Nothing to write home about.

Zum Nachdenken kommst du an den Abenden nicht, weil du einschläfst, bevor du merken kannst, wie kalt es ist. Weil du im nächsten Lied bist, um nicht auf den Text vom letzten zu achten, dir keine Zeile zu merken, nicht in die Verlegenheit zu kommen, am Ende doch das eine oder andere Wort mitzusingen, vielleicht nur den Nachhall, den Takt mit dem Daumen an der Hose zu klopfen. Zum Nachdenken kommst du an den Morgen nicht, weil du stehst, bevor du merkst, wie kalt es ist, weil du den Schal bis an die Nase ziehst, bevor du deine Atemwolke siehst, weil du das Haus verlassen hast, bevor du hörst, wie leer es ist. Zum Nachdenken kommst du, wenn du in der Müdigkeit vergessen hast, einen Vorhang zu schließen und mitten in der Nacht von einem Mond geweckt wirst, der dich anguckt, sodass es nichts bringt, die Augen zu schließen und sich umzudrehen, weil er so schaut, dass du ihn im Nacken spüren kannst. Der dich noch anschaut, wenn der Wecker klingelt, wenn auch nicht mehr so offensichtlich, aber immer noch so, dass du beim Anziehen besser den Blick senkst.

Dann legst du den Finger an die Scheibe wie ein Hallo, wie zu Beginn einer Annäherung, aber der Mond hat keine Hände.