Und vorbei an den Häusern

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Ich dachte immer, das gäbe es nur in Filmen. Diese Gemeinschaftsmomente, wo sie entweder alle auf die Tische steigen, um ihr Mitgefühl zu demonstrieren, oder einer ein Lied summt und alle stimmen ein. Und dann steckst du plötzlich selber mittendrin morgens um fünf irgendwo in Kreuzberg, als der hell- bis dunkelblaue Himmel über die schwarzen Dächer es bis ins Zimmer schafft und irgendjemand Chicago von Sufjan Stevens auflegt plötzlich. Die Zimmer sind schon leer, die große Meute ist längst auf dem Weg nach Hause oder weiter auf die nächste Party, neue Leute suchen, fünf neue Freunde finden, sie morgen wieder vergessen haben. Und dann kommt dieses Lied und wir stehen da und plötzlich bewegen alle aus Versehen den Fuß genauso auf den Boden, im selben Rhythmus und die Gesichter grinsen, manche sehen es gar nicht, die singen nur mit und es sind ja auch nur ein paar. Aber die, die wissen genau, dass das eine solcher Situationen ist, an die man sich noch erinnern wird in ein paar Jahren, obwohl man die Party und den Anlass und die Gesicher und den Rest schon längst vergessen hat. Die Flügeltüren aufreißen und innerlich so vieles beschließen. Mal wieder jung sein und laut. Oder leise aber da und nicht woanders hinwollen, den nächsten Tag vergessen, ohne Erinnerungen und Zukunft an der Wand lehnen. Größer wird es nicht, näher kommt es nicht, wir haben nur das. “Ich werde dich wiedersehen, weil ich es will“.

Liz hat es verfasst, und zwar am 5. August 2007 um genau 18:01 Uhr.
Kategorie : Blicke

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