Was würden eigentlich Sie tun?

Werte LeserInnen.

Ich befinde mich in einem inneren Konflikt und frage darum: Was würden Sie an meiner Stelle tun? Denn jetzt.de hat ein Blogstipendium ausgeschrieben. Dieser Blog steht auch auf der Liste derer, die nun von den jetzt-Usern bewertet werden:

1) „Die Auswahl wird auf Beitragsebene getroffen, d.h. wir zeigen nicht das ganze Blog, sondern einzelne Texte aus dem jeweiligen Blog“.
2) „Aus den Einzelbewertungen ergibt sich ein Gesamturteil.”
3) “Es werden immer nur die Beiträge aus den vergangenen 24 Stunden angezeigt.”

Außerdem heißt es aber: „Ist dieser Modus nicht unfair gegenüber den vielen schönen Beiträgen, die vor zwei, zehn oder zwanzig Tagen geschrieben wurden? Womöglich schon. Aber das ist das Wesen von Blogs.“ (Woraufhin ich den Kopf schüttele und sage: Das Wesen der Blogs besteht vor allem auch in ihrer subjektiven Sichtweise, in ihrem Blick auf die Welt, der ein anderer einzelner ist. Es besteht in Reflektion und Dialog. Und nicht nur in ihrer Schnelllebigkeit. Das wäre dann fast gleichzusetzen mit Beliebigkeit.)

http://www.mevme.com/lizblog

Und da steh ich nun. Und frage mich, was würden Sie tun? Schreiben und schreiben, zigtausend Beiträge, um gelesen zu werden? Damit man auf den „Gefällt mir“-Button klickt? Photos posten, kleine Schnipsel, die mal eben schnell gelesen oder auch nur beguckt werden können? Oder würden Sie sich weiterhin Zeit für ihre Texte nehmen? Auf Anlässe warten und Quantität nicht Qualität zur Seite drängeln lassen? Auch wenn Ihnen damit vielleicht eine so grandiose Chance wie dieses Stipendium flöten geht?

Und da sitze ich nun und denke: Es ist ja immer noch mein Name. Es ist ja immer noch mein Blog. Und wo stehe ich denn eigentlich? Denn es ist eben nicht normal für mich, fünf Beiträge am Tag zu schreiben. Manchmal schreibe ich drei Tage lang nichts und dann wieder an zwei Tagen hintereinander. Und doch gibt es meistens Anlässe für die Texte, Gründe, Geschichten, Beobachtungen, Zweifel, Fragen. Ist das einfach die Chance zu zeigen, dass man auf Druck auch viel Gutes produzieren kann? Oder ist es ein Fehler im System? Soll ich alle zwei Stunden gucken, auf welchem Platz ich bin, und überlegen, was als nächstes Thema bearbeitet werden könnte? Soll ich in Form stampfen und mich hetzen oder es einfach lassen? Ist es das wert?

Ich weiß es nicht. Deswegen frage ich.