Nicolas Fromageau und Anthony Gonzalez

Vielleicht hatte die Lady keinen Namen, dafür eine umso spektakulärere Frisur. Erst dachte ich, wir seien wieder bei Efterklang gelandet, die Vorband war wieder ein Typ, der auf dem Boden vor einem Rechner rumkrabbelte, keine Beleuchtung bekam und bei dem man erst dachte, der mache vielleicht gerade Soundcheck für die Band. Man merkt erst, dass das nicht stimmt, wenn in der Pause alle klatschen. Dann aber dann doch M83 in voller Aufstellung mit Schlagzeug hinter Plastikwand, Gonzalez und Lady an den Keyboards und Synthesizern und Nicolas an der Gitarre. Eigentlich bräuchte man ebenfalls ein Mikrofon, um anhand von Geräuschen nachzumachen, wie sich das angefühlt halt da in der dritten Reihe weggeblasen zu werden. Wuuuusccch. Wrrooooaaaaammm. Dischdisch und so. Auch wenn mir manch langsames Stück ein bisschen zu eintönig war, haben die Pathoskönige es geschafft, mir tausende Gänsehäute (ieh) über den Rücken zu jagen, mich zum Tanzen zu bringen und Maike zum Weinen. Und immer wieder frage ich mich, ob diese Bands, die dann so elegisch und sich auf die Lippe beißend, mit geschlossenen Augen und hin und wieder etwas apathisch scheinend vor und zurückwippen und bei jedem Druck einer Taste aussehen, als kämen sie gleich zum Orgasmus - machen die das auch in der Probe? Ich kann da nicht aus Erfahrung sprechen, aber fühlt es sich wirklich so an?

(Das Foto hat Gero gemacht.)