00fcgen aufh\u00f6rt, schlie\u00dft sich die Kluft zwischen den eigenen Worten und dem, was man innerlich glaubt, und man versucht, seine gesprochenen Worte in Zukunft mit der Sprache der eigenen Gedanken in Einklang zu bringen, zumindest jener, die geeignet sind, von anderen geh\u00f6rt zu werden.&#8220; (S.283)<\/p>\n<p>&#8222;Immer wenn ein K\u00fcnstler stirbt, tritt das Werk langsam an die Stelle seines K\u00f6rpers und wird ein leibhaftiger Ersatz f\u00fcr ihn in der Welt. Ich glaube, man kommt nicht dagegen an. Gebrauchsgegenst\u00e4nden wie St\u00fchlen oder Tellern, von einer Generation an die n\u00e4chste weitergegeben, mag kurzfristig etwas ihrer ehemaligen Besitzer anhaften, doch diese Eigenschaft verliert sich relativ schnell bei ihrem praktischen Gebrauch. Die Kunst, nutzlos, wie sie ist, widersteht der Einverleibung in den Alltag, und sofern sie irgendeine Kraft besitzt, scheint sie das Leben des Menschen, der sie geschaffen hat, zu atmen.&#8220; (S.332)<\/p>\n<p>(<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3499233096\/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&#038;tag=elisrank-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3499233096\">Siri Hustvedt &#8211; Was ich liebte<\/a><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=elisrank-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3499233096\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Er war einer jener Menschen, die bei den Ereignissen in ihrem Leben nie ganz pr\u00e4sent sind. 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