Pfannkuchen und Berliner
Sein Sieg sei ein “Verdienst vieler Berliner und Berliner” gewesen, so der Regierende Bürgermeister im weiß gekachelten E-Werk gestern abend. Na, is doch schön. Da feiert die SPD, dass sie es mit Hilfe eines Grinsekuchens geschafft hat, weiter in Berlin zu regieren. Und die Grünen bejubeln ihre Nicht-Agenda. Der PDS zieht es die weißen Tennissocken vor Schreck bis an die Knie und Madame Redler verfolgt ihre Realitätsverzerrung weiter (3% sind doch wirklich ein wahnsinniger Erfolg). Friedbert hat sich da auch ganz schön was eingebrockt, da musser jetz durch, das wollte er doch so. In den Redaktionen laufen Wetten darauf, wie lange er wohl das Springseilgrinsen durchhält. Ewig kann man nicht ablenken. Und dann ist da noch die NPD. Die Medien schlackern mit den Beinchen, die restlichen Politiker schauen stumm auf ihre Lotionhände. Ja, huch. Und nun? In vier Bezirken sitzt die NPD mit in den Berliner BVV und in Schwerin im Landtag. Schön, wenn sich Herr Beck noch traut zu sagen, man habe sie in Berlin nicht hochkommen lassen. Was sind schon so ein paar Bezirksverordnetenversammlungen?
Kniepeln wir also weiter an den Fingernägeln rum und hoffen auf das, was nicht eintreten wird: Dass die NPD den langweiligen BVV-Sitzungen fernbleibt, wie es die anderen kleinen Splitterparteien tun, die es mit ein zwei Leuten hineingeschafft haben. Dass sie dort jetzt legal krakelen dürfen, ist auch der Verdienst, einiger Berliner und Berliner. Und die nächsten warten schon: Bei der U18-Wahl in Berlin bekam die NPD 4,35%. Jetzt rechnen wir mal mit dem Pluszeichen und gucken alle ganz entsetzt auf das Ergebnis.
Liz hat es verfasst, und zwar am 18. September 2006 um genau 14:22 Uhr.
Kategorie : Berlin
2 Kommentare Kommentar hinzufügen
1. Georg | 18. September 2006 um 20:28
Den Inbegriff von Politikverdrossenheit findet man zur Berlin-Wahl bei heuteblog.de. Schreibt der Autor unter dem Titel “Wahlnachlese: Berlin bleibt schwul” (Link: http://heuteblog.de/2006/09/18/ ) sich in unglaublich kaputter Weise den Frust von der Seele. Leider wird nicht vermittelt, welche politische Richtung er selbst vertritt. Schade.
Gruß Georg
2. Liz | 18. September 2006 um 20:49
Isch sach doch: Niemandem kann man mehr trauen!
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