Was dir in der Krise bleibt

Ein gepflegter Griff in dein Inneres ist es, was dir in der Krise bleibt, in Zeiten des Aufruhrs. Und dann nimm mit aller Kraft dein Herz in die Hand und drück zu, press jeden Gedanken, den du hast, von innen gegen den Brustkorb. Und wenn du dir den Ellbogen selbst in den Magen rammst, sich die Luftröhre zusammenzieht und du beim nächsten klammen Atemzug Blut zwischen den Zähnen hast, sei behutsam mit der Übelkeit. Sie ist alles, was du hast in diesen Zeiten des Mangels, in denen sich alle die Klamotten vom Leib reißen, nach Luft schnappen und sich wundern, wenn sie am Morgen immer noch alleine sind. Du kannst dir doch selbst so einfach ins Handgelenk beißen, deine Kraft aus all den Jahren ohne einen Spiegel an einem Knochen abzählen und deine Haut ist dein Gesicht. Dein ausgefahrenes Knie hast du selbst in der Hand, wenn es aufschlägt, sei dann vorsichtig. So schnell kommt jemand und führt für dich den Schlag aus, es geht so schnell, dass du nicht damit rechnest. Nicht rechnen kannst.
Du wirst dir dann wünschen, du wärst schneller gewesen und du hättest wenigstens diesen einen Bluterguss dir selbst zu verdanken.

Kommentare
in welcher Weise erlebst du persönlich die Krise?…also bitteschön.
@Korbinian: Was ist denn DIE KRISE? Bitteschön?
ist der text von dir? grandios!
@ich: Ja, ist er. (Dankeschön.)
(Wieso sollte der Text nicht von mir sein? Ist doch mein Weblog. Und Fremdinhalte mache ich kenntlich. Sollte jeder machen.)