Tisch und Boden

Ich habe Gameboy gespielt bei dir auf dem Sofa und ich weiß nicht mehr genau, warum, aber du bist aus der Küche gekommen, hast gesagt, ich soll mal kurz Pause machen, ich hab aufgesehen, und du hattest diesen Ton drauf, hinter dem eine Stille stand, die ich nicht einordnen konnte. Und dann hab ich mit den nackten Beinen auf dem Sofa gesessen und gemerkt, wie kalt meine Füße eigentlich sind und du hast dich auf den Tisch vor mir gesetzt und gesagt, ich brauche keine Angst haben. Da ging das Licht im Hof an und jemadn schloss sein Fahrrad an der Regenrinne ab. Du hast gesagt, ich solle mir keine Gedanken machen und ich war verwirrt, weil ich bis dato nicht auf den Gedanken gekommen war, mir Gedanken zu machen, für mich waren die Dinge ganz klar. Du und ich und das Sofa und der Gameboy und die Pizza und das Wochenende und dann wieder nach Hause, Mitte der Woche anrufen, nach Kino fragen oder einem neuen Rekord, eine Zeit festlegen, auf die Flikflak schauen, Datum im Kopf einstellen und dann wieder du und ich und das Sofa und der Gameboy und der Park um die Ecke. Manchmal war eine Frau dabei, aber das hat nichts geändert und jetzt plötzlich musstest du dich auf den Tisch setzen und mir sowas sagen, sonst war der Boden genug. Du hast dann weiter gespielt und ich hab ferngesehen und später wurde ich abgeholt und alles war vergessen, beiseite. Vielleicht hätte ein bisschen Angst gar nicht geschadet, ein kleines Unbehagen, vielleicht hätten wir uns dann noch öfter gesehen. Ein zwei Mal.

Mir ist es wieder eingefallen letzten Sommer am See, wo deine Eltern gewohnt haben. Ich war dort um zu lesen und zu schwimmen, auf dem Nachhauseweg hab ich gemerkt, dass ich da war, um mich zu erinnern.