We have our looks and perfume on.

In meinem Leben passiert manchmal allerhand Kurioses. Manches ist so kurios, dass man vor lauter Kuriosität jedes Talent dafür verliert, anderen Menschen von den kuriosen Dingen zu erzählen. Manchmal liegt das aber auch an der drübergestreuselten Absurdität der Dinge. Das Fazit meiner Schwurbelei ist: Macht in Gedanken damit, was ihr wollt, aber stellt euch vor, wie ich gerade mit M. im Waschkeller meines Schuhkartonhauses sitze und amüsiert auf die Waschmaschine gucke, die laut Anzeige noch sieben Minuten braucht, bis sie mir saubere Kleidungsstücke ausspuckt. Bei Minute 4 dann öffnet sich die Tür zum gruseligsten Flur der ganzen Welt, der meiner Meinung nach eigentlich nicht zu dem Haus sondern zu einem Horrorfilm allerschärfster Kajüte gehört. Dieser Flur macht Geräusche, obwohl nichts drin ist, was eigentlich Geräusche machen kann, dieser Flur hat eine Beleuchtung, die keine Beleuchtung ist, weil sie nicht sonderlich viel leuchtet, und es gibt diverse Türen, hinter denen sich andere gruselige Dinge verbergen. Der Waschkeller an sich hat was von Dittsche, man könnte da auch sowas drehen, denn es gibt eine Bank, deren Sitzbretter sich bis zum Boden durchbiegen, wenn man sich draufsetzt, und es gibt mit einem Monsterschloß an einer Stange befestigte Münzeinwurfkästen, die irgendwas zählen, ich weiß nur nicht so genau, was. Dann gibt es noch eine Anleitung, wie man die dort befindlichen Maschinen zu bedienen hat. Die Anleitung besteht aus kleinen Kästchen, in die reingemalt wurde, was man tun soll, damit alles reibungslos von statten geht. Ich weiß nicht, ob’s am Laufe der Zeit liegt, aber so einige Kästchen mit so einigen Schritten scheinen nicht mehr von Nöten zu sein, deswegen hat man sie ordentlich durchgestrichen. Aber zurück zum Thema.

Man stelle sich vor, wie M. und ich auf der Bank sitzen, ja, auf der mit dynamisch-agilen Sitzleisten. Der M. bewundert die Typo auf der Waschmaschine, ich persönlich stelle mir vor, wie ein Mops von innen an die Waschmaschinenscheibe kotzt, weil jemand ihn in der Hosentasche vergessen hat. In unsere augenscheinliche mit weißen Fliesen unterlegte Idylle platzen nun also bei Minute 4 plötzlich drei riesige, nicht unsere Sprache sprechenden, Jogginganzug tragenden, von der Statur Sumo-Ringern ähnelnde Wesen. Während M. und ich noch damit beschäftigt sind, unsere verduzten Blicke zu sortieren, haben die Frotteeberge anscheinend ähnliches zu tun, gucken verduzt abwechselnd uns und die Maschinen an. Anschließend fängt das Mittelstück des Trios an aufgeregt zu erzählen, zeigt mit Fingern hierhin und dorthin, seine menschliche Einrahmung nickt und streckt uns graumelierte Hinterteile entgegen. M. und ich machen erst einmal nichts sondern gucken weiter auf das vor uns befindliche U-Boot-Guckfenster, als vermuteten wir dahinter eine ferne Galaxie. Eine Minute vor Waschmaschinendrehschluss verschwinden die puscheligen Riesen mirnichtsdirnichts wieder in den gruseligen Flur und die Digitalanzeige des Säuberungsapparates springt auf Null. Wir bleiben ratlos zurück.

Ich bin der festen Überzeugung, dass diese drei in Stoffservietten gehüllten Wesen hinter den blauen Türen des Flures wohnen. Und dass ihre Unterhaltung was mit Ufos zu tun hatte. Wenn ich das nächste Mal waschen gehe, werde ich mich vorher als Silk Spectre verkleiden.