Vielleicht sollten wir uns besser dran gewöhnen

Du musst nur lange genug laufen, dann sprengt dir das Minus den Kopf weg, der Wind bricht dir die Stirn, du verlierst jeglichen Starrsinn, alles krempelt sich nach außen, wenn du nur weit genug gehst. Wenn du nur weit genug gehst, knacken die Sohlen unter dir, Eis wird zu Berg wird zu Straße und das sind keine Drogen, das ist nicht anderes als sonst, nur leerer, nur kälter, nur klarer, du musst nur lange genug laufen. Und wenn du lang genug läufst, triffst du hier und da ein paar dunkle Gestalten, kapuzenbedeckt und die Schritte genauso steif gelaufen wie deine, die Hände zu Fäusten, man sieht sie nur jetzt, sonst fallen sie nicht auf, Schneeball, Schneemann, ist es Boden, ist es Eis, wenn du nur weit genug gehst. Und wenn du weit genug gehst, merkst du es irgendwann nicht mehr, fängst noch einmal an, dann bist du wieder zurück, du musst nur lange genug laufen.

Draußen ist es wie in dreißig Jahren vielleicht immer.

Liz hat es verfasst, und zwar am 23. Januar 2006 um genau 23:59 Uhr.
Kategorie : Blicke

7 Kommentare Kommentar hinzufügen

  • 1. Burnster  |  24. Januar 2006 um 18:54

    Das ist Musik in meinen Ohren, verehrte Miss Liz.

  • 2. Liz  |  24. Januar 2006 um 19:00

    Danke für die Blumen. Gegenseitige Vernetzung erwünscht?

  • 3. Burnster  |  24. Januar 2006 um 20:01

    Mehr als erwünscht!

  • 4. Ole  |  25. Januar 2006 um 0:00

    Mich hat’s eiskalt erwischt und heiß entflammen lassen. Bin begeistert!

  • 5. Liz  |  25. Januar 2006 um 0:42

    danke für die blumen. linken?

  • 6. Ole  |  25. Januar 2006 um 1:01

    Nettes Tauschgeschäft hier. :) Gern.

  • 7. St. Burnster » Blog&hellip  |  9. Oktober 2006 um 1:12

    […] Bleib so dreist wie du bist. Ich werde nie vergessen mit du mit deiner liebenswert undezenten Art nach einem meiner ersten Kommentare einen Platz in meiner begehrten Blogroll ergattern konntest. Nachdem uns Don Alphonso quasi verkuppelt, äh, verlinkt hatte, wurde ich schnell ein regelmäßiger Liz-Leser und auch wenn es nie zu unserem romantischen ersten Date auf dem Arkona-Platz gekommen ist, haben wir uns letztlich doch noch über die Musik gefunden. Als du dich dann um das Praktikum bei mir beworben hast, fiel mir die Entscheidung nicht leicht. Natürlich warst du eine Wunschkandidatin aber gleichzeitig fast überqualifiziert für den Posten. Doch die Gelegenheit, eine derart talentierte und kostengünstige Mitarbeiterin an Bord zu holen, wollte ich mir einfach nicht entgehen lassen. Und von mir konntest du ja immerhin lernen, wie man ein guter Gesellschafter für seine Leser und Kommentatoren ist. Viel zu kurz war unsere Zeit und nach nur einem Monat zog es dich weiter zu noch größeren Aufgaben, von denen auch meine Leser vielleicht irgendwann erfahren werden. Ich hoffe, dass du mir und meinen Lesern weiterhin deine tollen Texte und filigranen Fotos schenkst, denn darauf und auf einige andere Dinge möchte ich auch in deinem nächsten Lebensjahr nicht verzichten. Und danke für das wundervolle Feature in “Trouble” (siehe oben). […]

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