Re:publica Tag 1 #rp09

Die Internet-Blogger-Trallallalla-Konferenz läuft. Ich schreib das nicht bei Twitter auf sondern hier. Und mache mich damit wahrscheinlich zum gehassten Pyjama-Blogger. Egal, ich mag Karos. Hier also Updates zum ganzen ersten Tag. Prost.

12:12 Uhr: Internet funktioniert immer noch nicht. Auf der Bühne sagen sie, es gibt zu wenig Leute, die spannende Inhalte generieren.
12:17 Uhr: Eben war ich für drei Sekunden online. Es geht um die Deutsche Bahn.
12:18 Uhr: Online. Mal sehen, wie lange. Im Bauch: Brezel und Clubmate. Ich glaube, ich bin Pyjama-Blogger. Neben mir wird OPAK gelesen.
12: 25 Uhr: Vereine gründen ist so typisch deutsch. (Ich gucke das Panel zur deutschen Bloglandschaft im Friedrichstadtpalast.)
12:27 Uhr: Letztes Jahr war es noch Bionade, jetzt ist es Clubmate.
12:31 Uhr: Anscheinend haben wir Blogger gar nichts. Und brauchen alles.
12:36 Uhr: Wer hat denn jetzt die Schuld an der Langeweile? Blogger? Politik? Welt? Ein Kaugummi weckt mich auf.
12:37 Uhr: Es geht um mangelnde Professionalisierung. Um mangelndes Engagement. Genau, wir haben ja alles so viel Zeit und so viel Geld, deswegen können wir den ganzen Tag durch die Welt rennen und geilen Content produzieren.
12:40 Uhr: Habe zum ersten Mal seit langem ehrlich gemeint geklatscht. (”Auf dem Parkett, da musste tanzen, da musste beauty sein!”)
12.42 Uhr: Klatscht immer keiner. Und keiner will noch was dazu sagen. Blogger ratlos. “Wir haben hier eine schlechte Akkustik.”
12:48 Uhr: Wer weiß denn hier eigentlich was. “Ich weiß es auch nicht.” Aber die Kategorien dynamisch und energetisch sind ja auch schonmal was.

14:18 Uhr: Der Mensch mit “Social Everywhere” redet zu leise, wir gehen essen und setzen das In-Der-Sonne-Sitzen an der Oranienburger fort. Letztes Jahr noch gab es Regen und Wolken, jetzt ist Sonne und wenig Menschen sind im Haus, der erste Tag ist relativ zäh. Vielleicht bin ich aber auch einfach unkommunikativ. Blöde Blogger. Wir warten auf die Hypemachine.
15:38 Uhr: Wir waren essen. Draußen sind eh mehr Menschen als drinnen. Drinnen gibt es nur gerunzelte Stirnen, weil das Internet zickt. Wir warten immer noch auf die Hypemachine. Es fehlt zudem Softeis. Neben uns besprechen noch Menschen ihre Vorträge: “Ist aber ziemlich schwer ohne Internet.” Arme Menschen ohne Internet, ganz verloren.
16:10 Uhr: Jetzt ist er da. Anthony Volodkin. Und es ist absolut nicht so voll, wie ich dachte.
16:11 Uhr: Ich finde, es sollte mehr Applaus für den Moderator geben.
16:28 Uhr: Zeit vergeht wie im Flug. Ich glaub, hier hat jemand was in die Luft getan. Gero erzäht was vom “Arschloch des Internets”. Es geht um 4chan. Alle sind ganz ruhig und lieb. Moot von 4chan sieht ganz ganz brav aus. Wirklich: ganz brav.
16:46 Uhr: Herr Bokelberg erinnert mich via Twitterwand an Schnaps und Eis. Und ich verpasse es, weil ich mit dem Blick aufm Bilschirm hänge. Tja. Wie im echten Leben. (Das war der Witz des Tages. Mein Leben ist ein Witzebuch.)

16:53 Uhr: Jetzt ist der Tag schon wieder ganz schön rum. Irre.
18:05 Uhr: Twitter ist over capacity.
18:12 Uhr: Die Menschen auf der Bühne erklären, wie Twitter funktioniert. Wissen wahrscheinlich alle im Raum und twittern nebenbei sowieso.
18:16 Uhr: Das erste Cornetto Bottermelk Fresh des Jahres entfaltet seine Wirkung.
18:19 Uhr: Wieso untersucht eigentlich niemand mal ethnologisch unsere (beinahe) kranke Form der Selbstreferenzialität?

Und am Ende habe ich mich gefragt, auf der Party dann, als alle ihre hübschesten Wordpress-T-Shirts und -Dancemoves ausgepackt haben, warum nicht einfach Anthony von der Hypemachine aufgelegt hat. Credibility ist ja auch nicht mehr das, was es mal war.