Quasi Randomisierung im Regal

Ich habe jeden Tag ein Buch in der Hand, ich denke jeden Tag in und an Geschichten, ich blättere Seiten um, schlage nach, streiche mit dem Finger über den Lesezeichenfaden, springe in den Zeilen noch einmal zurück, drehe Worte herum, streiche an, ärgere mich. Und wenn man selbst an einer Geschichte sitzt, hilft es und bringt es voran, wenn man viele Geschichten von anderen liest. Um aus dem eigenen Rahmen herauszukommen, die Perspektive zu wechseln, neue Worte zu entdecken, den Sinn für Beschreibungen und Atmosphären zu schärfen. Und es tut gut - was ich nicht gedacht hätte - die Geschichten im Regal mal nebeneinander zu betrachten, in einen anderen Kontext zu rücken, indem man sie anders stellt und so plötzlich Figuren nebeneinander stehen, die sonst nie nebeneinander gestanden hätten. Die sich vielleicht doch ähnlicher sind, als man dachte. Die sich nicht mögen. Die seltsam aussehen nebeneinander aber dennoch einen Gedanken wert sind. Die Buchstaben einmal umräumen, mit den Händen alles durchwalken und dann anders sortieren. Danach kann man auch wieder schreiben.









Kommentare
Ich versuchte es auch mal so, zur Freude an einem langweiligen Tag, doch irgendwann holte mich der Ordnungssinn wieder ein und alles wurde folglich thematisch arrangiert. Aber Regenbögen sind schön … :)
Farbig sortieren. Hab ich auch nachgedacht drüber. Jetzt aber noch thematisch.
Aber nach welchen Themen ordnet man da?
[...] gefolgt. Doch trotzdem, oder gerade deswegen möchte ich auf diesen Blog, und nicht zuletzt auf dieses Posting verweisen. Nicht weil Liz, und ich hoffe ich darf sie so nennen, einem mit so viel Energie entgegen [...]
Musste lächeln, als ich das Momo-Buch sah. Habe es damals mehrfach verschlungen.
Ich sortiere meine Bücher nicht, Warum die Vielfalt, Kreativität und Phantasie in einem spiessig sortierten Regal beheimaten?
Und: Büchern muss man ansehen, dass man sie gelesen hat. Höchstpunktzahl in der B-Note daher nochmal für das abgegriffene Momo-Buch ;)
Ich dachte Bücher verschenkt man weiter, nachdem man sie gelesen hat. Was sollen sie in einem Regal?
@rocco. Stehen, angefasst werden, zum Nachschlagen herhalten, wiedergefunden und ausgeliehen werden, Gespräche anregen, Erinnerungen sein.
Seide von Baricco- schönes Buch.
Ich finde, man sollte immer gut aufpassen welche Menschen einen umgeben. Man passt sich schnell an - ohne es zu merken. Irgendwie liegt es wohl an den Genen. Und im Nahfeld eines guten Buches dürfen keine Langweiler stehen, sonst, na ja, vielleicht, es könnte möglich sein.