Not a word, not a word.
Ich brauche nichts über technische Voraussetzungen zu sagen, nichts über zu wenig Luft oder Zweitstimmen, ich werde keine objektiven Reden schwingen. Vielleicht reicht es, die Platte zu hören, die seit heute draußen ist (und zu der es gestern die Record Release Patry gab), einen wunderschönen Titel trägt und für die es so lange Zeit und so lange Geschichten und diese paar Menschen mit all den Jahren gebracht hat. Ich brauche nicht zu sagen, in welchen Straßenbahnlinien welche Lieder von “It tends to flow from high to low” am besten sind. Und eigentlich auch nicht, dass die großen, euphorischen Jubelschreie auf Konzerten irgendwie nicht dazu passen. Aber ich sehe, dass man stolz ist, sich überwunden zu haben. Und das darf man verdammt nochmal auch. Dass I Might Be Wrong jetzt da auf der Bühne stehen, zusammengewürfelt und raufgebaut, mag für den einen, der nicht weiß, woher die kleinen Gesten und Unsicherheiten rühren, eine nette Geschichte sein, sehr poppig für Sinnbus, mit hübschen Mädchen und talentierten Jungs, keine Verbalunterhaltung, aber textsicher und mit Überraschungen.
Für die anderen, die die vielleicht am Rand stehen und denen der Blick wegknickt, die die keine unbekannten Gesichter da vor sich haben, die sie noch von vor Jahren kennen und wissen, wie welche Stirn damals noch aussah, wie welches Haar und dass es die Umwege vielleicht auch brauchte, für die ist das noch ein Gefühl von früher. Die Stimmung von Kornfeldern und Steinbrüchen in entfernteren Wäldern vielleicht, die leisen Wünsche am Morgen in der Scheune oder auch nur der Bezirk, in dem fast niemand mehr ist mittlerweile. Aber dort hat alles angefangen. Dort hört es aber nicht auf. Der rote Salon war gestern Retrospektive in eine Zeit, die so lange noch gar nicht vorbei ist, aber irgendwie trotzdem sehr weit weg. Wenn Musik das wieder ranholen kann, ist das gut. Und auch, dass sie Geheimnisse hat.
Liz hat es verfasst, und zwar am 23. November 2007 um genau 19:06 Uhr.
Kategorie : Ton
1 Kommentar Kommentar hinzufügen
1. brittbee | 29. November 2007 um 17:12
die tagline allein zwing mich förmlich, mir die jungs mal anzuhören.
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