Wofür man das macht.

Um es sich selbst zu beweisen. Für den Blick am Morgen, der noch kein Morgen ist, aber sich schon wie einer anfühlt. Für das Tauwasser, wenn man irgendwann auf der Heizung sitzt und schaut und denkt, so könnte Schlaf sein, wenn Schlaf nicht wäre, wie Schlaf nun mal ist. Auf eine schwarze Stadt zu sehen, bis alles vor den Augen verschwimmt. Mit einem Rauschen, das nichts übrig lässt außer sich selbst. Und mit der Gewissheit, dass es irgendwann vorbeigeht. Man macht das alles für die Sicht auf die leuchtenden, wie in Flammen stehenden Kräne, den Wind an den Knien, der sagt, dass das hier zwar Herbst heißt, aber nicht wie Herbst aussieht. Man macht’s am Ende, weil das Herz in diesem Sinne nicht aus einem heraus kann. Die einzelnen Bestandteile können sich voneinander trennen, Klappen und Zuläufe, Sehne und Muskel, Aufhängung und Blutgefäß, aber es ist trotzdem noch da, es ist ja auch so, dass Menschen nicht keine Familie mehr sind, nur weil sie beschlossen haben, nicht mehr beieinander zu wohnen. Das ist wie die Sache mit dem Photo, bei dem man immer weiß, wie alles ausgesehen hat um den Bildausschnitt herum, bis ins Kleinste könnte man jede Linie weiterzeichnen, aber das Gezeichnete nie wieder mit der Realität abgleichen, nie wieder prüfen. So ist das eben.

Man macht’s, weil man’s aushalten kann.