Und wir wollen es doch immer fein haben

Dass ich in einen noch nicht benannten Zustand ungehemmter Grinsigkeit samt wohligem Muttergefühl gepudert mit Kuschelbedürfnis verfalle, wenn ich kugeläugige Zwerge irgendwo sehe, ist natürlich unbestritten. Sollte ich aber wirklich einmal Mama eines Kindes sein und irgendjemand redet mit meinem Kind dann so, als wäre es ein sternchenspuckendes, minderbemitteltes Glücksbärchi, dem das Hirn mit Schnuckiputzis weggewischt wurde, dann hat dieser jemand ein ernsthaftes Problem.
Mit meinem Kind wird nicht in Heliumtonlagen oder halben Purzelphrasen gesprochen.
Liz hat es verfasst, und zwar am 20. November 2006 um genau 23:24 Uhr.
Kategorie : Moi
19 Kommentare Kommentar hinzufügen
1. Martin Jordan | 21. November 2006 um 0:01
Boah, solche Eltern oder auch Großeltern sind mir ersthaft zu wider!
Zwerge fand ich schon immer seltsam. Sind diese Wesen Kinder, die sich nach der Weisheit des Alters sehnen oder Alte, die für immer im Kinderkörper gefangen sind? Sie stellen für mich jedenfalls irgendetwas seelisch kaputtes da, diese Junggreise …
2. Liz | 21. November 2006 um 1:20
Ich meinte mit den Zwergen Kinder… ähem…
3. Martin Jordan | 21. November 2006 um 3:49
Wie geil, ich mal wieder im Übermut … :D
4. Zmivv | 21. November 2006 um 12:01
Mit meinem Kind wird auch anständig gesprochen. Kann diese ganzen Verhunzelungen der Sprache nicht leiden, dieses “Aiaiaiaiaiai, hutschibutschi, du bist aber ein süßer kleiner Schnuckeli!”.
Da wird sich gegen gewehrt. Verbale Gewalt ist da angesagt:
“Peter, sag der Tante doch mal, was du von ihrem verweichlichten Gerede hälst. Aber vergiss die Contenance nicht…”
5. Paul | 21. November 2006 um 13:59
Du wärst sicher eine schöne, schwangere Frau!
Mal was anderes: fahren wir Anfang Januar zusammen nach Bremen? Julia würde mich mit offenen Armen empfangen. Und: Freitach Fucking Pop?
6. Liz | 21. November 2006 um 15:31
Irgendjemand brachte neulich einen Spruch diesbezüglich von Atze Schröder. Ich mag Atze nicht, aber der Spruch war super.
7. Dominik | 21. November 2006 um 18:05
Ich glaube mich zu erinnern, dass diese Art mit Kindern zu sprechern, auch durchaus etwas sinnvolles hat, jedenfalls, wenn die Kinder noch pfurzklein sind. Ich kann mich nur leider nicht mehr daran erinnern.
Geht man aber mal davon aus, dass die Würmer zwei Jahre lang nicht mehr als 40 Prozent ihrer Seekraft haben, dann fragt man sich, wie es mit dem Hirn ist. Geht da vielleicht nicht einfach mehr als Dada und Dudu? Muss es denn die Contenance sein oder reicht auch die Fassung? Nur eine steil in den offenen Diskussionsraum des Rank’schen Blogs hinausgeschleuderte Frage.
Wohl bekomm’s. Aber kloppt euch nicht!
8. Dominik | 21. November 2006 um 18:06
Ergänze: “Ich kann mich leider nur nicht mehr daran erinnern, wo das stand und was da genau stand.”
Ändere: “Seekraft” in “Sehkraft”.
Hilfskraft Schottner
9. Liz | 21. November 2006 um 18:10
@Paul: Wir telefonieren. Das müssen wir nich im Blog besprechen. Und dieses Zitat lass ich mir auf meinen Kugelbauch tätowieren.
@Dominik. Ich denke auch nicht, dass man mit einem Säugling hochphilosophische Gespräche führen sollte. Ebenso wenig sollte man deutliche Antworten erwarten. Und ich weiß auch, dass es wichtig ist, im ersten halben Jahr solche Laute von sich zu geben, weil die Kinder dadurch Artikulation und Lautsprache lernen. Wenn aber eine Mutter mit ihrem Dreijährigen redet, als wäre eben dieser zweieinhalb Jahre jünger, dann ist das nicht kommunikationsstützend, sondern hält die sprachliche Entwicklung des Menschleins eher auf. Meiner Meinung nach.
Dass Kleinkinder keine großen, ausformulierten Reden schwingen können, ist mir doch klar. Aber trotzdem kann und sollte man sie doch ernstnehmen, wenn man mit ihnen spricht. Klar dürfen sie Dada und Dudu sagen, die können ja nix anderes. Aber muss man deswegen gleich drei Oktaven höher rutschen und das “i” fünfmal in jedes Wort einbauen? Ich denke nicht.
10. Martin Jordan | 21. November 2006 um 18:42
Ganz interessant, dass der Spiegel in dieser Woche von einer Studie berichtete, die die These vorstellte, dass die frühe Sprache von Kindern stärker durch den Vater als durch die Mutter geprägt sein könnte – allein aufgrund der Tatsache, dass Mütter ihre Sprösslinge in den ersten Lebensjahren quantitativ überfordern, würden sie eher dem Sprachstil des Vaters nacheifern, der oft deutlich weniger mit seinem Kind redet. Die Sprachqualität soll zunächst stärker vom Wortschatz des Mannes geprägt sein, während sich das Kind im Schulalter dann nach Mutters Lippen richtet …
» Zum Artikel: »Papa prägt die Muttersprache«
11. Liz | 22. November 2006 um 0:38
@Martin. Ich finde es auch seltsam, dass Mütter quasi jede Tätigkeit, die auch nur in entferntester Verbindung zu ihrem Kind steht, verbal kundtun müssen. “So. Jetzt setzen wir mal das Wasser auf, Spatzl. Und dann machen wir das Fenster auf. Und nun zieht Mutti dir deine Schuhe an, weil du sonst kalte Füßchen gekommst, was, Fratz?!”
Wäre ich Kind, würde ich gerne sagen können: “Maul, Erika!”
12. Rationalstürmer | 22. November 2006 um 15:31
Bist du schwanger, Lisi?
13. Martin Jordan | 22. November 2006 um 17:27
@Lisa: ¡Absolutamente!
14. Dominik | 22. November 2006 um 17:28
@Lisa: Also, ich habe ja nicht gefordert, die Kommunikation auf Grunzlaute zu reduzieren. Sondern wollte nur als Anregung in den Raum werfen, dass es, wie Du ja richtig bemerkt hast, einen Zeitraum gibt, in dem diese Dididududada-Sprache wenigstens keinen Schaden, besser noch: eher Gutes anrichten kann.
Und diese Studie mit den Vätern und ihrer Verschwiegenheit ist jawohl nicht ernst zu nehmen. Weil dann müssten alle Babyboomer, also die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg Geborenen, wie Wasserfälle plappern, weil ihre Väter nach dem Krieg schweigsam wie Massengräber waren. Zumindest mein Vater ist aber nicht der allergesprächigste. Nun ja, der zaghafte Versuch, in zwei Minuten eine Studie zu kontern.
DIDIDUDUDADA!
15. Liz | 22. November 2006 um 18:16
@Ratze. Nö.
@Dominik. Duzzi Duzzi.
16. Ole | 24. November 2006 um 12:32
Äußerst löblich! Und ich hoffe, Dir wird auch im Traum nicht einfallen, ein Stofftaschentuch mit braunen Karos am Rand aus der Handtasche zu ziehen, “so mein Kleines, jetzt machen wir den Dreck mal weg” zu flöten, in das Taschentuch zu spucken und dem Kind irgendwelchen Dreck, Augenkrümel o.ä. aus dem Gesicht zu wischen…
17. Daniel | 28. November 2006 um 16:25
@Lisa: Irgendjemand zitiert den lieben Atze jetzt hier mal:
“Kevin, soll die Mutti dir mal die Jacke anziehen?”
Was soll der Kleine da antworten? “Ja, sicher Gisela, aber nicht die mit dem Steppfutter - die trägt immer so dick auf?”
So viel dazu.
18. Liz | 28. November 2006 um 16:27
Na endlich :)
19. elternrunde.de&hellip | 2. Dezember 2006 um 20:12
Noch keine Kinder…
Liz meint zu dem Thema Sprechen mit Kindern folgendes “Sollte ich aber wirklich einmal Mama eines Kindes sein und irgendjemand redet mit meinem Kind dann so, als wäre es ein sternchenspuckendes, minderbemitteltes Glücksbärchi, dem das Hirn mit Schn…
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